Mobbing- und Sexismus-Vorwürfe:Brasiliens Fußballverbandschef 21 Monate gesperrt

June 7, 2021, Rio de Janeiro, Brazil: Protest in front of headquarters of CBF (Brazilian Soccer Confederation) in Barra; Rogerio Caboclo

Prostest in Rio gegen Rogerio Caboclo

(Foto: imago images/TheNews2)

Rogerio Caboclo soll eine Angestellte belästigt haben. Flamengo Rio de Janeiro und SE Palmeiras spielen im Finale der Copa Libertadores. Der HSV stellt auf 2G um.

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Fußball, Brasilien: Der brasilianische Fußballverband CBF kommt weiter nicht zur Ruhe. Nachdem im vergangenen Jahrzehnt gleich drei Präsidenten über Korruptionsvorwürfe gestolpert waren, wurde der aktuelle Verbandschef Rogerio Caboclo nun wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung und des Mobbings gegen eine Angestellte für 21 Monate gesperrt. Das entschied die Generalversammlung des CBF mit Vertretern der 27 Landesverbände am Mittwochabend.

Caboclo war bereits seit Anfang Juni vorläufig suspendiert. Er sprach nach dem Urteil vom "größten Putsch gegen einen Präsidenten eines brasilianischen Sportverbandes". Das Präsidentenamt übernimmt nun bis März 2023 der bisherige Vize Ednaldo Rodrigues. Der brasilianische Fernsehsender TV Globo hatte Videos veröffentlicht, in denen Caboclo eine Angestellte unter anderem fragte, ob sie masturbiere. Zudem soll er sie, einen Hundekeks in der Hand haltend, mit dem Wort "Hündin" zu sich gerufen haben. Der Ethikkommission des Verbandes sollen noch Anzeigen zweier weiterer Mitarbeiterinnen vorliegen.

Caboclo ist der erste Präsident, der vom CBF selbst gesperrt wird. Ricardo Teixeira war nach Korruptionsvorwürfen im März 2012 zurückgetreten. Dessen Nachfolger Jose Maria Marin und Marco Polo Del Nero wurden jeweils von der Fifa gesperrt.

Brasilien, Copa Libertadores: Die brasilianischen Traditionsklubs Flamengo Rio de Janeiro und SE Palmeiras kämpfen um die südamerikanische Fußballkrone. Flamengo folgte Titelverteidiger Palmeiras am Mittwoch durch ein 2:0 (1:0) im Halbfinalrückspiel gegen den ecuadorianischen Vertreter Barcelona Guayaquil ins Finale und machte das vierte brasilianische Endspiel in der 61-jährigen Geschichte der Copa Libertadores perfekt.

Wie schon beim 2:0 im Hinspiel erzielte der Ex-Wolfsburger Bruno Henrique beide Treffer für das Team um den ehemaligen Champions-League-Sieger David Luiz. Palmeiras hatte bereits am Dienstag durch ein 1:1 bei Atletico Mineiro aus Belo Horizonte (Hinspiel: 0:0) aufgrund der Auswärtstorregel das Finale erreicht. Das Endspiel findet am 27. November in Uruguays Hauptstadt Montevideo statt. Der Gewinner der Copa Libertadores löst das Ticket für die Klub-WM im Dezember. Dort vertritt der englische Topklub FC Chelsea als Champions-League-Sieger Europa. Der Weltverband Fifa sucht nach der coronabedingten Absage Japans noch nach einem neuen Ausrichter.

2. Bundesliga: Fußball-Zweitligist Hamburger SV stellt für das Heimspiel am 16. Oktober gegen Fortuna Düsseldorf auf die 2G-Regelung um und öffnet die Tore für mehr als 25.000 Zuschauer. Wie der Klub am Mittwoch mitteilte, werden die Stehplätze auf der Nordtribüne wieder geöffnet, Mindestabstände, Alkoholverbot und Maskenpflicht werden aufgehoben.

Ob der HSV tatsächlich als erster Fußball-Klub in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie wieder die volle Stadionkapazität ausschöpfen wird, ließ er offen. Man überlege, "ob wir ein paar Flächen im Zuschauerraum trotz der neuen Möglichkeiten dennoch mit ein paar Abständen, also freien Sitzen zu Nebenleuten, anbieten", sagte Vorstand Frank Wettstein.

Das 2G-Konzept, das der Hamburger Senat verabschiedet hatte, sieht vor, dass die Kapazitätsgrenzen und die Maskenpflicht wegfallen, wenn nur Geimpfte und Genesene an einer Veranstaltung teilnehmen. Wie der HSV mitteilte, seien bislang 93 Prozent der Besucher bei den Spielen geimpft oder genesen gewesen, deshalb habe man sich für diesen Schritt entschieden. Mit der bisherigen 3G-Regelung, die auch Getesteten den Eintritt erlaubt, wären nur maximal 25.000 Zuschauer möglich, betonte Wettstein.

FC Bayern: Jörg Wacker ist nach acht Jahren aus dem Vorstand der FC Bayern München AG ausgeschieden. Der 53-Jährige war für "Internationalisierung und Strategie" sowie seit Ende 2015 auch für den Bereich Merchandising und Lizenzen des deutschen Fußball-Rekordmeisters verantwortlich. Wacker war unter anderem zuständig für die Eröffnung der Auslandsbüros in New York 2014 und Shanghai 2016 sowie die Gestaltung der FC Bayern World in der Münchner Innenstadt. Seine Aufgaben übernimmt angeblich zum Großteil Klubchef Oliver Kahn.

Real Madrid: Real Madrids Mittelfeldregisseur Toni Kroos hätte sich über die Verpflichtung von Frankreichs Superstar Kylian Mbappé gefreut. Und der Fußball-Weltmeister 2014 hat den Transfer des Ausnahmestürmers zu den Königlichen noch nicht abgeschrieben. "Im Sommer habe ich gesagt, dass ich gerne einen Spieler wie ihn hätte. Wir wissen, dass Real ihn verpflichten wollte, es aber letztlich nicht geklappt hat. Meine Meinung für die Zukunft hat sich aber nicht geändert: Die besten Spieler müssen bei Real spielen und er ist sicherlich einer von ihnen", sagte der 31 Jahre alte Ex-Nationalspieler am Mittwoch im Interview von Goal und Spox.

Mbappé (22), dessen Vertrag bei Paris Saint-Germain im kommenden Sommer ausläuft, wollte unbedingt zum Kroos-Club. Doch Paris Saint-Germain lehnte ein Angebot Madrids von rund 200 Millionen Euro ab.

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