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Mario Gomez beim VfB:Gomez hat zuletzt fünf Tore geschossen, aber nur eines galt

Nachdem die Stuttgarter gewohnheitsmäßig früh in Rückstand geraten waren (Frey/10.), wurden ihnen erneut zwei Tore durch den VAR entwendet: erst der vermeintliche Ausgleich durch den Japaner Endo, weil - wer sonst - Mario Gomez zuvor Nürnbergs Behrens regelwidrig geblockt hatte; anschließend ein Tor von - wem sonst - Mario Gomez, der bei einem Flugkopfball hauchzart oder vielleicht auch hauchdünn im Abseits gewesen war.

Stuttgarts Trainer Tim Walter ist später sehr stolz auf die Moral seiner Elf gewesen, die durch Tore von Silas Wamangituka (58./Elfmeter, selbstverständlich nach Videobeweis), Mario Gomez (59.) und Philipp Förster (72.) noch zu einem angemessenen Sieg kam und nun punktgleich mit dem HSV auf Rang drei liegt. Vor allem Gomez durfte sich angesprochen fühlen, von dem man zuletzt gar nicht mehr wusste, ob er noch Spieler ist oder nur noch ein cooler Onkel, der so nett von früher erzählt. "Mario verlernt es nicht. Er hat sich für seinen Aufwand belohnt und bringt jetzt das, was wir von ihm erwarten", sagte Tim Walter.

Tatsächlich wirkte Gomez verblüffend verjüngt, nachdem er zuletzt noch verblüffend gealtert gewirkt hatte. Gegen Nürnberg führte ihn sein Instinkt wieder in jene Räume, die ihm zuletzt verschlossen geblieben waren, er wirkte griffig und gierig, er zog die zuletzt kriselnde Elf von vorne.

Wer Gomez kennt und die Amplitude in seiner Karriere verfolgt hat, ahnt den Grund: Gomez ist ein sturmerprobter Haudegen, aber mitunter auch hauchzart oder hauchdünn besaitet, und es inspiriert ihn sehr, wenn ihm ein kritischer Trainer plötzlich wieder vertraut. Dreimal nacheinander stand Gomez jetzt in der Startelf, er hat dabei fünf Tore geschossen, auch wenn nur eines zählte. Sein Tor gegen Nürnberg hätte der VAR mit etwas Boshaftigkeit übrigens auch aberkennen können, weil Stuttgarts Endo zuvor einen harten Zweikampf mit Nürnbergs Geis bestritten hatte - aber wahrscheinlich hätte Gomez an diesem Abend einfach noch ein Tor geschossen.

© SZ vom 11.12.2019/sonn
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