Lucas Hernández beim FC Bayern:"Er ist in meinen Planungen dabei"

Trainer Julian Nagelsmann will Lucas Hernández in den kommenden Spielen einsetzen, er wirke normal und habe gut trainiert. Am Dienstag muss der Verteidiger allerdings in Madrid vor Gericht erscheinen - ihm drohen sechs Monate Gefängnis.

Von Martin Schneider

Vor dem Spitzenspiel am Sonntag gegen Leverkusen hat der FC Bayern immer noch keine Hinweise darauf, ob es womöglich eines der letzten Bundesligaspiele ist, in denen sie ihren teuersten Profi einsetzen können. Lucas Hernández, 25, droht weiterhin eine sechsmonatige Haft in Spanien, am nächsten Dienstag wird er in Madrid vor Gericht erscheinen, das bestätigte Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern, am Donnerstagabend. Man unterstütze den Spieler "selbstverständlich". Ansonsten seien das "private Dinge" von Hernández.

Diese privaten Dinge können natürlich sehr schnell beruflich relevant werden, falls der Franzose nicht mehr seiner Arbeit nachgehen kann. Aber noch hat der Klub beschlossen, das Thema sparsam zu kommentieren. "Ich habe ihn ganz normal erlebt und gar keine negativen Auswirkungen wahrgenommen", berichtete Trainer Julian Nagelsmann am Freitag über seinen Innenverteidiger.

Trainer Julian NAGELSMANN (Bayern Muenchen) Lucas HERNANDEZ (Bayern Muenchen). FC Bayern Muenchen.Training an der Saebe; Nagelsmann Hernandez

Nagelsmann und Hernández, hier im September auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße.

(Foto: Frank Hoermann/imago images)

"Er verhält sich ganz normal, hat sehr gut trainiert, hat einen guten Eindruck gemacht und ist in meinen Planungen für beide Spiele ganz normal dabei." Wenn er vom Fall nicht in der Zeitung gelesen hätte, so Nagelsmann, wäre ihm an Hernández gar nichts aufgefallen.

Dass Nagelsmann Hernández gegen Leverkusen und kommenden Mittwoch in Lissabon einsetzt - dagegen spricht auch nichts, aber alles, was danach kommt, hängt vom juristischen Prozess in Spanien ab. Am Mittwoch hatte ein Gericht in Madrid die Vollstreckung einer sechsmonatigen Haftstrafe gegen Hernández angeordnet.

Er muss am Dienstag um 11 Uhr vor diesem Gericht erscheinen und hat dann zehn Tage Zeit, die Haftstrafe in einer spanischen Justizvollzugsanstalt seiner Wahl anzutreten. Hernández und seine Anwälte haben Rechtsmittel bei der nächst höheren Instanz eingelegt.

Der in Marseille geborene Fußballer war bereits Ende 2019 wegen Missachtung eines Urteilsspruchs zu dieser Haftstrafe verurteilt worden. Ein Antrag auf Aussetzung wurde bereits abgelehnt - unter anderem, weil Hernández Wiederholungstäter ist. Gegen ihn ergingen insgesamt zwei Urteile wegen häuslicher Gewalt und ein Urteil wegen Urteilsbruchs.

Der aktuelle Fall stellt sich so dar: Nach einem Streit mit seiner Lebenspartnerin, bei dem beide Seiten Gewalt angewendet haben sollen, verhängte ein Gericht ein Kontaktverbot. Hernández und seine Lebensgefährtin versöhnten sich kurz danach wieder, flogen zusammen in Urlaub - und liefen bei der Rückkehr gemeinsam am Madrider Flughafen durch die Passkontrolle.

Da das Kontaktverbot auch im Falle von Versöhnungen gilt - eine Form des Opferschutzes - unterlief Hernández damit das Gerichtsurteil und wurde noch am Flughafen vorübergehend festgenommen. Die Behörden eröffneten ein Verfahren, Hernández wurde verurteilt. Ob er dem FC Bayern tatsächlich ein halbes Jahr fehlt, wird sich in irgendeiner Form bis zum 29. Oktober entscheiden.

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:Hernández droht Gefängnis

Der Verteidiger des FC Bayern läuft ernsthaft Gefahr, für sechs Monate in eine spanische Justizvollzugsanstalt zu müssen. Grund ist ein rechtskräftiges Urteil wegen Missachtung der Justiz aus dem Jahr 2019.

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