Masters:Kein Wort von kaltem Wind

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Masters: Will noch ein paar Jahre weitermachen: Bernhard Langer.

Will noch ein paar Jahre weitermachen: Bernhard Langer.

(Foto: David Cannon/AFP)

Bernhard Langer scheitert in Augusta zwar am Cut - ist allerdings noch nicht bereit, deshalb abzutreten. Mithalten kann der 64-Jährige an seinen besten Tagen weiterhin.

Von Felix Haselsteiner

Eines hat sich seit 1982 nicht verändert: Bernhard Langers Ehrgeiz. Vor 40 Jahren nahm der damals 24-Jährige zum ersten Mal am Masters Teil, damals noch als einer der wenigen Europäer, die eine Einladung erhielten. Es war fast schon Pionierarbeit, die Langer leistete: Solche Grüns wie in Augusta, erinnerte er sich unter der Woche, hätte er zuvor noch nie gesehen. Er habe sich so unwohl gefühlt "wie ein Fisch, den man aus dem Wasser genommen hatte". Eine Serie an schlechten Putts auf den welligen Grüns sorgte damals dafür, dass der Deutsche den Cut verpasste und bereits am Freitag abreisen musste. Bei der Abfahrt habe er sich jedoch geschworen, wieder zu kommen und besser zu spielen.

39 Mal hat Langer das seitdem getan, auch 2022 war er wieder am Start, mit 64 Jahren als ältester Spieler im Feld. Langer gewann in seiner Karriere zweimal das Masters und erreichte neunmal ein Top-10 Ergebnis. Er ist längst eine Legende auf den Grüns in Augusta, die er anfangs nicht beherrschte - und die ihm auch in diesem Jahr mal wieder Schwierigkeiten bereiteten. Mit einem Ergebnis von acht Schlägen über Par verpasste Langer den Cut.

Um weiterzukommen, war sein Spiel auf den Grüns diesmal zu schwach

Es zeugt von seinem Ehrgeiz, dass er nach seiner Runde nicht nur darüber sprach, wie schlecht das Wetter gewesen sei und nicht den kalten Wind als Hauptgrund für sein Ausscheiden anführte - auch wenn das möglicherweise legitim gewesen wäre: Die besten Spieler im Feld taten sich in den Bedingungen schwer, gute Runden zu spielen. Auch Masters-Sieger wie Jordan Spieth und Zach Johnson scheiterten am Cut. Tiger Woods schaffte es zwar ins Wochenende, fiel am Samstag allerdings bei ebenso widrigen Bedingungen weit zurück und wird bei seinem Comeback somit keine Spitzenplatzierung schaffen.

Augusta ist für jemanden wie Langer, der nicht mehr so weit schlagen kann wie die jungen Konkurrenten, noch einmal schwieriger zu bespielen, wenn die Verhältnisse schlecht sind. Ja, er habe "lieber einen harten Platz und schnelle Grüns", gab er zu. Aber, so Langer, sein kurzes Spiel sei einfach nicht gut genug gewesen in den zwei Tagen. Kurze Putts, die am Loch vorbeilaufen, ärgern ihn immer noch sichtlich, er geht in solchen Fällen ohne aufzuschauen schnell vom Grün runter - es sind kleine Fehler, die er sich in seinem Alter nicht erlauben darf, wenn er erfolgreich mitspielen will.

Im hohen Alter ließ er dennoch auch diesmal zahlreiche Top-Spieler hinter sich, unter anderem den formlosen Bryson DeChambeau oder den talentierten Südafrikaner Garrick Higgo. Solange das noch der Fall ist, will Langer seine lebenslange Startberechtigung nutzen, um weiterhin anzutreten: "Zwei, drei Jahre gebe ich mir noch, und solange ich das Gefühl habe, hier mit den Jungen mithalten zu können, werde ich auch noch spielen", sagte er. Wenn irgendwann der Zeitpunkt käme, an dem er keine Chance mehr habe, den Cut zu schaffen, würde er nicht mehr spielen, lautete Langers Ausblick in die Zukunft.

Das kann man jedoch auch als Ansage verstehen. Noch ist es nämlich nicht so weit, dazu steckt in dem 64-Jährigen noch zu viel Energie - erst im letzten Jahr gewann er erneut die hochangesehene Gesamtwertung auf der US-Senioren-Tour. Noch sieht Bernhard Langer sich daher in der Lage, mithalten zu können. Insbesondere auf den Grüns in Augusta, auf denen er sich an seinen besten Tagen bis heute so gut fühlt wie ein Fisch im Wasser.

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