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Leichtathletik: Sprinter vor Gericht:Goldmedaille verweigert

Das IOC ordnet für den Morgen des 13.August eine Anhörung an, zu der die Sprinter wegen ihrer angeblichen Unfallverletzungen nicht erscheinen. Auch den Termin am 16. nehmen sie nicht wahr, erst am 18. sagen sie aus, woraufhin das IOC ihnen die Olympia-Akkreditierung wegnimmt und den Fall dem Leichtathletik-Weltverband IAAF übergibt.

Die IAAF verhängt im Dezember zwei Jahre Sperre wegen dreier so genannter missed tests - verpasster Termine mit IOC-Kontrolleuren (zwei Versäumnisse führen noch nicht zur Sperre) - im Sommer 2004. Die Strafe hebt der griechische Leichtathletik-Verband Segas im Frühjahr 2005 auf (Coach Tzekos indes wird von Segas für vier Jahre gesperrt wegen Nichtweitergabe des Kontrolltermins am 12.8.2004 an seine Athleten).

Deshalb zieht die IAAF vor den internationalen Sportgerichtshof Cas. In der Übereinkunft der Parteien akzeptiert Thanou, dass es drei missed tests gab; dafür behauptet die IAAF nicht mehr, Thanou sei Testern bewusst entwischt und habe Proben verweigert. Die Sperre jedoch ist Fakt, sie endet im Dezember 2006.

Dass die Anklage vom Athener Gericht in dieser Woche abgewiesen wird, der Unfall nicht vorgetäuscht war, um der dritten Kontrolle zu entgehen: höchst unwahrscheinlich. Was aber, wenn es zu einem Deal kommt, aus dem herauszulesen ist, dass Thanou damals kein "unakzeptables Benehmen" an den Tag gelegt und der olympischen Bewegung keine "Schande" bereitet hat?

Derart argumentierend hatte das IOC Thanou den Start bei den Spielen 2008 in Peking untersagt und ihr, der offiziell Sauberen, 2009 das Gold verweigert, das sie nach Platz zwei bei Olympia in Sydney von der überführten Marion Jones hätte übernehmen sollen. "Eine Goldmedaille überreichen bedeutet, dass man jemandem eine Ehre erweist, und deshalb ist die Frage, ob sie solch eine Ehre verdient. Wir sind der Meinung, dass sie sie nicht verdient", hatte IOC-Disziplinarchef Thomas Bach begründet.

Jetzt wundert sich die Leichtathletik über die entstandene Situation: Die 100 Meter von Sydney sind aus IOC-Sicht die einzige olympische Disziplin seit 1896 ohne eine Goldmedaillengewinnerin; der Leichtathletik-Weltverband führt jedoch Thanou als 100-Meter-Erste mit einem Sternchen und dem Hinweis: "Einer IOC-Entscheidung folgend, wird Thanou nicht mit Gold ausgezeichnet, behält aber Silber." Ekaterini Thanou kommentierte das so: "Das ist die absurdeste Entscheidung in der Geschichte der Leichtathletik."