Leere Stadien bei Olympia Ein Upgrade gefällig?

Die zweite Kategorie sind die Plätze für Regierungsbehörden und Funktionäre. Dort gilt wie bei den Journalisten: Wenn wenige erscheinen, sitzt eben keiner auf den Stühlen.

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Es ist die dritte Kategorie, über die nun diskutiert wird und die vor allem Organisationschef Coe verärgert: Sponsoren haben etwa fünf Prozent der Tickets erhalten - und das sind nun zu einem großen Teil die Sitze, die nicht besetzt sind. Coe hatte schon vor den Spielen angekündigt, er werde Firmen öffentlich nennen und anprangern, die Sitzplatzkontingente gekauft, dann aber nicht in Anspruch genommen haben.

Großbritanniens Sportminister Jeremy Hunt bezeichnete die leer gebliebenen Sitze als "sehr enttäuschend" und forderte eine Untersuchung: "Wenn einige Gruppen nicht erscheinen, dann müssen diese Sitze für die Öffentlichkeit freigegeben werden, denn die bringt die Stimmung."

Diese Untersuchung hat das Organisationskomitee nun eingeleitet - und eine Verbesserung der Situation versprochen. Es sei bereits eingeführt worden, dass Zuschauer, die das Stadion vorzeitig verlassen, ihre Karten zurückgeben, so dass sie an die weitergegeben werden können, die vor dem Stadion warten.

Immerhin sind die für Athleten reservierten Sitze sehr gut gefüllt. Die deutsche Schwimmerin Lisa Vitting sagte vor ein paar Tagen: "Wir wollen so viele Sportarten wie möglich sehen und unsere Kollegen unterstützen." Beim Kampf des Boxers Stefan Härtel im ExCel saßen deutsche Hockeyspieler auf der Tribüne, um ihn anzufeuern.

"Wir werden das Problem schnell lösen", sagt Sportminister Hunt. Es gibt nun den Vorschlag einer 30-Minuten-Regel: Sollten 30 Minuten nach Beginn eines Wettkampfes noch Plätze frei sein, dann sollen diese an vor den Arenen wartenden Menschen weitergegeben werden - auch Plätze, die für Journalisten oder Funktionäre reserviert sind.

Es wird auch über eine Variante diskutiert, die in Wimbledon angewendet wird. Wer sein Ticket nicht mehr benötigt, der soll es an ausgewählten Stellen im Olympic Park weiterverkaufen können. "Wir müssen noch prüfen, wie wir das logistisch lösen", sagt Hunt. Es gebe bereits Zuschauer, die Tickets nur für den Olympic Park haben, nicht aber für Wettbewerbe. Diesen Besuchern, die ohnehin da sind, könnte man ein Upgrade geben.

Auf eine schnelle Lösung hofft auch Becca Adams in ihrem Laden am Bahnhof von St. Pancras. Sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, einen Wettbewerb der Olympischen Spiele live zu erleben: "Wie ich schon sagte: Wenn sie jemanden brauchen, der sich auf einen Stuhl im Stadion setzt, dann sollen sie Bescheid sagen. Ich laufe auch zu Fuß rüber."