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Leverkusen trennt sich von Robin Dutt:"Ich suche den Schlüssel bei mir"

Die Heimniederlage gegen den SC Freiburg war zu viel: Bayer Leverkusen reagiert auf die Ergebnisse der vergangenen Wochen und trennt sich von Robin Dutt. Der Coach zeigt in seiner schweren Stunde Größe - und verabschiedet sich persönlich. Ihm soll zunächst ein Trainerduo nachfolgen.

Robin Dutts finale Niederlage als Trainer von Bayer Leverkusen war in mehrerer Hinsicht ungünstig. Zum einen geschah sie zu Hause gegen den SC Freiburg, einen ausgemachten Abstiegskandidaten, der zudem noch Dutts Ex-Klub ist. Zum anderen hatte sich in Leverkusen schon länger die Stimmung breitgemacht, dass Dutt aus dieser hochveranlagten Mannschaft einfach zu wenig herausholt.

Bayer 04 Leverkusen v SC Freiburg  - Bundesliga

Aus in Leverkusen: Trainer Robin Dutt.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Am Sonntagmorgen gab der Verein die Trennung von Dutt bekannt. Die Rheinländer zogen damit die Konsequenzen aus der anhaltenden Talfahrt mit fünf Pflichtspiel-Niederlagen in Folge. Die Nachfolge wird der frühere finnische Nationalspieler Sami Hyypiä als Teamchef gemeinsam mit U19-Trainer Sascha Lewandowski bis mindestens zum Ende dieser Saison antreten.

"Wir mussten einfach handeln und ein Zeichen setzen, um das Saisonziel internationaler Wettbewerb weiter mit frischem Wind zu verfolgen", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser am Sonntag. Nach der katastrophalen Leistung gegen Freiburg, der fünften Pflichtspielniederlage in Serie, war der Coach nicht mehr zu halten. "Die ganze Aktion trifft mich menschlich sehr. Aber diese Dinge muss man hinten anstellen, wenn es um das große Ganze geht", sagte Holzhäuser.

Am Dienstag, nach einem freien Tag für die Mannschaft, soll das neue Trainerteam die Arbeit auf dem Platz aufnehmen. Zunächst ist angedacht, dass die beiden Übungsleiter bis Saisonende arbeiten - Weiterbeschäftigung nicht ausgeschlossen. "Im Moment gehen wir davon aus, dass es eine längere Situation sein kann", sagte Holzhäuser.

Achter Trainerwechsel der Saison

Dutt selbst zeigte nach der Niederlage gegen seinen Ex-Klub in der wohl schwersten Stunde seiner bisherigen Karriere Größe und verabschiedete sich bei der Pressekonferenz persönlich. "Ich bin hier durch die Vordertür reingekommen und will nicht durch die Hintertür rausgehen", begründete der 47-Jährige seine Anwesenheit bei der Präsentation seiner Nachfolger. "Die Trennung ist nachzuvollziehen. Ich suche den Schlüssel bei mir. Ich bin mit mir im Reinen und dankbar, in Leverkusen Trainer gewesen sein zu dürfen."

Der frühere finnische Nationalspieler und Liverpool-Profi Hyypiä wurde von den Geschehnissen überrascht, ist aber von der Trendwende überzeugt. "Wir wollen einem verunsicherten Team, das in den vergangenen Spielen nicht zu seinen Möglichkeiten gefunden hat, Wege aufzuzeigen, um Bayer Leverkusen wieder in die Erfolgsspur zu bringen", sagte Hyypiä, der nur eine finnische Trainerlizenz besitzt.

Mit der Entlassung von Dutt gab es den achten Trainerwechsel in der laufenden Saison. Zuvor waren Michael Oenning (Hamburger SV), Ralf Rangnick (Schalke 04), Markus Babbel (Hertha BSC), Marcus Sorg (SC Freiburg), Holger Stanislawski (1899 Hoffenheim), Michael Skibbe (Hertha BSC) und Marco Kurz (1. FC Kaiserslautern) vorzeitig aus dem Amt geschieden.

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