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Pokal-Erfolg der Bayern in Hamburg:Die Bayern spielen längst in ihrer eigenen Welt

Pep Guardiola stand still an der Seitenlinie und wartete. Vier Minuten lang. Auf den nächsten Treffer. Eine Ecke diesmal, getreten von Toni Kroos, ins Tor geköpfelt von Verteidiger Dante (26.). Das war es dann im Grunde schon wieder. Für den HSV und van Marwijk stellte sich jetzt nur noch eine Frage: Würde man noch eine halbwegs ehrenvolle Niederlage hinbekommen? Oder wieder den vollständigen Zusammenbruch erleben?

Marcell Jansen nahm sich nun ein Herz, der Mann ist immerhin Nationalspieler und will im Sommer zur WM. Sein Schuss trudelte Richtung Eckfahne (31.). Und in der 40. Minute musste dann Rafael van der Vaart raus. Zerrung. "Hoffentlich nichts Schlimmes", sagte der Stadionsprecher, "wir brauchen ihn am Wochenende." Dann geht es für den Tabellen-17. in der Liga gegen den 18. Braunschweig. Aber schon daran, dass in Hamburg längst nicht mehr alle der Meinung sind, dass man den alternden van der Vaart wirklich braucht, kann man sehen, wie wenig Gewissheiten noch übrig sind in diesem ebenso stolzen wie verwirrten Verein.

Neuer Gesellschafter beim FC Bayern

Unheilige Allianz

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Wenn man die 50 Minuten zum Maßstab nimmt, in denen Tolgay Arslan den Holländer ersetzte, kann man sagen: Ist eigentlich egal. Zumal gegen diesen Gegner, gegen den der HSV offensiv nichts zustande brachte außer harmlosen Weitschüssen und mäßigen Konterversuchen.

Die Bayern spielen nun im Halbfinale (15. oder 16. April) zu Hause gegen Zweitligist Kaiserslautern - und längst in ihrer eigenen Welt. Hier lauten die Fragen nicht "Kann Magath den Abstieg verhindern?" Sondern bloß: "Spielt Kroos?" Ja, der Nationalspieler, dessen Phlegma bisweilen mit seinem Talent im Widerstreit liegt, durfte nach zwei Partien Pause wieder von Anfang an ran. Er irritierte mit einigen Unsicherheiten - schlug dann aber die Ecke, die Dantes 2:0 vorausging. Und in der 54. Minute verwandelte Robben ein herrliches Zuspiel von Kroos zum 3:0. Da sah es noch nach ehrenvoller Niederlage aus für den HSV. Nach zwei weiteren Toren durch Mandzukic (74./76.) eher nicht mehr.

Und auch dies geschah noch in Hamburg: Drei Monate nach seiner Sprunggelenks-OP betrat Bastian Schweinsteiger wieder einen Fußballplatz, in der 64. Minute kam er für Lahm. Da klatschten sogar die Hamburger. Schweinsteiger spielte ein paar Sicherheitspässe, aber mehr war ja auch nicht mehr nötig. Glückliche Bayern.