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Leverkusen:Bayer rutscht ab

Drei Siege aus den jüngsten 14 Pflichtspielen: Trainer Peter Bosz ist nach Treuebekenntnissen der Bayer-Chefs mehr denn je gefordert.

Die Krise bei Bayer Leverkusen spitzt sich weiter zu, die Luft für Trainer Peter Bosz könnte trotz zahlreicher Treuebekenntnisse bald dünn werden. Drei Tage nach dem Europa-League-Aus gegen die Young Boys Bern kassierte die Werkself in der Bundesliga eine bittere 1:2 (0:0)-Heimniederlage gegen den SC Freiburg. Damit verpassten die Leverkusener die Chance, nach der Frankfurter Niederlage in Bremen den Rückstand auf die Champions-League-Plätze auf zwei Zähler zu reduzieren. Zudem rutschten sie auf Rang sechs hinter Borussia Dortmund ab. "Gefühlt verspielen wir gerade alles", sagte Nationalspieler Nadiem Amiri.

Die Bayer-Bosse hatten Bosz zuletzt das Vertrauen ausgesprochen, die Champions-League-Qualifikation erwarten sie vom Niederländer aber schon. Drei Niederlagen aus den jüngsten 14 Pflichtspielen sind da eine dünne Ausbeute. "In unserer Situation müssen wir mit unseren Chancen früh in Führung gehen", sagte Bosz denn auch.

Bosz hatte am Sonntag einen Torwart-Tausch vorgenommen. U21-Nationaltorhüter Lennart Grill, der bei seinem Bundesliga-Debüt den zuletzt zweimal patzenden Niklas Lomb ersetzte, traf an der Niederlage dann keine Schuld. Dafür muss Bayer einen langen Ausfall von Winter-Zugang Timothy Fosu-Mensah befürchten. Der Rechtsverteidiger musste mit einer Knieverletzung ins Krankenhaus gebracht werden, "wir befürchten einen Kreuzbandriss", sagte Bosz. Die Freiburger verbesserten sich durch die Tore von Ermedin Demirovic (50.) und Lucas Höler (61.) auf Rang acht und sind bei nur noch drei Punkten Rückstand auf Bayer nun ein Europa-League-Anwärter.

Leon Bailey gelang nur noch der Anschlusstreffer (70.). Bosz hatte gegenüber der Bern-Pleite fünf Wechsel vorgenommen, die mit 24,6 Jahren jüngste Startelf seiner mehr als zweijährigen Amtszeit aufgeboten und den erwarteten Torwart-Wechsel vollzogen. Der im Sommer für zwei Millionen Euro vom Drittligisten Kaiserslautern gekommene Grill hatte in Leverkusen Anlaufschwierigkeiten und war eigentlich nur die Nummer drei. Durch seinen Einsatz wurde Bayer zur erst zweiten Mannschaft neben Schlusslicht Schalke, die bereits drei Torhüter in dieser Saison eingesetzt hat. Grill dirigierte seine Vorderleute deutlich vernehmbar, spielte gut mit, bekam aber wenig zu halten.

Sein Gegenüber Florian Müller, einer der Vorgänger als U21-Nationaltorhüter, war dagegen mehr gefordert. In der zehnten Minute verhinderte er innerhalb von wenigen Sekunden gleich zweimal den frühen Rückstand. Zunächst lenkte er einen Drehschuss von Bailey über die Latte, nach dem folgenden Eckball dann einen Kopfball von Lucas Alario. Überhaupt spielte Leverkusen beherzt und kreativ nach vorne, vor allem über die Außen Bailey und Gray. Doch die Effektivität ließ erneut zu wünschen übrig.

© SZ/dpa/bkl
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