Mario Götze beim FC Bayern Zurückgezogen ins dicke Fell

Kommt nicht an bei den Bayern: Mario Götze

(Foto: AFP)
  • Durch die Verletzung von Arjen Robben und Franck Ribéry muss Mario Götze beim FC Bayern mehr Verantwortung tragen.
  • Bisher überzeugt der 22-Jährige aber noch nicht, Pep Guardiola lässt ihn im DFB-Pokal gegen Dortmund auf der Bank.
  • Nach mäßigen Leistungen und Kritik zieht sich der ohnehin introvertierte Götze immer weiter zurück.
Von Thomas Hummel, Barcelona

Man könnte sagen: Mario Götze traf als einziger Bayern-Spieler im Elfmeterschießen gegen Dortmund das Tor. Man könnte sagen: Mario Götze erspielte sich als Einziger in Leverkusen zwei klare Chancen.

Doch das sagt zurzeit niemand.

Mario Götze ist 22 Jahre alt und damit in einem Fußballeralter, das durchaus für schwankende Formkurven bekannt ist. Man könnte sagen: Mit 22 kann man schon mal einen Durchhänger haben. Sagt aber zurzeit auch niemand.

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Der junge Mann wechselte vor zwei Jahren für 37 Millionen Euro zum FC Bayern. Dieser Satz erklärt alles, worüber die Leute reden, wenn sie über Mario Götze reden. Gerade jetzt, vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona. In einer Phase, in der so viele andere teure und schicke Kollegen in der Mannschaft verletzt (Ribéry, Robben, Alaba) oder lädiert (Lewandowski) sind. In einer Phase, in der ihn der FC Bayern so dringend bräuchte wie nie in diesen zwei Jahren. In der Mario Götze aber nicht liefert.

"Heute nicht, bitte", sagt Götze

Nach dem absurden Pokal-Aus gegen Borussia Dortmund kam er fast als einer der Ersten aus der Kabine. Nicht nur das Aus des Vereins, auch der spezielle Abend des Mario Götze bewirkte eine Art Flucht. Wie schon in der Bundesliga hatte ihn Trainer Pep Guardiola gegen seinen früheren Klub auf der Bank gelassen, dafür spielte rechts vorne Mitchell Weiser. Und er wäre vielleicht auch gar nicht eingewechselt worden, hätte Arjen Robben nicht seinen elenden 16-Minuten-Einsatz gehabt. Als letzter kam Götze auf den Platz. Trat dann dennoch mutig zum Elfmeterschießen an - und scheiterte an Torwart Mitch Langerak.

Götze zog sich danach einen roten Kapuzenpulli weit in die Stirn, erinnerte ein wenig an einen Eisschnellläufer. "Heute nicht, bitte", sagte er zu den wartenden Reportern. Schnell weg hier, schnell hinauf zu seiner Freundin und den Vertrauten.

Götze wirkt unnahbar wie ein Fifa-Funktionär

Es ist der Götze, wie ihn viele aus der Weltmeisterschaft in Brasilien kennen. Nach mäßigen Leistungen und der folgenden Kritik wirkte er unnahbar wie ein Fifa-Exekutivmitglied. Er ist ohnehin introvertiert, doch läuft es für den Fußballer Götze schlecht, scheint auch der Mensch Mario zu verschwinden. Dem Magazin 11Freunde sagte er zuletzt: "Man muss sich in dieser Branche ein wahnsinnig dickes Fell zulegen." Unter dieses Fell hat er sich jetzt wieder zurückgezogen.

Es folgte Leverkusen, wo jeder, der spielte, das Gefühl haben musste, zur C-Elf des Klubs zu gehören. Götze war dabei, er lief zweimal alleine aufs gegnerische Tor zu. Einmal stupste er den Ball so harmlos in Richtung leeres Tor, dass die zurückgeeilten Verteidiger den Ball hätten stoppen können. Einmal rutschte er beim Schuss aus. Er waren Momente der Verzagtheit, ohne Selbstvertrauen, als würde ihn die Versagensangst übermannen.