Im Lichte dessen, was der Kenianer Sabastian Sawe und der Äthiopier Yomif Kejelcha am Sonntag in Londons Zentrum veranstaltet hatten, wirkten sie danach in jedem Fall angemessen gezeichnet. Waren manche ihrer Vorgänger nach den Rekordjagden über die 42,195 Kilometer schon mal ins Ziel gestürmt, als hätten sie gerade eine längere Joggingrunde durch den Stadtpark hinter sich, so wirkten Sawe und Kejelcha wie Forscher, die sich wochenlang im Stile Alexander von Humboldts durchs Amazonas-Gebiet geschlagen hatten, von Krokodilen verfolgt und von Moskitos ausgesaugt – und die jetzt zu schwach waren, um sich einander zu ihren Heldentaten zu gratulieren.
Marathon-WeltrekordDer Zweiklang aus Zweifel und Bewunderung
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Zweimal unter zwei Stunden: Sabastian Sawe (rechts) lief in London als Erster ins Ziel - dass auch der Äthiopier Yomif Kejelcha in 1:59:41 Stunden den alten Weltrekord unterbot, geht als Fußnote in die Geschichte ein.
Henning von Jagow/Action Plus/Imago1:59:30 Stunden: Die Leichtathletik feiert Sabastian Sawes Fabel-Marathon-Weltrekord. Der Kenianer erfüllt alle Klischees afrikanischer Langstreckenläufer – und geht mit Fragen zumindest offensiver um als viele Kollegen.
Von Johannes Knuth
