Legendäre Formel-1-Duelle – Moss gegen Hawthorn, 1958

In den "Roaring Fifties" sind Männer noch Männer und Autos noch Autos. Die Formel 1 in dieser Epoche? Ein wilder Wanderzirkus furchtloser Helden. So führt das Rennen in Porto 1958 gar zum Teil über Kopfsteinpflaster und Straßenbahnschienen - der Engländer Stirling Moss (li.) gewinnt diesen Grand Prix. Sein schärfster Konkurrent, Mike Hawthorn (Bildmitte), dreht sich in der Schlussphase, lässt seinen Ferrari gegen die Fahrtrichtung anrollen und wird Zweiter. Für dieses Manöver sollte Hawthorn disqualifiziert werden, doch Moss setzt sich für ihn bei der Rennleitung ein. Hawthorn bleibt in der Wertung.

Moss avanciert in den 50ern zu einem der erfolgreichsten Formel-1-Fahrer - so auch im Jahr 1958. Der Brite wird in den drei Saisons zuvor dreimal Zweiter hinter dem legendären Juan Manuel Fangio. Diesmal landet er knapp hinter Hawthorn, und das, obwohl Moss viermal triumphiert, sein Gegner nur einmal. Hawthorn hat aber fünf zweite Plätze zu verzeichnen und wird mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister. Moss, stets Gentleman, kommentiert den Vorfall in Portugal ohne Reue: "Wenn ich mich nicht so für ihn eingesetzt hätte, wäre ich jetzt Champion. Aber ich würde das jederzeit wieder tun, weil es fair war." (mike)

Bild: imago sportfotodienst 16. März 2012, 10:222012-03-16 10:22:32 © SZ.de