Etwas ist anders, als Mick Schumacher am Dienstag über die nächste Phase seiner Karriere im Motorsport spricht. Anders als bei allen Stationen zuvor. Zweifelsfrei liegt das an den hartgesottenen Vertretern der US-amerikanischen Fachpresse, von denen manch einer so aussieht, als habe er sich vom Fahrersitz einer John-Deere-Erntemaschine in den Great Plains in die Videokonferenz geschaltet. Schumacher muss Fragen zu Chassis, Lenkung und seinem neuen Team mit dem fluffig über die Zunge rollenden Namen „Rahal Letterman Lanigan Racing“ beantworten. Für seinen berühmten Vater interessiert sich niemand. Keiner fragt nach Maikäl Schumäker, diesem Rekordweltmeister der Rennserie Formel 1, über die die ganz harten Amerikaner vor wenigen Jahren noch lachten. Inzwischen sitzen sie von Los Angeles bis New York City mit roten Ohren auf dem Sofa und schauen „Drive to Survive“ auf Netflix, aber das ist eine andere Geschichte.
MeinungMotorsportMick Schumacher macht jetzt etwas, das sich sein Vater nicht getraut hat
Kommentar von Philipp Schneider
Lesezeit: 3 Min.

Der berühmte Rennfahrersohn fährt jetzt IndyCar – und lässt einen Teil seines tonnenschweren Erbes in Europa zurück. Trotzdem ist der Wechsel sportlich ein Abstieg.

Buch-Neuerscheinung:Wie Ferrari zum Mythos wurde
Um Motorsport betreiben zu können, baute und verkaufte Enzo Ferrari Traumautos. Obwohl er nie Reklame trieb, wurde seine Firma weltberühmt. Ein Buch zeichnet nach, wie das glückte – und spart auch die düstersten Kapitel nicht aus.
Lesen Sie mehr zum Thema