Lauterbach über Kimmich: "Zeigt, wie schwer es ist, ungeimpft Covid zu vermeiden"

Der SPD-Gesundheitsexperte findet deutliche Worte zur Infektion des Münchner Profis. Auf der Jahreshauptversammlung der Bayern wird nicht über das Katar-Sponsoring abgestimmt.

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Corona, Kimmich: Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat Nationalspieler Joshua Kimmich nach dessen Corona- Ansteckung eine "schnelle vollständige Genesung" gewünscht. "Der Fall zeigt, wir schwer es ist, ungeimpft heute Covid zu vermeiden." In der Gruppe der Ungeimpften liege die Inzidenz weit über 1000, schrieb der SPD-Politiker bei Twitter und warnte zugleich: "Das Risiko ist unbeherrschbar." Kimmich ist positiv auf das Coronavirus getestet worden, hatte der FC Bayern am Mittwoch bestätigt.

Der bislang ungeimpfte 26-Jährige befand sich zuletzt in Quarantäne, nachdem er Kontakt zu einer positiv getesteten Person gehabt hatte. Seit Wochen stand Kimmich deutschlandweit im Mittelpunkt von öffentlichen Debatten, nachdem der Bayern-Profi Ende Oktober eingeräumt hatte, nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", hatte Kimmich sein Zögern begründet.

FC Bayern, Jahreshauptversammlung: Ein Antrag gegen das Katar-Sponsoring wird auf der JHV des Rekordmeisters nicht zur Abstimmung kommen, wie die SZ erfuhr. Die 13. Zivilkammer des Landgerichts München I hat am Donnerstag nur wenige Stunden vor der für 19.00 Uhr angesetzten Versammlung im Münchner Audi Dome "die sofortige Beschwerde gegen die Entscheidung des Amtsgerichts München" für "eine Ergänzung der Tagesordnung hinsichtlich des Sponsorings durch Qatar-Airlines" zurückgewiesen. Der FC Bayern sei damit nicht verpflichtet, auf der anstehenden Mitgliederversammlung "über das weitere Sponsoring durch Qatar Airlines zu beraten", wie das Gericht mitteilte.

Zur Begründung führte das Landgericht an, "dass die Ergänzung der Tagesordnung abgelehnt wurde, weil die Mitgliederversammlung für den bezeichneten Beratungs- und Beschlussgegenstand laut Vereinssatzung nicht zuständig ist". Innerhalb des Vereinsgefüges sei die Geschäftsführung und somit auch das Thema Sponsoring für den Bereich Fußball durch die Vereinssatzung ausschließlich Aufgabe des Präsidiums und damit der Zuständigkeit der Mitgliederversammlung entzogen. Der Beschluss des Landgerichts (Az. 13 T 15372/21) sei bindend. Bayern-Mitglied und Initiator Michael Ott wollte die Behandlung des Streitthemas bei der Versammlung durchsetzen. Das Thema Katar könnte in Redebeiträgen am Donnerstagabend trotzdem noch zur Sprache kommen. Zahlreiche Bayern-Fans stören sich wegen der umstrittenen Menschenrechtsfrage im Gastgeberland der nächsten Fußball-WM an der hoch dotierten Partnerschaft mit der katarischen Fluglinie. Der Verein soll Druck auf die FC Bayern AG ausüben, dass der bis 2023 laufende Millionenvertrag beendet und nicht verlängert wird.

Basketball, Paul Zipser: Beim Nationalspieler haben sich die Perspektiven im Leben nach seiner Hirn-Operation verschoben. "Basketball ist auf jeden Fall kleiner für mich. Das heißt nicht unwichtig, aber wenn's nicht laufen sollte, könnte ich das wohl auch schneller vergessen", erzählte der Profi vom FC Bayern im clubeigenen Podcast "Open Court". Gesundheit sei die Nummer eins, alles andere komme auf Platz vier bis weiter runter. "Das habe ich gelernt", sagte der frühere NBA-Spieler. Zipser hatte im Juni die Finalserie um die deutsche Meisterschaft gegen Alba Berlin verpasst. Er musste nach einer plötzlichen Hirnblutung notoperiert werden. "Meine Reha ist wirklich eine Achterbahnfahrt: stetig aufwärts, aber immer wieder auch mal eine Woche zurück", berichtete der 27 Jahre alte Flügelspieler über die Zeit nach dem Eingriff.

Ein Zeitpunkt für ein Comeback ist nicht bekannt. Ein paar Sachen fehlten noch, sagte Zipser und berichtete von ersten Versuchen. "Selbst in der Halle am Anfang, wenn wir was Neues getestet haben und ich meinen Kopf drehen sollte - da bin ich einfach hingeflogen." Es seien zehn, 15 Sachen, auf die er jetzt achten müsse: Den Ball fangen, den Ball rüber nehmen, Dribbling und den Wurf. "Normalerweise denke ich aber nur eine Sache: Oh, ich bin frei, ich werfe!", sagte der Basketballer.

Tennis, Djokovic: Turnierdirektor Craig Tiley rechnet mit einer Teilnahme von Novak Djokovic an den Australian Open trotz dessen Impfskepsis. "Novak hat neunmal die Australian Open gewonnen, und ich bin mir sicher, dass er auf zehn kommen möchte", sagte Tiley dem Sportsender SEN. "Er steht bei 20 Grand-Slam-Titeln, genauso wie Rafael Nadal, der hierher kommt, und Roger Federer. Also wird einer von ihnen die anderen übertreffen", sagte der Verbandschef von Tennis Australia weiter: "Ich glaube nicht, dass Novak dieses Kunststück einem anderen überlassen will." Der Weltranglistenerste Djokovic hat sich noch nicht klar zu einer Teilnahme beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres (ab 17. Januar) in Melbourne bekannt. Erst in der vergangenen Woche hatten die Veranstalter bekannt gegeben, dass nur geimpfte Tennisprofis bei den Australian Open aufschlagen dürfen.

Der Major-Rekordsieger vermied es bislang stets, öffentlich angaben zu seinem Impfstatus zu machen. "Wir werden abwarten müssen und es dann sehen", hatte Djokovic in der vergangenen Woche bei den ATP Finals auf die Frage geantwortet, ob er seinen Titel in Melbourne verteidigen werde. Tiley betonte nun erneut: "Eines ist sicher: Wenn er im Januar hier spielt, dann ist er geimpft." Wie Tennis Australia am Donnerstag bekannt gab, wird das Tennisjahr 2022 mit dem ATP Cup in Sydney eröffnet. Das Männer-Mannschaftsturnier, bei dem auch Olympiasieger Alexander Zverev für Deutschland aufschlagen wird, startet am 1. Januar. Bis zum Beginn der Australian Open wird es zahlreiche weitere Vorbereitungsturniere in Sydney, Adelaide und Melbourne geben.

3. Liga, Türkgügü: Nach nur sieben Ligaspielen hat Fußball-Drittligist Türkgücü München seinen Trainer Peter Hyballa entlassen. Das teilte der Klub am Dienstag mit. "Die Resultate der vergangenen Spiele sowie das Tabellenbild, das sich zuletzt entwickelt hatte, haben uns dazu bewegt, an dieser Stelle den gemeinsamen Weg mit Peter Hyballa zu beenden", sagte Geschäftsführer Max Kothny.

Das 0:2 bei Eintracht Braunschweig am Samstag war die vierte Niederlage in Serie, insgesamt kam Hyballa nur auf zwei Siege und fünf Pleiten. Die Münchner rutschten in der Tabelle auf Platz 16 ab und sind nur noch zwei Punkte von der Abstiegszone entfernt. Außerdem schied Türkgücü im Landespokal gegen Aubstadt (1:3) aus. "In den kommenden Tagen werden wir uns intensive Gedanken über die Marschroute der anstehenden Wochen und Monate machen, um so einen geeigneten Nachfolger präsentieren zu können", sagte Kothny. Bis auf Weiteres werden die Co-Trainer Alper Kayabunar und Nicolas Masetzky das Training übernehmen.

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