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Leichtathletik:Weltmeister Coleman für zwei Jahre gesperrt

17th IAAF World Athletics Championships Doha 2019 - Day Two

Christian Coleman wird für zwei Jahre gesperrt.

(Foto: Patrick Smith/Getty Images)

Der 100-Meter-Sprinter wird wegen drei verpasster Dopingtests bestraft. Schalke spielt im DFB-Pokal gegen Schweinfurt und nicht gegen Türkgücü.

Meldungen im Überblick

Leichtathletik, Coleman: 100-Meter-Weltmeister Christian Coleman ist wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln für zwei Jahre gesperrt worden und wird damit die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Jahr verpassen. Das teilte die unabhängige Integritätskommission AIU des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics (WA) am Dienstag mit. Coleman hat nun 30 Tage Zeit, um gegen die auf den 14. Mai 2020 rückdatierte Sperre Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS einzulegen.

Die AIU sieht es als erwiesen an, dass der US-Amerikaner im Jahr 2019 innerhalb von zwölf Monaten drei "Meldepflichtverstöße" begangen hat. Der 24-Jährige war bereits im Juni vorläufig suspendiert worden. Im Vorfeld der WM 2019 in Doha waren Ermittlungen gegen Coleman wegen dreier "missed tests" letztlich eingestellt worden. Damals musste ein Meldepflichtverstoß nachträglich umdatiert werden und fiel damit nicht innerhalb des Zeitraums von zwölf Monaten. Nach den Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gilt jede Kombination von drei Meldepflichtversäumnissen - entweder das Verpassen eines Tests oder die nicht fristgerechte Einreichung von Unterlagen - innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten als Verstoß.

DFB-Pokal: Nach einem mehrwöchigen juristischen Gerangel darf wie ursprünglich geplant der 1. FC Schweinfurt 05 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Fußball-Bundesligisten Schalke 04 antreten. Das entschied das Schiedsgericht des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) am Dienstag und wies damit eine Klage von Türkgücü München ab. Der Drittligist wollte anstelle des Regionalliga-Vereins Schweinfurt im finanziell lukrativen DFB-Pokal spielen und ging gegen die Nominierung durch den BFV vor.

Das Schiedsgericht, das mit unabhängigen Richtern besetzt war, urteilte nun aber, dass eine entsprechende Corona-Regelung des BFV rechtens war. Türkgücü äußerte sich am Dienstagabend auf Anfrage nicht.

Die Entscheidung der höchsten Sportgerichtsbarkeit im Freistaat ist letztinstanzlich. Allerdings beschäftigte die Causa auch die Zivilgerichtsbarkeit, wo nach einem Urteil des Landgerichts München eine Revision vor dem Oberlandesgericht angestrebt wurde. Zunächst war unklar, ob dieses Verfahren die Pokal-Ansetzung noch beeinflussen kann oder ob es nur noch um mögliche Schadenersatzansprüche geht. Am Dienstagvormittag war bereits eine Entscheidung des Bayerischen Obersten Landesgerichts öffentlich geworden, wonach der Streit um den bayerischen Pokalstarter der Schiedsgerichtsbarkeit unterliegt. Das hatte Türkgücü angezweifelt und deshalb dieses - nun schon dritte involvierte - Gericht angerufen. Der DFB will die Pokal-Partie der Schalker gegen Schweinfurt am Dienstag der nächsten Woche spielen lassen.

Olympia, Biathlon: Der deutschen Biathlon-Männerstaffel dürfte nachträglich der Olympiasieg 2014 in Sotschi zugesprochen werden. Der Internationale Sportgerichtshof CAS sah als erwiesen an, dass der Russe Jewgeni Ustjugow eines Dopingvergehens schuldig ist und bestätigte damit eine Entscheidung des Biathlon-Weltverbandes IBU.

Die IBU hatte den heute 35-Jährigen im Februar aufgrund von Auffälligkeiten in seinem biologischen Blutpass für sämtliche Rennen zwischen 2010 und 2014 disqualifiziert. Darunter fallen auch die Olympischen Spiele 2010, bei denen Ustjugow Gold im Massenstart und Bronze mit der Staffel gewann, sowie 2014, als er mit dem russischen Quartett siegte.

Für die Neuvergabe der Olympia-Medaillen ist das Internationale Olympische Komitee (IOC) zuständig. Die deutsche Staffel mit Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp war in Sotschi Zweiter. Die gleichsam gegen Ustjugow verhängte Vier-Jahres-Sperre fällt nicht sonderlich ins Gewicht, bereits 2014 hatte er seine Karriere beendet.

Ustjugows Anwälte hatten vor dem CAS argumentiert, dass die zu hohen Hämoglobinwerte bei Ustjugow auf eine genetische Anomalie zurückzuführen seien, die schon dessen Eltern besaßen. Der CAS folgte dem nicht. Die IBU begrüßte am Dienstag die Entscheidung der Richter in Lausanne: "Sie unterstreicht unser Bemühen sicherzustellen, dass Biathlon ein sauberer und glaubwürdiger Sport ist."

Fußball, Portugal: Nationalspieler Luca Waldschmidt und der frühere Dortmunder Julian Weigl haben mit Benfica Lissabon auch das fünfte Saisonspiel in der Primeira Division gewonnen und Portugals Fußball-Rekordmeister zum besten Start seit 38 Jahren verholfen. Benfica gewann das kleine Hauptstadtderby gegen Belenenses 2:0 (1:0) und festigte mit 15 Punkten die Tabellenführung vor Meister FC Porto (10). Zuletzt hatte Benfica in der Saison 1982/83 die ersten fünf Gegner besiegt, damals sogar elf Spiele vom Start weg gewonnen.

Gegen Belenenses trafen der frühere Frankfurter Haris Seferovic (6.) und Darwin Nunez (75.) für Benfica. Der fünfmalige Nationalspieler Weigl stand erstmals in dieser Saison in der Startelf. Der aus Freiburg gekommene Waldschmidt, der in den ersten vier Spielen viermal getroffen hatte, kam erstmals als Joker.

DFB-Pokal, Streit: Der Pokalstreit zwischen dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) und Drittligist Türkgücü München um die Teilnahme am Erstrundenduell gegen Schalke 04 wird vor dem Nürnberger Schiedsgericht fallen. Das bestätigte der Zivilsenat des Bayerischen Obersten Landesgerichts (BayObLG), der damit einen Antrag von Türkgücü auf die Feststellung der Unzulässigkeit dieses Verfahrens zurückwies. Der BFV darf nun wieder hoffen, dass seine Nominierung von Viertligist Schweinfurt 05 als Gegner von Schalke 04 Bestand haben wird. Der Verband hatte in der Sache Anfang Oktober sein beim Oberlandesgericht in Nürnberg angesiedeltes Schiedsgericht angerufen.

Das BayObLG kam zu dem Schluss, dass die im Zulassungsvertrag für die Regionalliga-Saison 2019/20 enthaltene und damit von Türkgücü mit unterschriebene Schiedsklausel wirksam sei. Der Streit sei trotz des in der Zwischenzeit erfolgten Aufstiegs des Klubs "von der Schiedsvereinbarung umfasst", weil er "während der Teilnahme von Türkgücü München an der Regionalliga Bayern im Spieljahr 2019/2020 entstanden" sei. Auch verstoße die Schiedsabrede nicht gegen das kartellrechtliche Missbrauchsverbot. Damit sei das Verlangen des BFV "nach einer Schiedsvereinbarung (...) durch sachliche Gründe gerechtfertigt".

Das Pokalspiel soll am 3. oder 4. November (16.30 Uhr/Sky) ausgetragen werden. Türkgücü fordert den Platz als bayerischer Vertreter und damit S04-Gegner für sich ein. Der BFV hatte nach der Saison-Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie aber den Regionalligisten Schweinfurt 05 nominiert - und will bei dieser Entscheidung bleiben.

© SZ.de/sid/dpa/tbr
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