Lieblinge der Bundesliga-Saison – Shinji Okazaki

Shinji Okazaki: Thomas Tuchel versteht etwas vom Fußball. Wie ist es anders zu erklären, dass sein Kollege Bruno Labbadia nicht so recht wusste, was er mit diesem Shinji Okazaki anfangen sollte. Diesem begnadeten Kicker, der keine Schwächen hat und mit links genauso gut schießen und tricksen kann wie mit rechts. Linksaußen stellten der damalige Trainer des VfB Stuttgart den schnellen und wendigen Japaner meistens auf, doch weder auf der linken Außenbahn noch auf rechts, wo er auch mal ran durfte, fand er einen richtigen Zugang zum Spiel. In zweieinhalb Jahren schaffte er so nur zehn Tore. Tuchel muss zufällig ein Video der japanischen Nationalmannschaft in die Hand gefallen sein, denn spielen sehen hat er ihn beim VfB nur selten. Was für eine Schande! In Mainz beendete Okazaki seine erste Runde nun mit 15 Treffern. Er spielte als Stürmer, als Neuner, so wie im Nationalteam eben, für das er 38 Tore in 73 Länderspielen erzielte. Warum darauf nicht viel früher schon Bruno Labbadia gekommen ist, wird sich bestimmt auch Okazaki fragen, dieses lange verkannte Genie aus Fernost.

(schma)

Bild: AFP 13. Mai 2014, 17:042014-05-13 17:04:19 © Süddeutsche.de/jbe/lala