Bundesliga:Kruses Lässigkeit prägt Union

1. FC Union Berlin v DSC Arminia Bielefeld - Bundesliga

Wenn’s läuft, dann läuft er: Max Kruse (rechts) sammelt bei Union Berlin Scorerpunkte.

(Foto: Maja Hitij/Getty Images)

Seine Art des Fußballs passt perfekt ins System: Max Kruse und der Außenseiterklub aus Berlin, das klappt erstaunlich gut, weil der Ex-Nationalspieler die Mannschaft auf ein neues Niveau hebt.

Von Jens Schneider, Berlin

Es gibt nach nur wenigen Saisonspielen eine Menge Statistiken, die viel über den Wert dieses Spielers sagt. Aber noch besser mehr lässt sich die herausragende Rolle von Max Kruse, 32, für Union Berlin mit dem Blick auf eine Szene erzählen, die ihm keinen Eintrag in einer Tabelle einbringen wird. Kein Tor, kein Assist - doch eine für das Spiel prägende Ballberührung. Erst zwei Minuten lief die Partie gegen Arminia Bielefeld an der Alten Försterei, im Mittelfeld flipperte der Ball zur neuen Nummer zehn der Berliner. Kruse berührte ihn nur kurz und riss mit einem raffinierten Heber die Bielefelder Abwehr auf, öffnete damit den Weg für seinen Mitspieler Sheraldo Becker, der frei in die Mitte passen konnte, wo Keita Endo zum ersten Berliner Treffer einschob.

Es war eine Eröffnung, wie man sie von dieser Mannschaft nicht kannte, bevor Kruse kam. Und es kam einiges hinterher an diesem Samstag, bis am Ende ein Rekordsieg stand, der höchste in der kurzen Historie von Union in der Bundesliga. Nach dem 5:0 gegen die Arminia sind sie sechs Spiele ungeschlagen, so gut platziert wie noch nie. Kruse erzielte in sieben Spielen drei Tore, fünf bereitete er vor.

Dabei wurde er anfangs nur ein- oder nach einer guten Stunde ausgewechselt. Er sei noch nicht fit genug, hieß es. Um so mehr fiel am Samstag auf, wie sehr er das Spiel seiner neuen Mannschaft schon prägt, die Mitspieler dirigiert, die danach in Interviews gern von seiner Spielintelligenz schwärmen. Nach einem schwierigen Jahr bei Fenerbahce Istanbul ist in Kruse ein Spieler in die Bundesliga zurückgekehrt, der eine Mannschaft auf ein höheres Niveau heben kann, wenn es passt.

So wie es mit Kruse und Werder Bremen passte, wo seine Ideen und seine enorme Präsenz noch zwei Jahre nach seinem Weggang fehlen. So sieht es nun in Berlin aus, wo seine habituelle Lässigkeit im Umgang mit Regeln bei Union offenbar eher auf Sympathie stößt, als dass sich jemand daran stören könnte. Es gibt um ihn wieder Geschichten über sportferne Eskapaden, egal. Kruse sei "immer der Letzte, der kommt", wenn sie sich treffen, erzählte Mitspieler Robert Andrich am Samstag - na, und? "Er tut uns gut", sagte Andrich bei Sky.

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