bedeckt München

Lionel Messi:Pro Plüschbär

Diego Maradona will sich beim Weltverband Fifa für seinen gesperrten Landsmann Lionel Messi einsetzen. Der wurde für vier Spiele suspendiert, weil er einen Linienrichter beleidigte.

Von Javier Cáceres, Berlin

Argentiniens Fußball-Legende Diego Maradona will sich für den vom Weltverband Fifa gesperrten Lionel Messi einsetzen. In einem Interview mit dem Radiosender La Red kündigte der Weltmeister von 1986 an, das Gespräch mit Fifa-Boss Gianni Infantino zu suchen, um eine Strafminderung für den Kapitän der argentinischen Nationalelf zu erreichen. Maradona steht Infantino als persönlicher Berater zur Seite. Er nannte die Vier-Länderspiele-Sperre, die am Dienstag gegen Messi wegen Linienrichter-Beleidigung ausgesprochen worden war, "übertrieben" und "schrecklich". Gegen die Behauptung, er habe etwas mit der Sperre zu tun, verwahrte sich Maradona: "Es tut mir weh, wenn das behauptet wird. Ich schwöre bei Gott, dass ich nichts damit zu tun hatte."

Messi wurde gesperrt, weil er beim vorletzten WM-Qualifikationsspiel Argentiniens gegen Chile (1:0) den Linienrichter wüst beschimpft hatte. Dies belegten TV-Aufzeichnungen. "Das war eine Affekthandlung. Ich würde es mit dem Kopfstoß von Zinédine Zidane (im WM-Finale 2006 gegen den Italiener Marco Materazzi) vergleichen", sagte Maradona. Er zeigte sich über den Ausbruch Messis überrascht: "Messi ist ein sensationeller Kerl, der sich nie beklagt. Zu seinen Mitspielern ist er (harmlos) wie ein Plüschbär."

Die Sperre Messis kompromittiert Argentiniens WM-Chancen enorm. In der Nacht zum Mittwoch verlor der WM-Zweite von 2014 in Bolivien 0:2 und rutschte auf den fünften Platz der Südamerikagruppe ab. Nur die ersten Vier qualifizieren sich direkt für die WM 2018. Messi selbst wandte sich persönlich an die Fifa und beteuerte, er habe den Linienrichter nicht beleidigen wollen, sondern die Verwünschungen lediglich "in die Luft gesprochen".

© SZ vom 31.03.2017

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite