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Leverkusen gewinnt:Amiri läuft einfach durch

Bayer 04 Leverkusen v FC Augsburg - Bundesliga

Nadiem Amiri feiert das 2:0.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Bayer Leverkusen schlägt den FC Augsburg ohne große Probleme und hält den Anschluss an die Spitze. Nadiem Amiri schießt ein kurioses Tor.

Die Karnevalszüge in der rheinischen Tiefebene waren am Sonntag abgesagt worden angesichts einer Wetterlage, bei der man keinen Hund vor die Tür schickt. Die Trainer Peter Bosz und Martin Schmidt indes schickten zum Duell zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Augsburg Spieler aufs Feld, bei denen man gespannt war, ob sie wohl über witterungsbedingte Schlüsselqualifikationen verfügen. Sturm und Starkregen aber machten dann überraschend eine Pause, was den gleichermaßen ballversierten wie dominanten Leverkusenern einen 2:0 (1:0)-Sieg ermöglichte. Sie wahren den Kontakt zu den Champions-League-Plätzen, während die Augsburger, die noch nie gegen Leverkusen gewonnen haben, den Anschluss an die Europa-League-Plätze abreißen lassen.

Leverkusens schnelle Flügelstürmer Karim Bellarabi und Leon Bailey saßen anfangs nur auf der Bank, aber mitnichten wegen Aquaplaning-Gefahr. Auch dass Schmidt gleich drei neue Spieler (Felix Uduokhai, Raphael Framberger und Fredrik Jensen) in die Startelf berufen hatte, lag nicht am Wetter. Der Ball rollte bloß ein bisschen schwerer auf dem nassen Rasen.

Die Augsburger spielten hinten ausnahmsweise mit einer Dreierkette. Das nützte ihnen in der 25. Minute aber auch nichts, als Leverkusens Kai Havertz in ihrer Hälfte des Balles habhaft wurde und genug Platz und Zeit fand, um mit einem famosen Diagonalpass den wieselflinken Angreifer Moussa Diaby zur 1:0-Führung zu schicken. Die Augsburger hatten fünf Minuten zuvor allenfalls zu einer weiteren Demonstration beitragen dürfen, wie unausgegoren derzeit im deutschen Fußball das Kartenstrafsystem ist. Als Leverkusens Edmond Tapsoba nämlich dem Augsburger Florian Niederlechner per Handspiel ein Solo aufs Tor versagte, bekam er dafür genauso Gelb wie Augsburgs Jeffrey Gouweleeuw, indem er dies bemängelte und im Strafenkatalog lieber die Vereitelung einer Torchance herangezogen gesehen hätte. Tapsoba wiederum fühlte sich gefoult.

Allzu hitzig wurde es in der Arena zwischen den Autobahnen 1 und 3 darob aber nicht, weil bei schlechtem Wetter in Leverkusen immer gleich etliche Plätze leer bleiben. Unter dieser Mangelerscheinung glaubt man die Leverkusener mitunter ein bisschen leiden zu sehen. Sie spielten vor bloß 23 700 Zuschauern phasenweise verhalten, profitierten aber davon, dass die Augsburger ihre Spieleröffnungen durch Fehlpässe oft selbst zerstörten. Schlimmer als dies war aber, wie sie in der 59. Minute dem Leverkusener Nadiem Amiri bloß Geleitschutz leisteten, als er mit dem Ball über den halben Platz laufen und zum 2:0 vollenden durfte. Da zeigen manche Kinder mehr Engagement, wenn sie bei Karnevalszügen die Naschereien aufsammeln.

Schmidt bat seine Spieler dann gestenreich um Einhaltung der Ordnung, sie kamen noch zu kleineren Chancen, ein größeres Aufbäumen war aber kaum zu erkennen. Leverkusen ist nach dem fünften Pflichtspielsieg in Serie drittbeste Rückrunden-Elf der Liga und erhöht den Druck auf die vor ihnen liegenden Gladbacher und Dortmunder.

© SZ vom 24.02.2020/schm
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