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Hürdenläufer Karsten Warholm:"Wir erzählen die Geschichten unseres Sports zu schlecht"

World Athletics Championships

Der Schrei! Aber nicht von Edvard Munch, sondern von Karsten Warholm, nachdem er 2017 in London überraschend Weltmeister über 400 Meter Hürden wurde. Auch bei der WM in Doha zählt der Norweger Warholm, 23, wieder zum Favoritenkreis.

(Foto: Lucy Nicholson/Reuters)

Karsten Warholm ist mit 23 einer der weltbesten Leichtathleten. Vor der WM spricht der Norweger über Nachwuchsrennen in Jeans, die Weltrekordjagd - und wie sich sein Sport gerade verändert.

Es war an einem regnerischen Augustabend vor zwei Jahren, bei der Leichtathletik-WM in London, als Karsten Warholm zum ersten Mal ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit fand. Der Norweger rauschte im Finale über 400 Meter Hürden los, als sei eine Wikingerarmee hinter ihm her - "ich kann's nur so", witzelte er später, "ich bin jung, ich bin dumm, ich bin einfach drauflosgerannt". Und weil er seinen Vorsprung bis ins Ziel verteidigt hatte (in 48,35 Sekunden), war er mit 21 Jahren plötzlich Weltmeister - was Warholm eine Grimasse ins Gesicht trieb, die wie eine Hommage an das "Schrei"-Porträt des norwegischen Malers Edvard Munch wirkte. Zwei Jahre später ist der 23-Jährige auch Europameister und Europarekordhalter, er ist dem Weltrekord des Amerikaners Kevin Young (46,78) so nahe gerückt wie kein anderer zuvor (46,92) - und ist noch immer ein Athlet, der seine Emotionen und Gedanken offen zur Schau stellt. Ein Glücksfall für die Leichtathletik, die bei der an diesem Freitag beginnenden WM in Doha erstmals seit 2003 ohne Usain Bolt auskommen muss.

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