Ligue 1:Ausschreitungen nach dem Abstieg

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Ligue 1: Fußballfans? "Kriminelle" nennt Präfektin Catherine Séguin jene Zuschauer, die nach dem Spiel wahllos Bengalos und Feuerwerkskörper in der Menge abbrannten.

Fußballfans? "Kriminelle" nennt Präfektin Catherine Séguin jene Zuschauer, die nach dem Spiel wahllos Bengalos und Feuerwerkskörper in der Menge abbrannten.

(Foto: Jean-Philippe Ksiazek/dpa)

Nachdem Frankreichs Rekordmeister AS St. Etienne das Relegationsspiel gegen Auxerre verloren hat, stürmen hunderte Zuschauer auf den Platz und schießen mit Feuerwerkskörpern in die Menge. Es gibt mehr als 30 Verletzte.

Nach den Krawallen von Zuschauern beim Abstieg des französischen Fußball-Rekordmeisters AS St. Etienne in die zweite Liga hat Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra Konsequenzen angekündigt. Bei Risikospielen müssten künftig die Maßnahmen zur Sicherung der öffentlichen Ordnung erhöht und an die Veranstalter höhere Anforderungen gestellt werden, sagte die Ministerin am Montag dem Sender RTL in Paris. Zugleich müsse aber auch der Dialog mit den Fangruppen ausgebaut werden, betonte sie.

Unmittelbar nach der Niederlage der Gastgeber im Elfmeterschießen im Relegationsspiel am Sonntag gegen AJ Auxerre drängten hunderte Zuschauer auf den Rasen und zündeten Feuerwerkskörper. Zahlreiche Bengalos flogen teils in die Menge, teils auch auf die noch mit Fans gefüllten Zuschauerränge. Video-Aufnahmen von den Szenen nach Spielende zeigten dichte Rauchschwaden über dem Stadion. Die Spieler beider Mannschaften verließen eilig den Platz, um sich in Sicherheit zu bringen. Wie die Präfektur mitteilte, gab es bei der Randale insgesamt 33 Verletzte. Zwei Spieler von Auxerre sowie 17 Fans wurden demnach verletzt, drei von ihnen kamen vorsorglich ins Krankenhaus. Außerdem zogen sich 14 Ordnungskräfte leichte Verletzungen zu. Nach dem Platzsturm und der Räumung des Stadions hätten sich die Auseinandersetzungen außerhalb fortgesetzt. Gegen rund 200 Krawallmacher setze die Polizei Tränengas sowie Wasserwerfer ein. 250 Polizisten waren vor Ort im Einsatz.

Präfektin Catherine Séguin verurteilte die Auseinandersetzungen scharf. Diese seien von einer Minderheit von Menschen ausgegangen, die sich als Fans bezeichneten, bei denen es sich aber schlichtweg um Kriminelle handele. Auch der AS St. Etienne verurteilte in einer Stellungnahme die Ausschreitungen und kündigte rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen an. Obwohl die Zahl der Ordner auf fast 500 erhöht worden sei, sei es zu dem Platzsturm gekommen. Wie im Hinspiel hatte es in der Partie nach 90 Minuten 1:1 gestanden, auch die Verlängerung brachte keine Entscheidung. Im Elfmeterschießen setzte sich Auxerre dann 5:4 durch. St. Etienne hatte in der Vergangenheit zehnmal die französische Meisterschaft gewonnen, genau so oft wie jetzt Paris Saint-Germain.

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