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Leichtathletik:Naser winkt Freispruch

400-Meter-Weltmeisterin Salwa Eid Naser aus Bahrain () muss nach dem Wirbel um vermeintliche Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln wohl keine Sperre fürchten. Die Disziplinarkommission des Leichtathletik-Weltverbandes hat die Anklage wegen angeblicher Versäumnisse gegen die Meldepflicht für Dopingtests überraschend fallen gelassen. Die Integritätskommission des Weltverbandes (AIU) hat allerdings noch 30 Tage Zeit, gegen diese Entscheidung vor dem internationalen Sportgerichtshof in Berufung zu gehen. Die AIU hatte Naser vorgeworfen, innerhalb eines Jahres widerrechtlich mindestens drei Dopingtests verpasst und in einem weiteren Fall das Meldesystem nicht korrekt befüllt zu haben. Die Disziplinarkammer des Weltverbandes erkannte eines dieser angeblichen Fehlverhalten der 22-Jährigen allerdings nicht als Verstoß an - so fielen die drei übrigen Vergehen nicht mehr in das Zwölf-Monats-Fenster, das für diese Verstöße maßgeblich ist. Naser war 2019 über 400 Meter in spektakulären 48,14 Sekunden Weltmeisterin geworden und damit auf den dritten Rang der ewigen Bestenliste in der Disziplin vorgestoßen. Ihre drei verpassten Dopingtests hatte sie in einer verstörenden Stellungnahme später als "normal" bezeichnet und angefügt: "Ich bin niemals eine Betrügerin gewesen und werde es auch niemals sein."

© SZ vom 21.10.2020 / sid

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