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Maradona bei der Fußball-WM:"Unsere Spieler haben mit ihren Herzen gespielt"

Die große Mehrheit an argentinischen Fans trieb im Stadion jedoch die eigene Mannschaft an mit einer einschüchternden Atmosphäre, die einem Spiel zweier rivalisierender Stadtklubs in Buenos Aires ähnelte. Die Stimmung trieb das Team an, ein Aufgeben kam nicht in Frage. Die Unsicherheit in der Spielanlage war offensichtlich, den defensiv orientierten Spielern um Javier Mascherano mangelt es an technischer Fertigkeit, um die vielen Ausnahmespieler im Angriff in Szene zu setzen. Den zweiten Durchgang verbrachte Argentinien fast dauerhaft in Nigerias Hälfte. Aber erst mit der Einwechslung des zweiten Mittelstürmers Sergio Agüero (80.) bekam das Team im Angriff eine Wucht, aus dem das Weiterkommen resultierte.

Bei der entscheidenden Hereingabe zog Agüero mehrere Gegenspieler auf sich, was Rojo am ballentfernten Pfosten den notwendigen Freiraum für das entscheidende Tor einbrachte. "Ich wusste, dass Gott mit uns ist und uns nicht verlassen würde", sagte Messi, "trotzdem waren wir beunruhigt, weil uns die Zeit davonlief. Für uns stand viel auf dem Spiel und deswegen war die Erleichterung so groß." In der Schlussphase kickte Nationaltrainer Jorge Sampaoli eine Trinkflasche aufs Spielfeld, dazu flog ein Ersatzball von der argentinischen Bank aus auf den Platz, um die aufreibende Begegnung unter Kontrolle zu bekommen. "Unsere Spieler haben mit ihren Herzen gespielt. Sie waren wahrhaftige Rebellen, sie waren wirklich mutig, und diese Courage hat das zweite Tor ermöglicht", sagte Sampaoli.

"Halte durch, argentinisches Herz, halte durch", stand in der argentinischen Zeitung La Capital. Die spanische AS sprach von einem "Extra-Leben" für Messi, die brasilianische Sportzeitung Lance schrieb: "Drama und unwahrscheinlicher Held: Argentinien im Achtelfinale. Ein Tor von Messi, ein Maradona im Delirium, ein Leiden und ein Held in der 40. Minute der zweiten Halbzeit".

Für das Weiterkommen war allerdings auch das 2:1 für Gruppensieger Kroatien gegen Island nötig: Bei einem eigenen Sieg hätte sich nämlich Island anstelle Argentiniens für die nächste Runde qualifiziert. Der zweifache Weltmeister trifft am Samstag nun auf Frankreich im Achtelfinale. Voraussichtlich wieder mit Diego Maradona auf der Tribüne.

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