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FC Bayern:Neuer muss ohne seinen besten Kumpel in die neue Saison

Manuel Neuer ist kein Sportler, der immerzu nach Heldenverehrung verlangt, aber ungewohnt war die Situation schon, dass ständig der Anteil des Torwarts seziert wurde, wenn der FC Bayern ein Gegentor bekam, und dass dann immer wieder und nicht selten mit dramatischen Tönen der Gesundheitszustand des im WM-Jahr fast eine Saison lang absenten Kapitäns thematisiert wurde. Als er sich im Frühling in einem Spiel bei Fortuna Düsseldorf einen Muskelfaserriss zuzog, kursierten sofort wilde Spekulationen, und mancher Kenner ahnte schon die bevorstehende Rücktrittserklärung.

Kroth: "Wir haben gewusst: Nach der einjährigen Pause wird eine Verletzung irgendwann kommen - Manuel ist im Jahr davor fast sechs Monate an Krücken gelaufen. Leider war es dann ein unglücklicher Zeitpunkt. Dabei ist es doch so, dass nach einer langen Verletzungspause oft auf ein Hoch eine schwächere Phase folgt. Zudem gab es für ihn als Kapitän auch im Verein vieles zu bewältigen: neuer Trainer, Aufbau einer neuen Mannschaft, Schaffung neuer Strukturen. Das zehrt."

Wie schnell sich andererseits die öffentliche Wahrnehmung dreht, das hat Neuer erfahren, als er im Pokalfinale gegen Leipzig und in zwei Länderspielen ein paar seiner typischen Kunststücke vorführte. Diese gelungenen Momente dürften ihn in seinem Selbstbewusstsein bestätigt haben, weitere Interpretationen erübrigen sich jedoch. Neuer war genervt, als er vor allem während der Hinrunde der Vorsaison immer wieder Gegentore bekam, die hin und wieder den Verdacht erweckten, als habe der Torwart seine Superkräfte verloren, aber er hat sich nie in einer Schaffenskrise gesehen. Die Konkurrenz-Situation mit Marc-André ter Stegen in der Nationalelf beeindruckt ihn daher allenfalls geringfügig. Auch die gerüchteweise verbreiteten Meldungen, die Bayern suchten bereits einen Nachfolger und hätten dazu den Schalker Alexander Nübel ausersehen, nimmt Neuer denkbar gelassen auf, er hat immer schon für ein starkes Torhüterteam votiert, das ihn im Training fordert.

Nun werden viele seiner langjährigen Mitspieler beim FC Bayern nicht mehr da sein, wenn er wieder das Training aufnimmt, der Umbruch hinterlässt Lücken in der Kabine. Den Brasilianer Rafinha, seinen besten Kumpel im Team, wird Neuer vermissen, doch vor allem ist er daran interessiert, dass die leeren Plätze wieder adäquat gefüllt werden. Der FC Bayern sollte sich dessen bewusst sein, meint Thomas Kroth: "Manuel will und braucht eine Aufgabe, ein fixes Ziel."

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