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Eklat bei Lazio Rom:Ein Vorschlag von Ex-Premier Matteo Renzi

Wie sonst ist zu erklären, dass 2015, zum 70. Jahrestag des Kriegsendes, die Jüdische Brigade in Rom von der Gedenkfeier ausgeschlossen wurde? Jüdische Italiener hatten an der Seite von katholischen und kommunistischen Partisanen gegen die Nazis gekämpft, nun wurde ihre Fahne mit dem Davidstern als "Propaganda für Israel" verunglimpft. Beim Aufmarsch der Partisanenverbände wehten stattdessen Palästina-Fahnen. "Wir kämpfen für alle Unterdrückten. Die Jüdische Brigade hat sich selbst ausgeschlossen", erklärte allen Ernstes der Vorstand des Partisanenverbandes. Zurücktreten musste niemand.

Was die Vergangenheitsbewältigung angeht, ist Italien noch nicht einmal im Jahre null angekommen. In der Abgeordnetenkammer wurde kürzlich mit Müh und Not ein Gesetzentwurf verabschiedet, der die Verbreitung neofaschistischer Propaganda und faschistischer Devotionalien wie den an jedem Zeitungskiosk erhältlichen Mussolini-Kalender unter Strafe stellt. Dagegen stimmte die Partei des EU-Parlamentspräsidenten Tajani, Forza Italia, die Lega Nord und die Fünfsternbewegung des Ex-Komikers Beppe Grillo. Letztere sah durch das Gesetz die Meinungsfreiheit bedroht. Für den Fall, dass sie die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr gewinnen, wollen die Rechtspopulisten das Verbot wieder abschaffen.

"Wenn ich Fußballpräsident wäre, würde ich meine Mannschaft mit dem Davidstern auf den Trikots einlaufen lassen", tönte jetzt Matteo Renzi, der einstige Premier und Chef der sozialdemokratischen Regierungspartei PD. Es spricht eigentlich nichts dagegen, im Parlament mit einer ähnlichen Aktion zu beginnen.

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