Trainer Achim Beierlorzer fand es einfach nur "beschissen", Sportdirektor Armin Veh "unfassbar" - nach dem 1:3 (1:1) des 1. FC Köln im Bundesliga-Kellerduell beim FSV Mainz 05 am Freitag war der Ärger der Rheinländer über einen nicht gegebenen Handelfmeter von Schiedsrichter Frank Willenborg mindestens genauso groß wie der Frust über die Niederlage.
"Wenn das kein Elfmeter ist, habe ich die Regelschulung nicht verstanden. Das ist für mich unfassbar", echauffierte sich Veh nach dem Abpfiff. "Wenn der Schiedsrichter es nicht sieht und es keinen Videobeweis gibt - okay. Aber wenn man sich die Szene am TV anschaut und dann sagt, es war kein Elfmeter - dann weiß ich nicht mehr. Da hätte das Spiel eine Wende nehmen können."
Mainz-Trainer Sandro Schwarz verteidigt Schiedsrichter Willenborg
Was war passiert? Beim Stand von 1:2 aus Sicht der Kölner flankte Kingsley Schindler in der 63. Minute den Ball, der dem Mainzer Abwehrspieler Moussa Niakhaté an den abgespreizten Unterarm prallte - im eigenen Strafraum . Willenborg ließ zunächst weiterspielen, sah sich nach Intervention des Video-Assistenten die umstrittene Szene noch einmal an - und blieb zur großen Überraschung fast aller Beteiligten bei seiner Entscheidung.
"Da gibt es keine zwei Meinungen. Für mich war das ein klarer Elfmeter. Mit dem Videobeweis fühlt es sich noch viel beschissener an", polterte FC-Coach Beierlorzer. Auch der Mainzer Torwart Robin Zentner räumte ein, dass er sich innerlich "schon ein Stück weit auf einen Elfmeter vorbereitet" hatte. 05-Trainer Sandro Schwarz sprang dem Unparteiischen dagegen verbal zur Seite.
Er könne zwar den Unmut der Kölner "absolut verstehen", weil solche Elfmeter auch regelmäßig gegeben würden, sagte der Trainer. Schiedsrichter Willenborg sah er grundsätzlich dennoch im Recht. "Nach dem, wie uns die Regel vor der Saison erklärt wurde, ist es keiner", befand Schwarz: "Es ist für mich keine klare, krasse Fehlentscheidung."
Fußball gespielt wurde aber noch - und das vor allem von den Mainzern richtig gut. "Es war herausragend, wie alle im Verein mit der Situation umgegangen sind", lobte Trainer Schwarz. Nach dem Rückstand durch Simon Terodde (14. Minute) drehten Jean-Paul Boetius (21.), Robin Quaison (57.) und Levin Öztunali (82.) die Partie. Sportvorstand Rouven Schröder stellte danach zufrieden fest: "Es war ein Zeichen, dass Mainz 05 es gemeinschaftlich schaffen kann. Dieses Spiel muss der Maßstab sein."