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Meisterschaft der Bayern-Frauen:Verstärkung nötig

Nach der Siegerehrung besuchte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die Spielerinnen in der Kabine, gratulierte und lud sie nun auch offiziell zur gemeinsamen Meisterfeier am 24. Mai auf dem Rathausbalkon ein. Er hoffe nur, dass es bei so vielen Menschen auf dem Balkon kein Problem mit der Statik geben werde. Rummenigge war in den Katakomben des Grünwalder Stadions die Freude anzumerken. Immerhin handelte es sich mit diesem zweiten Meistertitel in einer Saison auch um eine Art Double.

Und so freute sich Rummenigge über "etwas Historisches" - eine gemeinsame Meisterschaft von Männern und Frauen habe es in Deutschland noch nie gegeben. "Das ist eine große Ehre für uns", sagte Behringer über Rummenigges Besuch, obwohl sie wie viele andere gar nicht weiß, ob sie auf dem Balkon dabei sein kann: Die Nationalspielerinnen der Bayern befinden sich dann schon in der WM-Vorbereitung.

Behringer, die zwar schon einen Weltmeistertitel, aber noch nie eine deutsche Meisterschaft gewonnen hatte, führte diese Saison ohne Niederlage auf den Teamgeist zurück: "Ganz ehrlich, ich will in gar keinem anderen Team mehr spielen. Und dazu noch haben wir den besten Trainer, den ich bisher kennengelernt habe." Fast eine Stunde nach dem Triumph trat auch der Trainer Thomas Wörle vor die Journalisten.

Er trug ein sauberes Hemd ("Es ist immer gut, ein zweites dabei zu haben"), er sprach recht gefasst und doch emotional von einem "Wahnsinn" sowie davon, wie sehr er im Laufe der Saison der Glauben an die große Überraschung wuchs. Doch dem 33-Jährigen war nicht nur nach Feiern zumute, er hatte sich auch bereits Gedanken zur Zukunft gemacht: "Wenn wir so etwas noch einmal erreichen wollen, müssen wir uns verstärken, kein Zweifel", forderte er.

Seine Mannschaft spielt kommende Saison schließlich in drei Wettbewerben, inklusive Champions League, und das nach einer Weltmeisterschaft. Gut, dass die Bayern dieses Problem von ihrer Männermannschaft bestens kennen.

© SZ vom 11.05.2015/jbe/rus
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