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Live-Blog:"Is this the real life, is this just fantasy?"

Der FC Bayern München spielt lange bewegend wie die Rockband Queen, vergisst aber, sich zu belohnen. Die Mönchengladbacher liefern Drama durch das Last-Minute-Elfmetertor des Algeriers Ramy Bensebaini. Ist begeistert vom Topspiel: der SZ-Liveblog.

Herzlich willkommen liebe Leser, am 14. Bundesligaspieltag blicken heute viele Fußballfans nach Mönchengladbach, wo der FC Bayern zu Gast ist. Die Intensität, mit der das Duell zwischen dem Ersten Gladbach (!) und dem Vierten Bayern (!) erwartet wird, erinnert an Zeiten, als Günter Netzer noch mit wehendem blonden Haar über den heiligen Gladbacher Rasen schlenderte. Damals, in den Siebzigern, stritten sich die beiden Vereine noch regelmäßig um die Meisterschaft. Netzer wäre mit seiner eingeschränkten Laufbereitschaft wohl eher untauglich gewesen für den Pressing-Fußball des heutigen Gladbacher Trainers Marco Rose. Den wollen die Bayern heute bestmöglich einfangen, um nicht bei einer Niederlage sieben Punkte hinter die Gladbacher zurückzufallen. Wir werden einen genauen Blick auf dieses Duell haben und Sie, liebe Leser, darüber informieren, falls sich Günter Netzer selbst einwechselt. Natürlich schauen wir auch auf die weiteren Partien dieses Spieltags: Dortmund empfängt Düsseldorf, Leipzig spielt gegen Hoffenheim, Mainz muss nach Augsburg und Freiburg nimmt es mit Wolfsburg auf.

Und hier die Startelf des FC Bayern. Hansi Flick setzt auf ein Bayern-Mittelfeld aus Tolisso, Goretzka und Thiago. Joshua Kimmich dürfte wieder rechts in die Verteidigung rücken.

Marco Rose kann wieder auf Matthias Ginter in der Innenverteidigung setzen. Der Abwehrspieler hatte zuletzt zwei Spiele wegen muskulärer Probleme verpasst.

Mein Kollege Johannes Kirchmeier und ich kennen die 70er, als die Meisterschaft entweder nach München oder Mönchengladbach ging, nur von Schwärmereien unserer Eltern. Aber wir haben die Schlaghosen angezogen und blicken für Sie zurück: Als Borussia Mönchengladbach das letzte Mal als Tabellenführer in ein Duell mit Bayern ging, gewann man 1:0 und wurde am Ende der Saison Meister. Gewinnen die Gladbacher heute, werden sie also Meister. Das sind die Gesetzte des Fußballs.

Der übertragende TV-Sender Sky, der in den 70ern noch für keinen Röhrenfernseher dieser Welt empfangbar war, nennt das Spiel übrigens in Dauerschleife "Retro-Klassiker". Gleich holen wir auch noch unser Flower-Power-Sakko aus dem Vintage-Kleiderschrank.

Gladbachs Trainer Marco Rose berichtet am Sky-Mikrofon von einem "Top-Abschlusstraining" vor dem Duell mit der "Top-Mannschaft" Bayern. Das offizielle Top-Spiel heute um 18.30 Uhr: Leverkusen gegen Schalke.

Also los, nun darf auch der FC-Bayern-Interimstrainer Hansi Flick reden: Er hat umgestellt, Joshua Kimmich rückt wieder auf die rechte Verteidigerseite, daneben spielt auch Jérôme Boateng mit. Das ist ja mal tatsächlich "retro" in Reinform. Liegt daran, dass "Joshua Kimmich auf der rechten Seite noch mehr Zug als Benji" Pavard habe, sagt Flick - so ruhig wie in den letzten Minuten niemand anderes, der aus dem Röhrenfernseher vor dem Spitzenspiel zu uns sprach.

Auch Rainer Bonhof, aktuell Vizepräsident, immer Gladbacher Vereinsheld, macht eine Zeitreise, um die großen Duelle Revue passieren zu lassen. Er wurde 1971/75/76/77 Meister. Seine Stimme kratzt dabei wie die von Joe Cocker nach drei Schachteln Zigaretten. Wie viele dieser Schlachten er geschlagen hat, kann er nicht mehr sagen. Er wünscht sich aber ein "geiles Spiel". Da schließen wir uns an.

Anpfiff, Gladbach - Bayern, 0:0 Der Ball rollt wie eine Diskokugel im Studio 54.

2. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Erstmals landet der Ball in einem Strafraum. Coman flankt auf Müller, der tunnelt in Müller-Manier erst sich selbst und dann seinen Gegenspieler. Kein Problem für Gladbach-Torwart Yann Sommer, ungetunnelt schnappt er sich den Ball.

2. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Marcus Thuram kommt ganz frei an den Ball, völlig alleingelassen von der Münchner Abwehr. Der französische Stürmer steht dabei aber auch so weit im Abseits wie ein Börsenmakler in der Hippie-Kommune.

5. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Erstes wüstes Foul. Die Gladbacher greifen früh an, Bayern kombiniert sich heraus. Benes hat so viel Schwung wie beim Saturday Night Fever, aber auch das falsche Timing. Er trifft Alphonso Davies' Schienbein. Dafür gibt es verdient Gelb.

8. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Nie in einer Hippie-Kommune zu Gast gewesen wäre übrigens der schwäbische Sparkassen-Mitarbeiter Joshua Kimmich. Trotzdem spielt er mit Kreativdrang: Er schickt einen ersten langen Ball auf die linke Seite zu Kollege Alphonso Davies. Über Coman gelangt die Kugel dann flink zu Tolisso, der aber danebenschießt.

10. Minute, Leipzig - Hoffenheim, 1:0 Wenn zwei sich in Gladbach streiten, freut sich Leipzig: Timo Werner trifft zur Führung für RB gegen das Ex-Team und den Ex-Co-Trainer von Trainer Julian Nagelsmann. Wiedersehen macht Freude, Leipzig ist gerade Tabellenführer.

14. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Die beste Chance des Spiels! Robert Lewandowski mit einem Fußgelenk so weich wie der Inhalt einer Lavalampe. Er schickt eine kurvigen Bahn Richtung Tor von Gladbachs Sommer. Doch der Schuss geht knapp am rechten Pfosten vorbei. Danach ist er gleich noch mal nah dran. Einen gelupften Freistoß nimmt er direkt, schießt diesmal aber am linken Pfosten vorbei.

15. Minute, Augsburg - Mainz, 0:1 Der Beierlorzer, der alte Feierlorzer. Sein Mainzer Angreifer Levin Öztunali schießt in Augsburg das erste Tor. Unter Mithilfe des Augsburger Torwarts Tomas Koubek, der den Fernschuss zu spät als solchen ernst nimmt und ohnehin seit Wochen immer mal wieder beim Toreschießen hilft.

19. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Hier geht es teilweise ruppiger zu als zwischen 68ern und Erz-Konservativen. Viele Fouls, viele Unterbrechungen. Ganz ohne Gegnereinwirkung verletzt sich Corentin Tolisso. Er muss mit einer Oberschenkelverletzung raus. Dafür kommt Ivan Perisic.

23. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Davies dribbelt sich mit schnelleren Beinen als John Travolta in den Strafraum, doch flankt dann zu weit vom Tor weg. Sommer schnappt sich den anschließenden Kopfball von Coman mit der Leichtigkeit von Olivia Newton-John.

26. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Thomas Müller, der gefühlt schon seit den 70ern in Bayerns Startelf steht, prüft Yann Sommer aus 16 Metern. Der Gladbacher Keeper taucht ins rechte Eck ab, lenkt den Ball zu Ecke.

27. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Tor? Oder nicht? Sommer versucht einen Kimmich-Weitschuss so flapsig wie die alten Western-Cowboys ihre Fluppen zu schnappen. Doch da Sommer Schweizer ist und noch nie in den so viel lässigeren USA wirkte, rutscht ihm die Kugel durch. Mit seinem Zeigefinger schnappt er sich den Ball zwei Haarbreiten vor dem Überschreiten der Torlinie. Die Uhr des Schiedsrichters Marco Fritz bleibt stumm, kein Tor. Und seeehr viel Dusel für die Gladbacher.

31. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Die Bayern spielen hier mittlerweile so dominant und selbstsicher wie Marlon Brando Vito Corleone in "Der Pate".

32. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Wir müssen immer noch durchatmen. Da hat Sommer vorhin aber geradeso noch seine Finger am Kimmich-Schuss drangehabt. Fühlt sich auch wohl gerade wie der Typ, der sich vor dem Feierabend das letzte Würstchen am Würstelstand holt - ehe er seinen Mitbewerbern ein eindeutiges Zeichen gibt.

36. Minute, Gladbach - Bayern 0:0 Wieder die Münchner mit einer Chance, wieder kein Tor. Das wird hier langsam zum Ohrwurm wie ein Bee-Gees-Song. Diesmal hat Perisic im Strafraum genug Zeit, den Ball mit der Brust anzunehmen. Sein Volleyschuss segelt aber drüber. Weniger Bee Gees, mehr tiefe Pink-Floyd-Bässe dann ist das das 1:0.

41. Minute, Augsburg - Mainz 1:1 Niederlechner tankt sich so solide in den Strafraum wie ein alter GTI. Bodenständig, aber irgendwie halt eben dann schon auch mit voller Wucht. Fast schon an der Außenlinie angekommen, zieht er die Handbremse und schlittert so gut weiter, dass er den Ball direkt zu Mitspieler Richter weiterpasst. Der gleicht für Augsburg aus. In den 70ern nannte man das noch "Deutsche Handwerkskunst".

42. Minute, Dortmund - Düsseldorf 1:0 Die Dortmunder üben aus der Ferne Druck auf den FC Bayern aus. Marco Reus trifft nach einem feinen Steckpass von Lukasz Piszczek gegen Düsseldorf. In der Live-Tabelle verdrängen sie die Münchner vom dritten Platz.

45. Minute, Gladbach - Bayern 0:0 Da wird das Gladbacher Publikum noch mal laut wie bei einem Rolling-Stones-Konzert. Endlich mal ein Konter! Thuram ganz alleine auf der linken Seite! Das könnte es kurz vor der Pause sein! Doch der Pass des Franzosen in die Mitte ist so unharmonisch wie die Beatles kurz vor ihrer Trennung.

Halbzeit, Gladbach - Bayern, 0:0 Die Bayern marschieren in die Kabine - und dabei fragt Thiago singend Kingsley Coman: "Is this the real life, is this just fantasy?" Der zuckt mit den Schultern. Die Bayern spielen so erfolgreiche Konzerte wie Queen in den 70ern, vergessen dabei aber zumindest jetzt schon eine Halbzeit lang, das Geld dafür einzusammeln.

46. Minute, Gladbach - Bayern, 0:0 Weiter geht's mit der zweiten Halbzeit in Gladbach. Nur um die kommenden turbulenten Ereignisse für Sie schon einmal in aller Ruhe zusammenzustellen, soll ja nicht jeder am Samstagabend einen Herzkasper erleiden: In sechs Minuten wird ein Gladbacher das 1:0 erzielen - und am Ende der Saison wird die Fohlenelf vom Bökelberg dann Meister. Ja, Geschichte wiederholt sich, zumindest manchmal. Vor 43 Jahren jubelte in der 52. Minute Allan Simonsen.

46. Minute, Gladbach - Bayern 0:0 Bayerns Alphonso Davies rast die linke Seite entlang, nimmt allen Gladbachern, die es mit ihm aufnehmen, mindestens zwei Meter ab. Zum Abschluss versucht er es mit einem Flanken-Schuss, weil selbst seine Teamkollegen ihm nicht folgen konnten. Sommer wehrt ab.

49. Minute, Gladbach - Bayern, 0:1 Nun trifft doch der FC Bayern im Spitzenspiel. Müller lupft Perisic den Ball wie beim Strandbadkick quer durch den Strafraum. Der Kroate dreht sich schwungvoll wie einst die Eiskunstläuferin Katarina Witt beim Doppel-Axel, lässt den Ball derweil auftropfen und schießt ihn wuchtig aufs Tor. Diesmal ist Sommer wieder dran, doch der Ball fliegt trotzdem hinter ihm ins Tor. Geschichte wiederholt sich also wahrscheinlich doch nicht. Wir entschuldigen uns hiermit für die fehlerhafte Ankündigung (siehe Eintrag in der 46. Minute).

52. Minute, Leipzig - Hoffenheim, 2:0 So ein Schlitzohr! Timo Werner schießt seinen Elfmeter einfach geradewegs in die Mitte, Hoffenheim-Torwart Baumann springt zur Seite und hat keine Abwehrchance. Werner robbt sich so immer näher an den Bayern-Angreifer Robert Lewandowski heran, hat mit 15 nun nur noch einen Treffer weniger in der Bundesliga. Und Lewandowski ist ja mittlerweile seit zweieinhalb Spielen ohne Tor.

54. Minute, Gladbach - Bayern 0:1 Der FC Bayern zieht sich nach dem Führungstreffer zurück wie ein schüchterner Schüler beim Abschlussball. Die Gladbacher greifen weit vorne an, aber an den Ball kommen sie nicht. Vielleicht sind die Münchner eben doch nicht verschüchtert, sondern selbstsicher genug, zum richtigen Song mit dem Tanz anzufangen.

57. Minute, Gladbach - Bayern, 0:1 Gladbach wechselt jetzt auch noch seinen offensivsten Tänzer ein. Breel Embolo, zuletzt zweimal als Torschütze in Erscheinung getreten, kommt für den Mittelfeldspieler Laszlo Benes. Wir dürfen dann mal bitten.

59. Minute, Dortmund - Düsseldorf 2:0 Diesmal ist die kalibrierte Linie gnädig mit den Dortmundern. Nach Vorarbeit von Jadon Sancho trifft Thorgan Hazard ziemlich verlassen von irgendwelchen Düsseldorfern. Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel rastet ob der Abwehrarbeit seiner Mannschaft angemessen an der Seitenlinie aus.

60. Minute, Gladbach - Bayern, 1:1 Da ist der Ausgleich im Spitzenspiel, und das ging ja mal fix. Embolo erarbeitet sich eine Ecke. Und nach dieser Ecke trifft Ramy Bensebaini per Kopf für die Gladbacher. Frei wie ein Vogel fliegt er durch den Strafraum, Bayerns David Alaba schaut verschüchtert zu.

63. Minute, Dortmund - Düsseldorf, 3:0 Und nicht nur die Gladbacher Borussia jubelt eifrig, auch die Dortmunder schließt sich noch einmal an wie der alte Onkel bei der Familienfeier, der unbedingt noch einen ausgeben will. Könnte ja das letzte Mal sein (nur nicht für deren Trainer Lucien Favre, der ist wieder obenauf). Sancho und Reus doppelpassen sich den Ball lässig im Strafraum - Sancho trifft.

68. Minute, Gladbach - Bayern, 1:1 Den Gladbachern hat das Tor Selbstvertrauen gegeben wie ein gut sitzendes Brusthaartoupet. Bei den Bayern ist ein bisschen Verunsicherung drin, Thiago spielt einen Pass als hätte er Plateauschuhe an, die Borussia ist nach der Balleroberung aber nicht genau genug und die Chance verpufft. Dann muss auch noch Jérôme Boateng raus, dafür kommt Javi Martínez in die Innenverteidigung.

70. Minute, Dortmund - Düsseldorf, 4:0 Die Dortmunder machen ein bisschen was fürs Selbstbewusstsein und die inner gute Lauen. Marco Reus schießt das vierte Tor für den BVB.

72. Minute, Gladbach - Bayern, 1:1 Langsam tasten sich die Bayern wieder nach vorne, dem Gladbacher Brusthaartoupet fehlt wohl noch etwas der Halt (Bei schwitzenden Körpern braucht es erfahrungsgemäß schon Supertape, Herr Eberl!). Lewandowski köpft allerdings zwischenzeitlich zu schwach, um daraus Kapital zu schlagen.

74. Minute, Dortmund - Düsseldorf, 5:0 Der BVB schaltet schnell um, Jadon Sancho, der den Angriff selbst im Mittelfeld eingeleitet hat, läuft durch und schiebt zum 5:0 ein.

76. Minute, Gladbach - Bayern, 1:1 Müller vergisst wenige Meter vor dem Strafraum, den Ball Lewandowski in den Lauf zu spielen, kickt ihn stattdessen quer zu Perisic weiter. Der sprintet an Lainer vorbei und spielt ihn nun überaus aufrichtig Lewandowski vors Tor. Doch der Pole kommt nicht ganz an die flache Flanke heran. Einziger zweifelhafter Münchner Ertrag: Lainer blutet nach dem Zweikampf mit Perisic.

80. Minute, Gladbach - Bayern, 1:1 Riesenchance für Gladbach auf die Führung. Der eingewechselte Embolo spielt mit einem feinen Pass Stindl auf der rechten Seite frei. Der Routinier verzieht leicht, der Ball kullert am linken Pfosten vorbei.

81. Minute, Gladbach - Bayern, 1:1 Auf der anderen Seite wird es gleich wieder gefährlich im Strafraum. Rechtsverteidiger Kimmich taucht vor Gladbachs Sommer auf, schießt den Torwart aber nach der Müller-Flanke direkt an.

85. Minute, Gladbach - Bayern, 1:1 In diesem Spiel ist wirklich sehr viel drin, was Spaß macht: intensive Zweikämpfe, taktische Kniffe, Torchancen, Treffer. Ein Last-Minute-Treffer ist fast schon Pflicht. Stindl wird ihn nicht mehr auf dem Feld erleben. Er macht Platz für den zweiten Gladbacher Routinier: Raffael.

83. Minute, Leipzig - Hoffenheim, 3:0 Der aktuell immer noch neue Tabellenführer führt noch höher. Leipzigs Nkunku schießt erst eher schlecht als recht aufs Tor, doch dann schnappt sich Sabitzer den Abpraller und schießt ihn über die Linie. Unterdessen trifft auch Freiburg zum 1:0 - durch einen Freistoß von Jonathan Schmid.

88. Minute, Gladbach - Bayern, 1:1 Zakaria holt sich hier noch Gelb ab, es ist seine fünfte Verwarnung, damit ist er im nächsten Spiel gesperrt. Wird ihm relativ egal sein, wenn er seine Gladbacher durch diese Schlacht mit (mindestens) einem Punkt geführt hat.

90. Minute, Gladbach - Bayern, 2:1 Wie angekündigt (85. Minute) kommt das späte Tor, das dieses Spiel verdient hat. Aber was macht Martínez da? Die Gladbacher kontern, der Ball wandert hinaus in Richtung Thuram. Da kommt Martínez angerauscht und grätscht den Gladbacher Stürmer aus höchstem Tempo im Strafraum um, will sich danach am liebsten im Rasen vergraben. Schiedsrichter Marco Fritz pfeift Elfmeter, Martínez sieht Gelb-Rot. Bensebai verwandelt den anschließenden Strafstoß!

Abpfiff, Gladbach - Bayern, 2:1 Zweimal trifft Bensebaini nach der Führung von Perisic - und schon ist Gladbach weiter Tabellenführer. Der FC Bayern verliert trotz drückender Überlegenheit am zweiten Samstag nacheinander in der Bundesliga. Nach den Niederlagen gegen Leverkusen und in Gladbach liegt der FCB nun schon sieben Punkte zurück hinter der Borussia und vor dem Abendspiel Tabellen-Sechster. Doch Leverkusen kann noch vorbeiziehen.

Nach dem Spiel, Gladbach - Bayern, 2:1 Bis Weihnachten von der Tannen- und Tabellenspitze grüßen, das wollte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Dieses Vorhaben ist nun schon so gut wie unmöglich. Und auch klar sein dürfte damit: Der Interims-Trainer Hansi Flick ist nach diesem bitteren Abend in Gladbach jetzt wieder deutlich mehr "Interims-" und weniger "-Trainer" in München, bis zur Winterpause darf er ja in jedem Fall als Chefcoach arbeiten.