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Meisterschaften des FC Bayern:Grinsegesichter im Commodore-Trikot

Der FC Bayern ist Meister - und zwar zum 30. Mal in seiner Vereinsgeschichte. Bei den bisherigen Titelgewinnen waren die verschiedensten Persönlichkeiten beteiligt. Eine Jubelschau.

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Bayern-Meister

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Unter Präsident Kurt Landauer beginnt Ende der 20er Jahre der Aufstieg des FC Bayern. Die Münchner schlagen 1932 auf dem Weg zum ersten echten deutschen Titel - die Deutsche Meisterschaft wird noch in Turnierform ausgespielt - Minerva 93 Berlin mit 4:2, den PSV Chemnitz mit 3:2, im Halbfinale den 1. FC Nürnberg 2:0 und im Finale die Eintracht aus Frankfurt mit 2:0. Der Korso durch München findet auf Pferdewagen und ohne Meisterschale statt - die gab es damals noch nicht, sondern eine bronzene Statue der Siegesgöttin Viktoria. Als die Nazis ein Jahr später die Macht übernehmen, legt Landauer sein Amt als Bayern-Präsident nieder und muss wegen seines jüdischen Glaubens später in die Schweiz fliehen. Nach dem Krieg wird er erneut Präsident und baut den Verein wieder auf.

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1969 war der Fußball in einer anderen Galaxie angekommen. Es gab eine Schale, es gab die Bundesliga und es gab schon Farbaufnahmen. Der FC Bayern, vier Jahre zuvor in die Bundesliga aufgestiegen, hatte damit begonnen, sich eine Mannschaft zusammenzustellen, die den deutschen Fußball auf Jahre prägen sollte. Am Ende gewinnt der FCB seine zweite deutsche Meisterschaft mit acht Punkten Vorsprung vor Alemannia Aachen. Die Säulen dieser Elf: Franz Beckenbauer (links, stehend), Gerd Müller (daneben, 30 von 61 Bayerntoren in dieser Saison), Georg Schwarzenbeck (obere Reihe, Zweiter von rechts) und Torwart Sepp Maier im schwarzen Torwarttrikot mit weißem Kragen. Bayern-Trainer Branko Zebec (unten, hinter der Schale) setzte übrigens in der gesamten Saison nur 13 Spieler ein.

Bayern

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In den 70er Jahren kommen dann unter Trainer Udo Lattek (im Trainingsanzug) noch Uli Hoeneß (links daneben) und Paul Breitner (unten rechts) dazu - und drei weitere Meisterschaften in den Jahren 1972, 1973 und 1974. Die Meisterschaft 1973 (im Bild) ist die erste im neu gebauten Olympiastadion. Der FC Bayern wird am 5. Mai 1973 durch ein 6:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern (fünf Tore durch Gerd Müller, Kicker-Note: 1) schon am 30. Spieltag Meister. Vorzeitige Titelgewinne der Roten sind also kein ganz neues Phänomen. Das Meisterspiel wollten damals übrigens nur 28 000 Zuschauer sehen.

Bayern Munich v Bayer Uerdingen; Getty

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In einer heute fast unvorstellbar langen Zeit von fünf Jahren wird der FC Bayern nicht deutscher Meister. Erst als die alte Garde um Beckenbauer, Müller und Maier den Verein verlässt, wird Karl-Heinz Rummenigge (obere Reihe, Fünfter von links) zum Kopf des Teams und führt seinen Klub in Kombination mit dem zurückgekehrten Paul Breitner (oben, Dritter von links) als Achse "Breitnigge" zu zwei Meisterschaften 1980 und 1981. Die Borussia aus Mönchengladbach kann da nicht mehr mithalten, der Hauptkonkurrent ist in dieser Zeit der HSV. Rummenigge wird in beiden Jahren Torschützenkönig.

FUSSBALL: 1. BUNDESLIGA 86/87 BAYERN MUENCHEN; Bayern-Meister

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Die Erwartungen an den für die Unsumme von zweieinhalb Millionen D-Mark geholten Lothar Matthäus (obere Reihe, ganz rechts) waren enorm - und er erfüllte sie. Nach dem Weggang von Rummenigge und Breitner avancierte Matthäus mit Hansi Pflügler (oben, ganz links) und Sören Lerby (oben, dritter von links) zum Anführer der Bayern-Moderne und schenkte dem Klub den Titelhattrick 1985, 1986 und 1987 (im Bild). So ausgelassen wie in der Kabine wird im Stadion nicht gefeiert: Es kommen nämlich kaum Menschen. Der Zuschauerschnitt in der Saison 85/86 ist trotz modernerer Stadien mit 18 934 bis heute der Bundesliga-Tiefstwert.

Fussball: 1. Bundesliga 89/90; Blumen

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Blumen-Berge und Commodore-Trikots: 1989 und 1990 (im Bild) hält Bayern-Kapitän Klaus Augenthaler (ganz links) die Schale in der Hand. Neben ihm: ein gewisser Trainer namens Jupp Heynckes, der später noch mal wichtig werden sollte. Größter Konkurrent: der 1.FC Köln mit Trainer Christoph Daum, der zweimal Zweiter wird. Beinahe schon legendär ist die Diskussionsrunde im Aktuellen Sportstudio vor dem entscheidenden Spiel der Saison 1989. Bayern-Manager Uli Hoeneß und Daum attackierten sich verbal, das entscheidende Spiel am 31. Spieltag gewann Bayern in Köln 3:1.

Fussball: 1. Bundesliga 93/94; Bayern-Meister

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Anfang der 90er begann die konsequente Kommerzialisierung des Fußballs: Statt Blumensträußen tauchte nun das Sponsorenfahrzeug auf dem Meister-Foto auf. Der FC Bayern gewinnt seine 13. Meisterschaft vergleichsweise unspektakulär. Trainer Erich Ribbek wird im Winter durch Franz Beckenbauer ersetzt und Thomas Helmer schießt das berühmte Phantomtor. Es ist die erste Meisterschaft des jungen Mehmet Scholl, der mit Christian Nerlinger und Bruno Labbadia eine der Stützen der Mannschaft ist. Sieben weitere sollten für "Scholli" noch folgen.

BAYERN MUENCHEN DEUTSCHER MEISTER 1997; Bayern-Meister

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In Schwarz-Rot feiern Mario Basler, Lothar Matthäus und Samuel Kuffour 1997 den Titelgewinn am letzten Spieltag in Mönchengladbach. Giovanni Trapattoni wird noch vor seiner berühmten Wutrede ("Flasche leer") der erste italienische Meister-Trainer. Stürmer Jürgen Klinsmann tritt bei einer Auswechslung wütend in eine Tonne und verabschiedet sich nach der Saison in Richtung Genua. Es sind die Zeiten des "FC Hollywood" - immer ist was los. Meister wird Bayern trotzdem.

HAMBURGER SV - FC BAYERN MUENCHEN; Getty

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Der dritte Titelhattrick (1999, 2000 und 2001) der Bayern-Geschichte wird geprägt durch drei Figuren: Stefan Effenberg (links), Trainer Ottmar Hitzfeld und Oliver Kahn. Kahn hatte Minuten vor diesem Foto im Hamburger Volksparkstadion die Eckfahne herausgerissen und das Tor von Patrick Andersson in der Nachspielzeit bejubelt, das Schalke 2001 in letzter Sekunde die Meisterschaft entriss. Dominant ist eigentlich nur die Saison 1998/99, als Bayern mit 15 Punkten Vorsprung Meister wird. Ein Jahr später verliert Bayer Leverkusen am letzten Spieltag in Unterhaching und macht Bayern (wie im Jahr darauf) zum Last-Minute-Titelträger.

Fussball: 1. Bundesliga 02/03; 2003/04

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Eine Saison wie ein Verwaltungsakt: 2002/03 hat der FC Bayern nach der Hinrunde sechs Punkte Vorsprung und am 25. Spieltag schon 13. Ein 2:0-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg (Tore: Elber und Pizarro) am 30. Spieltag entscheidet die spannungsarme Liga frühzeitig. Oliver Kahn kassiert nach dem für ihn traumatischen WM-Finale 2002 nur 25 Gegentore, im Mittelfeld hat Michael Ballack das Kommando von Stefan Effenberg übernommen. Der junge Sebastian Deisler kämpft fortwährend mit Verletzungen und auf der Außenbahn überzeugt ein blondiertes Talent namens Bastian Schweinsteiger.

Bayern Munich v 1.FC Nuremberg; meister biga

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Früher war weniger Konfetti: Trainer Felix Magath holt mit Mehmet Scholl, Claudio Pizarro, Michael Ballack und Oliver Kahn (von links) das Doppel-Double aus Meisterschaft und Pokal 2005 und 2006 nach München. Trotzdem ist der FC Bayern unzufrieden. National sind Gegner wie Schalke und Bremen zu schwach, international dagegen prallt der FCB an Chelsea (mit Drogba) und Milan (mit Pippo Inzaghi) ab. Noch ändert sich jedoch nichts. Solange die Bayern Meister werden, denkt sich die Führungsriege um Uli Hoeneß und Karl-Heinz-Rummenigge, wird das schon irgendwie hinhauen.

Bayern Munich v Hertha BSC Berlin - Bundesliga; Ribery

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Weil es nach dem Doppel-Double nicht mal für die Champions League reicht, holt der FC Bayern mit Ottmar Hitzfeld 2007 eine altbewährte Kraft auf die Trainerbank zurück und investiert richtig viel Geld in neue Spieler. Franck Ribéry stibitzt bei der Feier die Schale; er sorgte mit Luca Toni (oben rechts) dafür, dass die Münchner vom ersten Spieltag an ununterbrochen auf dem ersten Platz standen. Ein Start-Ziel-Sieg gelang ihnen übrigens viermal: 1969, 1973, 2008 und 2013.

FC Bayern Muenchen - Champions Party; meister biga

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Die Tage des Feierbiestes: Louis van Gaal (mit Schale) verpasst dem FC Bayern eine völlig neue Spielphilosophie - leider verpasst er 2010 mit Zugang Arjen Robben (rechts, mit Fußballmütze) auch knapp das Triple. Van Gaal baut das Grundgerüst der Mannschaft auf, die in den kommenden Jahren alle bisherigen Erfolge toppen sollte. Der Trainer zieht Bastian Schweinsteiger in die Mitte und holt Thomas Müller sowie Holger Badstuber zu den Profis. Was den Münchnern bei der Feierei auf dem Rathaus-Balkon noch nicht klar ist: Zum ersten Mal seit 1994 werden sie länger als ein Jahr auf den Silber-Teller warten müssen.

FC Bayern Muenchen Celebrate Winning Bundesliga, Champions League and DFB Cup; meister biga

Quelle: Bongarts/Getty Images

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2013 ist die Meisterschale nur ein kleiner Teil der Geschichte, denn zum ersten Mal in der Historie gewinnt das Team von Trainer-Rückkehrer Jupp Heynckes (unten, Dritter von links) das Triple aus Schale, DFB-Pokal und Champions League. Zuvor hatte sich die Borussia aus Dortmund zum ersten richtigen Gegner seit Jahren entwickelt - teilweise hatten die Dortmunder den Bayern sogar richtig eine verpasst (siehe Pokalendspiel 2012). Das Triple aber versöhnt die Münchner mit sich selbst. Gleichzeitig wird Jupp Heynckes zum Coach, der fast alle denkbaren Bundesliga-Rekorde (meiste Punkte, meiste Siege, wenigste Gegentore, beste Tordifferenz usw.) brechen kann.

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Quelle: AFP

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Jupp Heynckes' Nachfolger Pep Guardiola schafft es in seiner Premieren-Saison, einen famosen Bundesliga-Rekord aufzustellen: Der FC Bayern wird sieben Spieltag vor Schluss, also bereits im März, Meister - so früh wie noch nie ein Team zuvor. Ein Jahr später muss der Meister fast schon unterträglich lange warten - am 30. Spieltag sind die vorherrschenden Zustände in der Bundesliga wieder bestätigt. Es zeichnete sich aber auch ein Trend ab: Nachdem die Münchner in den Jahren zuvor mit 25 Punkten Vorsprung und 19 Punkten Vorsprung die Meisterschaft holten, waren es 2015 "nur noch" zehn Punkte. Ein Schimmer Hoffnung für die Konkurrenz ...?

Themen der Woche - SPORT Bilder des Tages - SPORT Fußball, Guardiola bekommt Bierdusche Fußball, Bayern München feiert

Quelle: imago images/MIS

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... wohl kaum. Denn auch im letzten Vertragsjahr von Guardiola an der Säbener Straße sichert sich der FC Bayern den Titel. Auf dem Weg dorthin schießt Robert Lewandowski gegen den VfL Wolfsburg fünf Tore in neun Minuten, die Münchner stellen einen Startrekord mit zehn Siegen in Serie auf und stehen nur an vier Spieltagen nicht auf Platz eins. Dass die Schale in München bleibt, entscheidet sich aber erst am 33. Spieltag, auch weil die von Thomas Tuchel trainierten Dortmunder eine starke Saison spielen.

Fußball 1 Bundesliga Meisterfeier FC Bayern München am 20 05 2017 auf dem Rathausbalkon am Marienpl; Philipp Lahm und Carlo Ancelotti, FC Bayern, Meisterfeier, Schale

Quelle: imago/Revierfoto

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Auf den großen Spiel-Versteher Guardiola folgt der große Spieler-Versteher Carlo Ancelotti. Der Italiener will nicht allzu viel ändern bei den Bayern, ein bisschen mehr Freiheit soll es sein für seine Schützlinge. In seiner ersten Saison klappt das nach anfänglichen Widrigkeiten gut - seine Mannschaft gewinnt zum fünften Mal in Serie die Schale. Sie verliert aber einen Spieler, der jahrelang die Geschicke auf und neben dem Platz unaufgeregt gelenkt hat: Philipp Lahm tritt 2017 zum letzten Mal als Profi gegen einen Ball. Eine Ära endet.

Bayern München - VfB Stuttgart

Quelle: Sven Hoppe/dpa

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In seiner zweiten Saison in München verliert Ancelotti aber zunehmend die Kabine. Nach einem 0:3 in Paris in der Champions League muss er gehen. Jupp Heynckes kehrt aus Freundschaft zu Uli Hoeneß auf die Trainerbank zurück - und bringt das Selbstverständnis wieder. Die Mannschaft um Joshua Kimmich (links im Bild) und David Alaba (rechts im Bild) sichert am 29. Spieltag den sechsten Titel in Serie. Danach hört Heynckes für immer auf. Doch Hoeneß will das zu lange nicht wahrhaben ...

Fussball, BL, 1. Bundesliga, Saison 2018 2019, Herren, Deutschland, 18.05.2019, 34. Spieltag, FC Bayern München - Eintr

Quelle: imago images/Bernd Müller

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... auch durch Hoeneß' Zögern steht am Ende der Trainersuche eher eine 1b-Lösung: Niko Kovac (links im Bild) kommt aus Frankfurt und übernimmt den FC Bayern. Neu im Verein ist auch Leon Goretzka, und halb-neu die Leihspieler Serge Gnabry und Renato Sanches. Was auch neu ist: Kovac versucht, einer stets offensiv denkenden Mannschaft die Kunst des Abwartens und Befreiungsschlages beizubringen. Bayern wird, obwohl es zwischenzeitlich laut knirscht, Meister. Allerdings erst am letzten Spieltag (Nummer sieben in Serie) - das gab es zuletzt 2010 unter Louis van Gaal.

FC Bayern v AC Milan - 2019 International Champions Cup

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Im Sommer 2019 bekommt Kovac als Unterstützung den Co-Trainer Hansi Flick an die Seite gestellt. Wie erfolgreich der cotrainern kann, hat er lange Zeit als rechte Hand von Bundestrainer Joachim Löw gezeigt. Am 10. Spieltag trennen sich die Bayern dann nach einem 1:5 bei Eintracht Frankfurt von Kovac. Zuvor hatte der Trainer schon ein unglückliches Bild abgegeben, unter anderem mit Aussagen über den Vereinsheiligen Thomas Müller ("Wenn Not am Mann sein sollte, wird er mit Sicherheit auch seine Minuten bekommen"). Flick übernimmt und zeigt, dass er auch cheftrainern kann. RB Leipzig holt die Herbstmeisterschaft, doch am 32. Spieltag sichern sich die inzwischen seriös und spielfreudig auftretenden Münchner souverän die achte Meisterschaft in Serie.

© SZ.de/jbe/jobr

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