bedeckt München
vgwortpixel

Marc-André ter Stegen in Barcelona:Torwart made in Germany

Marc-André ter Stegen FC Barcelona Borussia Mönchengladbach

Exportschlager? Vielleicht. Marc-André ter Stegen in Barcelona.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Torhüter aus Deutschland wurden weltweit immer bewundert, aber ein Exportschlager waren sie erstaunlicherweise nie. Mit seinem Wechsel zum FC Barcelona könnte Marc-André ter Stegen den deutschen Keeper im Ausland jetzt salonfähig machen.

Die Bilder von Manuel Neuer mit Armschlinge hat Marc-André ter Stegen natürlich gesehen, aber zurzeit geht er nicht davon aus, dass die Bilder seinen Sommer verändern werden. Sein Sommer wird ja aufregend genug, auch ohne eine WM in einem Land namens Brasilien, in dem sie den Wert von Torhütern sowieso nicht verstehen. Ter Stegen steht nicht auf der vorläufigen Kaderliste von Joachim Löw, er ist der Torwart, den man sich in Klammern dazudenken muss.

Beim Polen-Länderspiel ist er kürzlich dabei gewesen, womit sein Status quasi aktenkundig ist: Er ist der Mann, der ins Tor darf, wenn Manuel Neuer und Roman Weidenfeller wegen eines Pokalfinales fehlen und Ron-Robert Zieler nur eine Halbzeit spielen soll. Zieler ist nicht so spektakulär begabt wie ter Stegen, aber er verfügt in seltener Vollständigkeit über die Tugenden "Qualität", "Unauffälligkeit" und "Diskretion" - Muster-Eigenschaften eines dritten Torwarts, dessen Jobprofil es ist, gut zu trainieren, unfallfrei die Ersatzbank anzusteuern und keine Interviews zu geben.

DFB-Elf in der Einzelkritik

Staatsmann in der Formkrise

Marc-André ter Stegen ist viel zu außergewöhnlich für diese Rolle. Einer, der so viel Temperament besitzt und im Spiel täuschend echte Kahn-Grimassen schneiden kann, muss erster Torwart sein. Sollte sich Manuel Neuers Schulter wider Erwarten doch nicht als turniertauglich erweisen, würde ter Stegen als Nachrücker doch noch in Löws WM-Kader rutschen, aber um seinem Sommer einen Sinn zu geben, braucht er die WM nicht unbedingt.

Marc-André ter Stegen muss sich im Sommer vorbereiten. Er muss sich hineindenken in das, was kommen wird. Ter Stegen, 22, wechselt im Sommer von Mönchengladbach zum FC Barcelona.

Es war nicht viel mehr als eine Vollzugsmeldung, die der FC Barcelona jetzt herausgegeben hat, die Branche weiß seit geraumer Zeit Bescheid. Der Abschied von Torwart Victor Valdes, 32, steht lange fest, der Abschied seines Stellvertreters José Manuel Pinto, 38, ebenfalls, auch ter Stegens Wechsel gilt seit Monaten als verabredet. Aber in Barcelona haben sie erst das Ende des Titelkampfes abgewartet, bevor sie mit Verkündungen aller Art an die Öffentlichkeit gegangen sind.

Ob die Öffentlichkeit aber mitbekommen hat, dass bald ein spektakulärer Keeper mit einem Fünfjahres-Vertrag und dem Talent zur Kahn- Grimasse in die Stadt kommt? Seitenweise berichten die Zeitungen über die Rückkehr des früheren Spielers Luis Enrique, der jetzt Trainer bei Barça wird. Gründlich berichten sie über den 20-jährigen Stürmer Gerard Deulofeu, der nach einem Auslandssemester in Everton heimkehrt.

Über Marc-André ter Stegen berichten die Zeitungen, als sei er Ron-Robert Zieler. Er kommt in den Geschichten nur am Rande vor, auch auf der Homepage des FC Barcelona steht er im Kleingedruckten.