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Marketing mit Fußballern:Facebook und Twitter als Parameter

Özil, der bis in den vorigen Sommer für Nike geworben hat, wird von Adidas als enormer Gewinn gesehen. Der 24-jährige Mittelfeldspieler ist ein veritabler Weltstar, der junge Menschen auf dem ganzen Globus erreicht. Deshalb wird er von den Vermarktern nicht nur in Toren und Vorlagen gemessen, sondern in den Zahlen seiner sozialen Kontakte. "Facebook und Twitter sind die neuen Parameter in dieser Branche", sagt ein Experte.

Özil hat doppelt so viele Facebook-Freunde wie Schweinsteiger, Götze und Philipp Lahm zusammen, 10,5 Millionen haben sich auf seiner Seite eingeschrieben, er parliert viersprachig mit ihnen: Deutsch, Spanisch, Englisch, Türkisch. Als Werbeträger ist er eine Persönlichkeit mit attraktiven Eigenschaften. Er spielt für den weltweit berühmten Klub Real Madrid und in der ruhmreichen deutschen Nationalelf (die jeweils von Adidas ausgerüstet werden), und im Land seiner Väter ist er auch gegenwärtig.

Es ist nicht ungewöhnlich, in der Türkei Kinder und junge Männer zu sehen, die ein DFB-Trikot mit seinem Namen tragen. So gibt es auch eine Verbindung in die islamische Welt, die nicht zuletzt dadurch gepflegt wird, dass er auf seinen Plattformen regelmäßig Fotos mit seinen arabisch-stämmigen Kollegen Sami Khedira und Karim Benzema veröffentlicht.

Was er seinen Freunden und Followern mitteilt, darüber entscheidet er wohl nicht ganz allein. Özil ist im Grunde ein scheuer Typ. Ihm würde es vermutlich genügen, Fußball zu spielen und ein gutes Leben zu haben. Aber er ist eine öffentliche Person, er braucht Schutz, und dazu muss man mitunter ein Stückchen Privates offenbaren. So hat er neulich erstmals ein Foto mit seiner Freundin publiziert, versehen mit der galanten Anmerkung: "The sexiest curve on her body is her smile" - prägnant übersetzt: Ihre schönste Kurve ist ihr Lächeln.

Solche Mitteilungen an die Verehrer(innen) und an die Regenbogenpresse organisiert Özils Vater Mustafa, der nach der Trennung von dem Spieleragenten Reza Fazeli vor zwei Jahren die Geschäfte des Sohnes übernommen hat. In der Branche hat man das mit Zweifeln vernommen, aber Mustafa Özil hat die Skeptiker belehrt. Er hat in Düsseldorf eine Management- und eine Marketinggesellschaft gegründet und holt sich dazu den Rat, den er braucht, und er ist auch nicht so vermessen, ohne die Hilfe von Anwälten und Experten mit Real Madrid in die Verhandlungen um die Verlängerung des ohnehin bis 2016 laufenden Vertrages zu ziehen.

Den Abschluss mit Adidas hat angeblich aber Mustafa Özil weitgehend selbst betrieben. Und der nächste große Werbepartner soll schon in Sicht sein, ein großes deutsches Automobilunternehmen, das ebenfalls der Nationalmannschaft verbunden ist. Vermutlich wird ihm Ferrari trotzdem kostenlos die neuesten Modelle zur Verfügung stellen.

© SZ vom 15.07.2013/jbe
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