NHL-Playoffs:Draisaitls Serie reißt

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Oilers-Kapitän Connor McDavid (rechts) im Duell mit Stars-Verteidiger Chris Tanev. (Foto: Jerome Miron/USA Today Sports via Reuters Con)

Nach 13 Partien bleibt der Angreifer in den NHL-Playoffs erstmals ohne Torbeteiligung. Seine Edmonton Oilers verlieren Spiel zwei bei den Dallas Stars, fahren aber mit einem guten Gefühl nach Kanada.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles

Es passierte Ungeheuerliches am Samstagabend in der Eishockeyhalle von Dallas: Leon Draisaitl schoss kein Tor, und er legte auch keines auf. Ja, eine Partie ohne Scorerpunkt für den deutschen Angreifer der Edmonton Oilers ist eine Nachricht in den Playoffs der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL, nachdem er zuvor in 13 Spielen nacheinander mindestens einen Scorerpunkt geholt hatte. Die Oilers verloren die zweite Partie der Halbfinalserie bei den Dallas Stars mit 1:3, die erste hatten sie 3:2 nach Verlängerung gewonnen; in der Best-of-seven-Serie steht es damit 1:1. "Wir wollten einen Sieg aus Dallas mitnehmen, also sind wir gut drauf", sagte Kapitän Connor McDavid. Nach Siegen nicht überdrehen, nach Niederlagen keine Panik, das ist die Playoff-Devise der Oilers.

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Die ersten beiden Partien lieferten bereits einen Hinweis darauf, wie die restliche Serie verlaufen dürfte: Die Dallas Stars sind breiter aufgestellt, und sie verfügen über drei ähnlich hochwertige Angriffsreihen, von denen jede an mindestens einem der bislang fünf Treffer in dieser Serie beteiligt gewesen ist. Das bedeutet: Die Stars sind fast die komplette Spieldauer über gefährlich, sie können jederzeit Treffer erzielen wie im ersten Spiel. Das hatte Edmonton kontrolliert und 2:0 geführt, doch nach kleinen Unachtsamkeiten stand es plötzlich 2:2. Im Wissen um die eigene Stärke agieren die Stars auch in stressigen Momenten und Druckperioden der Oilers gelassen - und vorsichtig, weil sie um die zwei großen Stärken ihres Gegners wissen.

Die Oilers beherrschen das Spiel in Über- und in Unterzahl

Erstens: die Angreifer Draisaitl und McDavid, an drei der bislang vier Oilers-Treffer beteiligt. Zweitens: die special teams, das Spiel in Über- und Unterzahl also. Die Powerplay-Quote, die Erfolgsquote bei Zeitstrafen für den Gegner, liegt bei sagenhaften 35 Prozent; die Stars kommen auf gerade einmal 24,3 Prozent. Dallas versucht demzufolge, Strafzeiten möglichst zu vermeiden, zumal Oilers-Trainer Kris Knoblauch dafür Draisaitl und McDavid meist gemeinsam aufs Eis schickt. Im ersten Spiel ließen die Stars nur drei Strafzeiten zu. Die Oilers waren dagegen 14 Minuten in Unterzahl, können sich das aber eher leisten, denn ihre Unterzahl-Quote ist in der gesamten Liga mit Abstand die beste: 92,7 Prozent. Dallas kommt auf 72,4 Prozent.

Die Serie ist eine Knobelaufgabe für die Trainer - bislang beobachtet von Dirk Nowitzki, dessen Statue vor der Halle in Dallas steht, in der er 21 Spielzeiten lang für den anderen Mieter gespielt hat, das Basketball-Franchise Mavericks. Zu den Spielen am Montag und Mittwoch nach Edmonton wird er nicht reisen. Seine Mavericks nämlich kommen nach zwei Auswärtssiegen bei den Minnesota Timberwolves zurück nach Dallas - und könnten die NBA-Halbfinalserie mit zwei Siegen daheim vorzeitig beenden.

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