bedeckt München 18°

Formel 2:Mick Schumacher hat den Aufstieg in Sicht

Am Samstag Fünfter, am Sonntag Vierter: Mick Schumacher in Mugello.

(Foto: AFP)

Der Rennfahrer nimmt die nächste Hürde auf dem Weg in die Formel 1. In Mugello - der privaten Hinterhofstrecke Ferraris - übernimmt und verteidigt er die Gesamtführung.

Von Philipp Schneider

An jenem Ort, wo sein Vater wohl wie kein Zweiter schuftete und rollte, hat Mick Schumacher nun eine der wichtigsten Hürden auf dem Weg in die Formel 1 genommen: Ausgerechnet auf dem Autodromo Internazionale del Mugello, der privaten Hinterhofstrecke von Ferrari, hat Mick Schumacher an diesem Wochenende die Gesamtwertung in der Formel 2 übernommen - und verteidigt.

Ein Formel-1-Rennen ist Michael Schumacher nie in Mugello gefahren. Aber er hat dort 145 881 Testkilometer im Ferrari abgespult und damit die Grundlagen gelegt für seine fünf Titel mit Ferrari. Mick Schumacher wiederum hatte vergangene Woche in Monza erst seinen ersten Saisonsieg in der Formel 2 gefeiert. Sollte er nun seine Führung an den verbliebenen drei Rennwochenenden verteidigen, lässt sich im Falle eines möglichen Aufstiegs des 21-Jährigen in die Formel 1 schon zur kommenden Saison nur noch schlecht behaupten, er werde befördert, weil er der Sohn des Rekordweltmeisters ist.

Zwei ordentliche Vorstellungen

Schumacher gelangen in Mugello zwei ordentliche Vorstellungen: Am Samstag fuhr er mit seinem Prema auf Rang fünf, am Sonntag auf Platz vier. Bei letzterem Sprintrennen verpasste er das Podest um etwas mehr als drei Sekunden und hat nach 18 von 24 Läufen nun insgesamt 161 Punkte gesammelt. Direkt hinter ihm folgt der Engländer Callum Ilott (153), der ebenfalls ein Mitglied des Nachwuchsprogramms von Ferrari ist. Sieger in einem ereignisarmen Rennen wurde der Däne Christian Lundgaard, der sich nach 23 Runden vor Louis Delétraz (Schweiz) und Jüri Vips (Estland) durchsetzte.

Am Samstag hatte Schumacher auch vom Pech und Unvermögen seiner Titelkonkurrenten profitiert: Illot, der bis Samstag die Gesamtwertung anführte, musste gegen Rennende noch unfreiwillig an die Box. Und der Drittplatzierte, Schumachers Teamkollege Robert Schwartzmann, schied frühzeitig aus. Schumacher war als 15. in den Lauf gegangen und zeigte einen starken Start. Er arbeitete sich schnell in die Top Ten nach vorne, profitierte aber auch von zwei Safety-Car-Phasen gegen Ende und hatte bei einer Kollision Glück, nicht auszuscheiden.

Zuletzt hatte Schumacher fünfmal nacheinander auf dem Podest gestanden, dazu reichte es in der Toskana nicht.

© SZ vom 14.09.2020
Formel-2-Qualifikation: Mick Schumacher auf Rang sieben

Mick Schumacher im Interview
:"Es hat mich sehr gefreut, so eine Aussage zu hören"

Ein Cockpit bei einem kleineren Formel-1-Team? Mick Schumacher reagiert auf Gedankenspiele des Ferrari-Teamchefs - und spricht über seine Fortschritte als Rennfahrer.

Interview von Philipp Schneider

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite