NBA-Playoffs gegen Golden State:Dallas geht an den Dreiern zugrunde

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NBA-Playoffs gegen Golden State: Steph Curry (rechts) zieht vorbei an Luka Doncic: Seine Warriors drehten am Ende die Partie in den NBA-Playoffs gegen Dallas.

Steph Curry (rechts) zieht vorbei an Luka Doncic: Seine Warriors drehten am Ende die Partie in den NBA-Playoffs gegen Dallas.

(Foto: Harry How/AFP)

Ein riesiger Vorsprung, viele Treffer von außen, doch dann geht plötzlich nichts mehr: Die Mavericks erleben in Spiel zwei der Serie gegen die Warriors einen Einbruch - und lernen eine wichtige Lektion des Basketballs.

Von Jonas Beckenkamp

So ein Spiel vergisst man als Basketballer nicht so schnell, mit diesem Schicksal müssen die Dallas Mavericks jetzt leben. Natürlich sind die Titelchancen der Texaner nach dieser zweiten Partie im NBA-Halbfinale gegen die Golden State Warriors noch nicht dahin, aber die Nachwirkungen dürften heftig sein. Das 117:126 in San Francisco bescherte dem Team um den Deutschen Maxi Kleber einen 0:2-Rückstand in der Serie - es war eine Niederlage der überflüssigsten Sorte. Und ein Fingerzeig dafür, dass man sich in diesem Sport nie zu sicher sein darf.

Mit 19 Punkten hatten die Gäste teilweise geführt, Dallas spielte den Favoriten vor heimischem Publikum fast eine Halbzeit lang mächtig daher. Es stand 53:34, Luka Doncic setzte wieder sein diabolisches Grinsen auf, seine Mitspieler entpuppten sich als Dreier-Geschwader und alles sprach für den nächsten Coup der Mavs. Der frühere Klub von Dirk Nowitzki versteht sich in diesen NBA-Playoffs ja als Schützenverein, fast jeder Dallas-Profi kann aus der Distanz Würfe treffen - und wenn dann noch Doncic gut drauf ist (ihm gelangen am Ende 42 Punkte), ist die Mannschaft ein Spektakel.

Das Problem ist nur: Basketball besteht nicht nur aus Dreipunktewürfen, es muss schon ein bisschen mehr zusammenpassen. Die Mischung muss stimmen. Und wer irgendwann nicht mehr trifft, gerät in Schwierigkeiten. "Wenn man vier Dreier nacheinander vergibt, darf man nicht den fünften versuchen", lautete hinterher das Urteil von Mavericks-Trainer Jason Kidd. Er haderte mit der Wurfauswahl seiner Akteure, die es schlicht übertrieben mit dem Dauerfeuer. "Und wenn du den fünften nimmst, musst du ihn machen. Wenn nicht, gibt es einen Blowout, das ist im dritten Viertel passiert."

Dallas wirft zu viele Dreier gegen Golden State - und nicht alle finden ihr Ziel

Jene Phase nach der Halbzeit tat fast schon weh beim Zusehen. Zu viele Versuche endeten mit jenem Geräusch, das kein Basketballer gerne hört: Klonk, der Ball prallte auf den Ring und von dort klaubte ihn ein Gegner auf. Man kann durch Dreier Spiele entscheiden, das haben die Mavs mit all ihren Scharfschützen namens Reggie Bullock, Jalen Brunson, Dorian Finney-Smith oder Kleber (der diesmal nur einen Schuss traf) allzu oft bewiesen. Man könne durch die Dreier aber auch "zugrunde gehen", so Kidd. 21 von 45 Versuchen rauschten am Ende durch die Reuse. Eigentlich keine schlechte Quote - doch als es zählte, ging nichts mehr.

Bei den Warriors um Stephen Curry (32 Zähler) trafen gleich sechs Spieler im zweistelligen Bereich. Punkt um Punkt arbeitete sich Golden State dank Andrew Wiggins, Klay Thompson, Kevon Looney und vor allem durch Anschub des immens starken Jungprofis Jordan Poole (23 Punkte) heran. "Die Erfahrung und die Chemie - wir haben diese Einstellung, dass wir nie wirklich draußen sind. Wir glauben an uns", sagte Curry nach dem 200. Playoff-Sieg in der Geschichte der Warriors. Als Otto Porter Jr. schließlich zum 86:85 traf, war dieses aufregende Duell gedreht.

Golden State holte sich das Schlussviertel 43:32, Dallas brach in sich zusammen. "Wir haben auswärts gegen eines der besten Teams der Liga gespielt", erklärte Jason Kidd, der geknickt wirkte, aber noch lange nichts entschieden sieht in dieser Serie. "Das passiert. Wir müssen uns jetzt nur auf Spiel drei konzentrieren." Das findet Montagnacht (3 Uhr) in Dallas statt und aus Mavs-Sicht kommt es vor allem auf eine Sache an: Der Ball muss auch mal unter den Korb zu den großen Jungs, sonst wirkt die Offensive zu eindimensional. "Live by the three - and die by the three", heißt es in den USA. Nur Dreier werfen, das kann mächtig schief gehen.

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