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Rekord-Nationalspieler in Tschetschenien:Matthäus: Tore für Kadyrow

An der Seite des umstrittenen tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow nimmt Lothar Matthäus in Grosny an einem Freundschaftsspiel gegen ein brasilianisches Allstar-Team teil - die politische Dimension der Veranstaltung bewertet er auf seine Weise.

Lothar Matthäus schnürte mal wieder die Fußballschuhe - doch es ging dieses Mal nicht um eine Trainingseinheit, in der er als Coach ein paar Übungen vormacht, sondern um ein Freundschaftsspiel. Der deutsche Rekord-Nationalspieler verlor mit einem russischen Fußball-Team bei einer Partie im früheren Kriegsgebiet Tschetschenien 4:6 gegen eine brasilianische Auswahl. Matthäus spielte am Dienstag in der mittlerweile wieder aufgebauten Hauptstadt Grosny eine Halbzeit lang für eine von dem umstrittenen Republikchef Ramsan Kadyrow zusammengestellte Mannschaft - und hatte dafür eine recht eigenwillige Erklärung.

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Lothar Matthäus spielte in einem Freundschaftsspiel in Tschetschenien gegen brasilianische Altstars.

(Foto: dpa)

Er habe kein Problem, mit Kadyrow zu spielen, sagte Matthäus der ARD. Fußball habe nichts mit Politik zu tun. Menschenrechtler werfen Kadyrow Verstrickung in Auftragsmorde vor. Die Gala am Internationalen Frauentag - in Russland ein arbeitsfreier Feiertag - sei ein Geschenk für die Fans, erklärte Kadyrow. Beobachter werten das Spiel hingegen als politische PR für den 34-Jährigen, der mit der Rückennummer 10 selbst mitspielte und zwei Tore erzielte.

Im überfüllten Stadion mit 10.000 Plätzen feuerte der Präsident das Publikum mit "Allah ist groß"-Rufen an, während neben Matthäus vornehmlich Spieler aus diversen WM-Teams Brasiliens aufliefen.

Das Spiel sollte zudem für Kadyrows Wunsch werben, ein Spiel der Weltmeisterschaft 2018 in Grosny auszutragen. Außer Matthäus spielten unter anderem Ruud Gullit - der neue Trainer des ambitionierten Erstligisten Terek Grosny - sowie der frühere Bundesliga-Spieler Wladimir Bestschastnych für die Auswahl von Kadyrow.

Der Republikchef ist zugleich Präsident von Terek, das nach eigenen Angaben zur Zeit mit dem uruguayischen Superstar Diego Forlan von Atletico Madrid verhandelt. Brasilien stellte einige Spieler aus den WM-Teams von 1994, 1998 und 2002, darunter Romario, Bebeto und Dunga. Zudem spielte Ex-Bayern-Profi Giovane Elber.

Die Stars seien ohne Gage angetreten, behauptete Kadyrow. "Sie kommen aus Respekt vor dem tschetschenischen Volk." Die Mannschaft wurde am Flughafen von Kindern in Landestracht sowie Dutzenden Fans mit Blumen und tschetschenischen Köstlichkeiten begrüßt.

Präsident Kadyrow regiert Tschetschenien seit 2004 mit eiserner Hand. Damals war sein Vater und Vorgänger an der Macht im Stadion von Grosny, wo am Dienstag auch das Spiel stattfand, bei einem Bombenanschlag getötet worden. Kritiker werfen dem tschetschenischen Herrscher neben den Verstrickungen in Morddelikte zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, Entführungen und Folterungen vor.

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