Rücktritt von Laura Dahlmeier:Dahlmeiers Körper machte immer mehr Probleme

Die Nervenstärke war das eine, die schnellen Beine das andere. "Sie kann rennen wie ein Pferd", hat ihre frühere Konkurrentin Gabriela Koukalova mal gesagt. Und meistens konnte man Dahlmeier die Gier ansehen, die in ihrem Blick lag, wenn sie die Schlussrunden bezwang, Meter für Meter bis zur Ziellinie. Und oft bis zum nächsten Erfolg. 33 Weltcupsiege hat sie gefeiert, 2017 die Gesamtwertung gewonnen. Und insgesamt 15 WM-Medaillen.

Nach Olympia habe sie eine große Leere gespürt, sagte Dahlmeier vor Saisonstart in einer ARD-Dokumentation, doch die Begeisterung für die Qual kam noch einmal zurück. Sie wollte es noch einmal wissen mit dem Schießen und dem Laufen, doch nun machte der Körper ihr Probleme, immer wieder. Eine entzündete Wunde im Oberschenkel, eine Weisheitszahn-OP, viele Infekte. Im Oktober war sie so geschwächt, dass sie eine Woche im Krankenhaus war. "Ich bin in dem Jahr vor so viele Herausforderungen gestellt worden. Ich habe mir echt gedacht: Was ist das für eine Lektion, die ich jetzt wieder lernen muss?", sagte sie schließlich vor zwei Monaten in Östersund bei der WM.

Dort erwischte sie die nächste Erkältung, trotzdem gewann sie noch zwei Medaillen. "Bronze fühlt sich heute wie Gold an", sagte sie nach ihrem dritten Platz im Sprint. Und war sogar von sich selber überrascht, was ihr Körper schon wieder geleistet hatte. Doch Dahlmeier, die Kletterin, hatte nun auch Signale vernommen, die lauter wurden. "Mein Ziel ist es dann auch nicht, Vierzigste zu werden", sagte sie mal, "ich möchte vorne mitkämpfen."

Um Platz für neue Abenteuer zu schaffen, sei es nun an der Zeit, "das Kapitel Biathlon zu schließen", schrieb Dahlmeier. Für die, die immer die Ruhe in den Bergen geliebt hat, bricht nun vielleicht der schönste Sommer seit langem an.

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