Erst ein paar Monate ist es her, dass Ilia Malinin einen Blick in seine Seele gab. Er war erst 20, zweimaliger Weltmeister, seit zwei Jahren ungeschlagen, und vollführte Sprünge auf dem Eis wie kein anderer. Als „Quad-God“, Gott der Vierfachen, hatte er sich einmal jugendlich-übermütig selbst bezeichnet. Inzwischen nannte ihn so die halbe Welt. „Ich glaube, manchmal, wenn wir vor Publikum laufen, denken alle, dass wir Roboter sind oder Computeranimationen“, sagte er damals einem Olympia-Onlineportal: „Aber wir sind alle Athleten. Was wir veranstalten, erfordert eine Menge mentale Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer. Und dann soll es für die Juroren auch noch leicht aussehen.“ Im Nachhinein liest es sich wie die Bitte, im Fall der Fälle milde mit ihm umzugehen.
EiskunstlaufDer schwarze Tag des Eisprinzen
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Zwei Jahre lang war Ilia Malinin ungeschlagen, er beherrscht als einziger Eiskunstläufer den schwierigsten Sprung der Welt. Doch in Mailand zerbricht seine Kür wie Glas. „Ich habe es verbockt“, sagt er – und versucht, eine Erklärung zu finden.
Von Barbara Klimke
