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Marco Reus:"Ein bisschen Kreuzband"

Ein Pokal! Es ist ein Pokal! Marco Reus kann gar nicht glauben, was er da in der Hand hält.

(Foto: Tobias Schwarz/AFP)

Der Dortmunder Pechvogel soll sich im Finale einen Teilriss des Kreuzbandes zugezogen haben. Der Titel ist ein Trost.

Von Javier Cáceres

Bob Marley war schon fast auf den Tag genau seit acht Jahren tot, als Marco Reus am 31. Mai 1989 in Dortmund das Licht der Welt erblickte. Doch ein paar Songs der jamaikanischen Reggae-Legende scheint Reus, heute Stürmer bei Borussia Dortmund, nachgehört und schätzen gelernt zu haben. Zumindest kann er die Zeilen von Marleys "Three Little Birds" mitsingen, wie sich aus dem Video schließen lässt, das nach dem Pokalsieg des BVB gegen Eintracht Frankfurt am späten Samstagabend in der Kabine entstand und von der Dortmunder PR-Abteilung am Sonntag den Medien zugespielt wurde.

"Don't worry/about a thing/'Cause every little thing/gonna be all right", sang der Reustafari, und die mit karibischen Rhythmen unterlegte Weise von der Sorglosigkeit, die angebracht sei, weil alles schon wieder in Ordnung kommen werde, war insofern passend, als Reus mal wieder eine Verletzung erlitten hatte. Er, der unter anderem die Weltmeisterschaft 2014 und die Europameisterschaft 2016 wegen Blessuren verpasst hatte, war in der achten Minute des Finales - beim Pass auf Lukasz Piszczek, der dem 1:0 durch Ousmane Dembélé voranging - im Rasen hängen geblieben.

Aubameyangs Siegtreffer sah Reus mit bandagiertem Knie

Reus ließ sich immer wieder behandeln, zur Halbzeit musste er sich abmelden. "Es hat nicht irgendwie knacks gemacht, es hat sich nicht so angefühlt, als wäre irgendwas gerissen, aber ich konnte nicht mehr sprinten", sagte Reus. Das Siegtor, das sein Freund Pierre-Emerick Aubameyang (67.) auf das zwischenzeitliche 1:1 (Ante Rebic/29.) folgen ließ, erlebte Reus auf der Ersatzbank, mit bandagiertem Knie. "Ich weiß nicht, warum der Junge jedes Mal wieder durch so was geplagt wird. Ich wünsche mir jetzt einfach, dass da nicht das Schlimmste rauskommt bei den Untersuchungen", sagte Kapitän Marcel Schmelzer.

Am Sonntagabend hieß es laut Bild, Reus habe einen Teilriss des Kreuzbandes erlitten. Prognose: sechs bis acht Wochen Pause. Damit hatte Reus wohl das richtige Gespür. Er habe "vielleicht ein bisschen Kreuzband", hatte er selbst diagnostiziert, doch das interessierte ihn später nur noch am Rande. "Ich freue mich unmenschlich", sagte er, was sich daraus erklärte, dass er in seiner Karriere zuvor vier Endspiele gespielt und alle verloren hatte. "Wir haben vielleicht unser schlechtestes Spiel gemacht heute, aber das ist egal. Wir haben den Pott endlich wieder nach Dortmund geholt."

© SZ vom 29.05.2017

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