bedeckt München 18°
vgwortpixel

Manchester City:Der Fußball hat ein Problem mit Doping

Einzig Guardiolas Klub schaffte es, trotzdem wegen Verstoßes gegen Doping-Regeln angeklagt zu werden. Manchester City meldete wiederholt die Aufenthaltsorte des Teams und einzelner Spieler nicht korrekt. Ohne diese Angaben können keine unangekündigten Kontrollen stattfinden.

Keine Bange, auch hier wird sich ein Dreh finden. Wie für den Fall Nasri: Der Marktwert des Franzosen beträgt rund 20 Millionen Euro, das wird kein Dopingtest versenken. Wie naiv es ist zu glauben, im Fußball könnte je hart getestet werden, lässt sich an einer schlichten Tatsache festmachen: Eine Dopingsperre für Stars wie Messi, Neymar, Pogba würde über Nacht einen dreistelligen Millionenbetrag vernichten. Schwer vorstellbar in einer Branche, die sich selbst kontrolliert.

Test-Blackout in Spanien

Der Fußball hat ein Problem mit Doping. Aber nicht mit Dopingfällen. Das zeigt gerade wieder der Umgang von Fifa und Uefa mit dem Test-Blackout in Spanien. Ausgerechnet dort, wo der Fußball in der Affäre um den Blutdoktor Eufemiano Fuentes fast unterging, hätte der spanische Staat nicht hastig die Akten geschlossen, ließ man die Dinge einfach laufen. Ausgerechnet dort, wo Liga und Nationalteam eine Dekade lang alles dominiert haben.

Das weist bereits auf die WM 2018 in Russland. Dort führt Witali Mutko Regie. Das ist der Mann, der im Report des Wada-Chefermittlers Richard McLaren als Kopf des staatlich orchestrierten Dopingbetrugs skizziert wird. 33 Verdachtsfälle im russischen Fußball sind aktenkundig, einige sogar in der Junioren-Nationalauswahl. Russlands überalterte Auswahl dümpelt derzeit auf Weltranglistenplatz 61, hinter Mali, Kongo oder Saudi-Arabien. Doch Wladimir Putin und sein Vize-Premier Mutko wollen sie bei der WM unter den letzten Vier sehen. Das wird sich doch irgendwie einrichten lassen.

© SZ vom 15.02.2017/ebc
Zur SZ-Startseite