Leichtathletik:Marathonläuferin Keitany beendet Karriere

Mary Keitany beendet Karriere

Wenn die Marathonläuferin Mary Keitany nicht geflunkert hat, dann steht ihre Geschichte auch dafür, dass man es mit der Kraft der Ahnungslosigkeit in die Weltspitze schaffen kann. Gut, unerhört ausdauernd sollte man auch noch laufen können. Ansonsten, hat Keitany oft betont, halte sie nicht viel von ausgetüftelten Rennstrategien, neuartigen Schuhmodellen oder sonstigen sportwissenschaftlichen Tüfteleien. "Ich höre nur auf meine Erschöpfung", hat Keitany einmal dem Magazin New Yorker gesagt. Das führte immer wieder zu, nun ja, recht originellen Rennverläufen, 2017 in London etwa. Keitany raste damals in irrwitzigen 66:54 Minuten durch die erste Rennhälfte, kämpfte auf der zweiten dann ums Ankommen, aber das reichte noch immer für 2:17:01 Stunden - bis heute die schnellste Zeit in einem reinen Frauenrennen; nur die Britin Paula Radcliffe (2:15:25) und die Kenianerin Brigid Kosgei (2:14:04) waren in gemischten Wettbewerben je schneller. Keitany gewann noch zwei weitere Male in London, vier Mal sogar den prestigeträchtigen Marathon in New York. Nur bei Olympia reichte es nie zum Hauptgewinn; die Tokio-Spiele in diesem Sommer verpasste die 36-Jährige wegen einer Rückenverletzung, die sie nun auch zum Rücktritt zwang. Sie habe ihre Verletzung ursprünglich in Europa behandeln lassen wollen, richtete Keitany am Mittwoch aus, doch die Corona-Pandemie habe das unmöglich gemacht.

© SZ vom 23.09.2021 / Johannes Knuth
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