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Maßnahmen gegen den FC Bayern:"Zieht den Bayern die Lederhosen an!"

FC Bayern München

Gute Laune beim Betriebsausflug: Die Bayern-Profis posieren vor dem Anpfiff des Champions-League-Spiels bei Arsenal London.

(Foto: AFP)

Was kann man tun, um die Übermacht des FC Bayern zu stoppen? Beziehungsweise: Kann man überhaupt etwas tun? Über solchen Fragen müsste sich dringend mal eine internationale Krisenkonferenz den Kopf zerbrechen. Oder hat sie das vielleicht schon?

Aufgrund der geschäftsschädigenden Übermacht des FC Bayern in sämtlichen Wettbewerben haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) zu einem internationalen Krisentreffen eingeladen. An dem Geheimgespräch im Oval Office an der Otto-Fleck-Schneise (Frankfurt) nahmen außer führenden Funktionären von Uefa und Fifa auch Experten des Bundesinnenministeriums, des Technischen Hilfswerks und der Nato teil, außerdem Vertreter der Großindustrie, des Oligarchen-Verbandes sowie Ursula von der Leyen.

Die Tagung wurde von mehreren Arbeitsgruppen vorbereitet und nun, nach Bayerns 2:0-Sieg beim FC Arsenal, umgehend einberufen. Im Sitzungsprotokoll, das der SZ vorliegt, wird "eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung" festgestellt, "wirksame Gegenmaßnahmen" gegen die Münchner Dominanz seien "unbedingt erforderlich". Die SZ dokumentiert das Protokoll in voller Länge.

Aktionen und Sanktionen

Unter der Überschrift "Aktionen und Sanktionen" wurden zunächst Anregungen der Spiel-Kommission behandelt. Interventionen müssten "sensibel erfolgen", heißt es da, sie dürften "nicht den Geist des Spiels verletzen". Abgelehnt wurde deshalb der Antrag, Torschüsse von Toni Kroos einem Tempolimit zu unterwerfen und Verstöße per Bußgeld zu ahnden. Außerdem sei hierin kaum Drohpotenzial zu erkennen, hieß es, gegen derartige Strafen sei Bayern "neuerdings bei der Allianz versichert".

Angenommen wurde der Vorschlag, die Anzahl der Ballkontakte pro Spieler auf unter 100 zu begrenzen, "das wird den Guardiola verrückt machen", applaudierte ein Zwischenrufer. Konkret wurde über einen Chip im Ball diskutiert, der dem Referee die Überschreitung der Ballkontaktzahl melden könnte. Hierüber wurde keine Einigkeit erzielt, weil, so gaben Vertreter der Nato und des Technischen Hilfswerks zu bedenken, der potenzielle Chip-Produzent Adidas "ja bei Bayern mit im Boot sitzt".

Zwiespalt erzeugte ein Einwurf aus der Schiedsrichterkommission, wonach "der Brych oder ein anderer mal wieder ein paar Phantomtore pfeifen" könne. Die Runde äußerte Sympathie für den Vorschlag ("Dann rastet der Sammer wieder aus") aber auch praktische sowie rechtliche Bedenken. Es bringe nichts, mögliche Tobsuchtsanfälle von M. Sammer mit einem Abzug von zehn Punkten zu bestrafen, weil - so ein Teilnehmer - "die dann statt 40 halt nur noch 30 Punkte Vorsprung haben". Außerdem verwies der Fifa-Vertreter auf die "dann unvermeidliche und unerträgliche Fernsehbeweisdebatte". Einstimmig beschlossen DFB und DFL dagegen die sofortige Aufnahme des letzten Bayern-Besiegers Red Bull Salzburg ("stinkreich") sowie von Red Bull Leipzig ("steinreich") in die erste Bundesliga.

Auf allgemeine Begeisterung stieß zunächst auch die Empfehlung, künftig ausschließlich für Bayern-Gegner die Bolzplatzregel "Drei Ecken = Elfmeter" zuzulassen. Zwei Argumente brachten den Plan nach turbulenter Debatte und anschließender Kampfabstimmung allerdings zu Fall; erstens, so wurde angemerkt, gebe es sowieso keinen Gegner, der gegen Bayern drei Ecken heraushole; und zweitens würden die Elfmeter sowieso von Manuel Neuer gehalten. Etwaige Regelungen, welche die Qualitäten von Philipp Lahm einschränken könnten, wurden ebenfalls nicht verabschiedet ("aussichtslos").

Auch ein sog. Drei-Punkte-Plan wurde nach längerer Diskussion verworfen. Juckpulver in den Trikots, Stinkbomben in der Kabine, Furzkissen auf der Trainerbank - das wurde zunächst als vielversprechend eingeschätzt ("Die BILD kann dann schreiben: Pups Guardiola", so ein Teilnehmer). Der Einwand, dass Franck Ribéry solche "Späße" jeden zweiten Tag mache, beendete dann aber das Thema.

Intrigen und Sabotage

Viel Interesse fanden die Anregungen der DFB-Abteilung "Intrigen und Sabotage" unter Leitung von Dr. Zwanziger. Die Idee, durch die Veröffentlichung der jeweiligen Gehaltszahlungen Neid und Missgunst im Team herzustellen, wurde allerdings einhellig abgelehnt ("bringt nichts - macht die Sport-Bild alle vier Wochen"). Ebenso abgelehnt wurde das Angebot eines zugeschalteten Vertreters des Bundes deutscher Fußball-Lehrer, wonach der DFB sich nachträglich weigern könnte, die spanische Trainerlizenz Pep Guardiolas anzuerkennen und als Ersatz eine Doktorarbeit in deutscher Sprache zu fordern. Ein hinzugezogener Experte der Kultusministerkonferenz gab zu bedenken, dass die Bayern auf die Idee kommen könnten, die Doktorarbeit hilfsweise von M. Sammer verfassen zu lassen. Diese Vorstellung wurde allgemein als bedrohlich eingestuft.

Vertagt wurde die Idee, Arjen Robben gefakte Mails weiterzuleiten, in denen Guardiola den Vorstand auffordert, den Vertrag des Holländers nicht zu verlängern. Außerdem regte ein Teilnehmer an, alte Zeitungsartikel erscheinen zu lassen, in denen die Führungsspielerqualitäten von Bastian Schweinsteiger bezweifelt werden.