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Mesut Özil:Rücktritt war die "richtige" Entscheidung

Korea Republic v Germany: Group F - 2018 FIFA World Cup Russia; Özil

Mesut Oezil beim Spiel gegen Südkorea.

(Foto: Getty Images)
  • Mesut Özil bekräftigt seinen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.
  • Er habe sich "nicht mehr geschützt, nicht mehr respektiert gefühlt", sagt Özil dem Portal The Athletic.
  • Auch das umstrittene Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan verteidigt er.

Mesut Özil hat knapp 15 Monate nach seinem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft seine Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) bekräftigt und sein umstrittenes Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan verteidigt.

"Nach dem Foto habe ich mich nicht mehr geschützt, nicht mehr respektiert gefühlt. Ich wurde rassistisch angegangen - sogar von Politikern und bekannten Persönlichkeiten", sagte Özil im Interview mit The Athletic am Donnerstag. "Dennoch hat sich zu dieser Zeit niemand von der Nationalmannschaft vor mich gestellt und gesagt: 'Hey, das reicht. Das ist unser Spieler.' Jeder hat einfach geschwiegen und es geschehen lassen."

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Özil war nach der WM 2018, die für Deutschland bereits nach der Vorrunde beendet war, zurückgetreten. In einer mehrteiligen Stellungnahme in den sozialen Medien hatte der Weltmeister von 2014 den DFB und dessen damaligen Präsidenten Reinhard Grindel scharf angegriffen.

Seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bezeichnete er auch mit dem Abstand mehrerer Monate als "richtige" Entscheidung: "Es war eine sehr schwere Phase für mich, ich habe neun Jahre für Deutschland gespielt und war einer der erfolgreichsten Spieler. Ich habe die WM und mehr gewonnen, eine Menge Spiele gespielt - viele davon waren sehr gut - und habe alles gegeben."

"Es war eine sehr schwere Phase für mich"

Auslöser der Krise war das Erdoğan-Foto vor der WM, das in Deutschland zum Politikum und Anlass zu lautstarken Diskussionen über Rassismus wurde. "Er ist der aktuelle Präsident der Türkei und ich würde dieser Person immer meinen Respekt erweisen - egal, wer es ist", sagte Özil: "Auch wenn ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, ist die Türkei Teil meines Erbes." Kritiker bezeichnen Erdoğan als Autokraten, der in der Türkei rigoros gegen seine politischen Gegner vorgeht. Zuletzt ordnete er einen Militäreinsatz gegen kurdische Truppen im Norden Syriens an.

Özil sagte weiter, auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel damals nach London gereist wäre "und nach einem Treffen, einem Gespräch gefragt hätte, hätte ich das natürlich auch getan. Es ging allein darum, Respekt vor dem höchsten Amt eines Landes zu zeigen."

Auch über das gesellschaftliche Klima in Deutschland äußerte sich der ansonsten eher unpolitische Fußballer. "Unglücklicherweise ist Rassismus nicht mehr länger ein Thema der Rechten", sagte Özil im Interview: "Es gibt große Probleme in Deutschland - schaut, was in der vergangenen Woche in Halle passiert ist. Eine weitere antisemitische Attacke."

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