Malaika Mihambo Warum sie vom Leichtathletik-Verband herabgestuft wurde

Dabei hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband Mihambo kurz zuvor noch aus dem Olympiakader in die Perspektivauswahl herabgestuft, in die zweite Reihe also, auch in finanzieller Hinsicht. Mihambo war im Januar 2017 auf einer Treppe abgerutscht und hatte sich einen Gelenkerguss und ein Sesambeinödem im Fuß zugezogen, die Folgen machten ihr lange zu schaffen.

Dass der Verband eine schon damals verdiente Mitarbeiterin recht hastig zurückstufte, ärgerte ihren Trainer mächtig ("Das ist nicht die richtige Botschaft an die Athleten"); mittlerweile habe der DLV den Fehler immerhin eingesehen, die Förderung wieder aufgestockt. Aber ein emsiger Handel von Wissen und Trainingslehre, wie bei den deutschen Speerwerfern etwa, werde bei den Weitspringerinnen nach wie vor kaum gepflegt, sagt Weber heute. Wobei es ja auch immer so gewesen war: Mihambo und ihr Trainer hatten sich stets etwas fernab der etablierten Pfade Richtung Weltspitze aufgemacht, und diese Route war ja nie die schlechteste gewesen.

"An Reife und Selbstbewusstsein gewonnen"

Sie haben zuletzt zum Beispiel die früh im Jahr terminierten Trainingslager des DLV ausgelassen, dafür in Ruhe an Feinheiten getüftelt. Mihambo war in den vergangenen Jahren etwas kraftschonender und flacher abgesprungen, als Spätfolge ihrer Verletzung - dafür lief sie schneller an, um den Verlust an Sprungkraft auszugleichen. Mittlerweile könne sie wieder kraftvoller abheben, sagt Weber, gepaart mit dem schnellen Anlauf seien dann Sätze wie nun in Rom möglich. Ansonsten habe er festgestellt, dass Mihambo "schon noch mal an Reife und Selbstbewusstsein gewonnen hat". Früher habe sie gesagt: Wer älter und etablierter sei als sie, darf auch mal besser sein. "Jetzt ist es ihr schon wichtig, die Nummer eins in der Welt zu sein", sagt Weber. "Und das will sie auch bleiben."

Aber sonst? Ist Mihambo dem treu geblieben, was sich bewährt hat: ihrem Verein, ihrem Umfeld, der ruhigen, gewissenhaften Vorbereitung, die sie an diesem Freitag zum Anhalt-Meeting nach Dessau, nach Berlin und bald in eine Trainingspause führt; dann beginnen die Generalproben für die WM Ende September. Malaika Mihambo befindet sich noch immer am Anfang von etwas Größerem, so hat es manchmal den Anschein - in dieser langen Saison und überhaupt.

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