Basketball:Matchball München

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Zu viel Power für Ludwigsburg: NBA-Champion Serge Ibaka sammelte 14 Punkte für den Münchner Sieg. (Foto: Sandy Dinkelacker/Eibner/Imago)

Der FC Bayern gewinnt in Ludwigsburg und geht 2:1 in der Viertelfinalserie in Führung. Schon am Freitag kann der Pokalsieger mit einem Sieg das Halbfinale buchen.

Von Ralf Tögel

Die Basketballer des FC Bayern München sind ihrer Favoritenrolle im Kampf um die deutsche Meisterschaft gerecht geworden und befinden sich auf Kurs Halbfinale. Mit dem 84:73-Auswärtssieg bei den MHP Riesen Ludwigsburg ist der Pokalsieger mit 2:1 in der Best-of-five-Serie in Führung gegangen und hat am kommenden Freitag (20.30 Uhr) erneut in Ludwigsburg Matchball zum Einzug ins Halbfinale. "Am Freitag wird es noch härter", blickte Serge Ibaka am Mikrofon von Dyn voraus, der NBA-Champion war mit 16 Punkten bester Münchner Werfer: "Es ist immer hart, eine Serie zuzumachen, aber wir werden bereit sein."

Mit dem Begriff "Watschn" kann Bayern-Trainer Pablo Laso mangels Deutschkenntnissen zwar nicht viel anfangen, aber offenbar war die 98:102-Pleite zum Start in die Meister-Playoffs der nötige Weckruf für den Titelfavoriten. Denn nach dem 83:67-Sieg zum 1:1-Ausgleich finden die Bayern zusehends ihren Rhythmus. Erneut musste Laso zwar auf seine Guards Nick Weiler-Babb und Sylvain Francisco verzichten, dafür weiß er seit dem zweiten Vergleich, dass sein vielseitiger Weltmeister Isaac Bonga auch auf der Position des Spielmachers große Qualität hat.

Zudem überraschte der Bayern-Coach mit einer Zonenverteidigung und nahm so dem Gegner den Rhythmus. Die Riesen sind ein Team mit schnellen und flinken Guards, die das Eins-gegen-eins-Spiel suchen - womit sie den athletischen Münchnern um Serge Ibaka, Vladimir Lucic oder Devin Booker zuletzt Probleme bereiteten. Nun aber hatten die Gastgeber Schwierigkeiten zum Korb durchzukommen.

Berlin hat mit einem "Sweep" gegen den Vorjahresfinalisten Bonn das Halbfinale bereits gebucht

Die Bayern kontrollierten das Geschehen zunächst und erspielten sich ein Acht-Punkte-Polster nach dem ersten Viertel (26:18). Aber dann bekamen sie erneut zu spüren, welch unangenehmer Gegner diese Ludwigsburger sind. "Die kämpfen wie verrückt und geben nie auf", erklärte Elias Harris. Angeführt von Silas Melson, der mit 24 Punkten auch im dritten Spiel Riesen-Topscorer war, gestalteten die Gastgeber das Geschehen fortan ausgeglichen, verkürzten vor dem finalen Viertel sogar auf 53:57.

Aber der Kader der Bayern ist schlichtweg zu stark besetzt für ein Team wie Ludwigsburg, die bekanntermaßen erst über die Play-Ins als Achter und Letzter in die Meister-Playoffs einzogen. Vor allem unter den Brettern dominierten die Gäste, neben Ibaka waren Booker (15) und Harris (11) stark, zudem überzeugte Carsen Edwards (13) als Schütze. Und die Münchner waren jederzeit in der Lage, in der Defensive zuzulegen, wo sich vor allem Bonga mit mächtigen Blocks Bestnoten verdiente.

Im Gegensatz zum großen Favoriten müssen die Berliner keine Extraschicht einlegen: Alba hat bereits am Dienstagabend mit einem 93:86-Erfolg in Bonn gegen den Vorjahresfinalisten einen "Sweep" vollendet, so wird ein 3:0 in der Best-of-five-Serie genannt. Zuvor waren die Berliner schon in eigener Halle zweimal klar besser gewesen (94:68, 83:70). Den Gegner der Berliner machen der Überraschungsdritte Chemnitz und der ebenfalls starke Aufsteiger Rasta Vechta, Sechster nach der Hauptrunde, unter sich aus. Chemnitz führt vor der Donnerstagspartie in Vechta (18.30 Uhr) mit 2:1 Siegen. Sollten die Münchner die Runde der letzten Vier erreichen, wird der Gegner in der Serie von Meister Ulm gegen Würzburg ermittelt.

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