Biathlon-OlympiasiegerinSchwierige Bedingungen – Kletterer und Bergträger versuchen Rettung von Dahlmeier

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Bei einem Bergunfall ist Laura Dahlmeier, 31, offenbar schwer verunglückt.
Bei einem Bergunfall ist Laura Dahlmeier, 31, offenbar schwer verunglückt. (Foto: Matthias Balk/picture alliance/dpa)

Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier ist beim Bergsteigen in Pakistan von Steinschlag getroffen worden. Bislang konnten keine Bergretter zu ihr vordringen.

Die ehemalige Biathletin Laura Dahlmeier ist bei einem Bergunfall im Karakorum-Gebirge in Pakistan schwer verunglückt. Wie ihr Management am Dienstag mitteilte, wurde die 31-Jährige dabei mindestens schwer verletzt. Die zweimalige Olympiasiegerin sei am Montag gegen Mittag (Ortszeit) am 6069 Meter hohen Laila Peak von Steinschlag getroffen worden.

Nach einer Unterbrechung wegen widriger Verhältnisse am Berg ist an diesem Mittwoch der Rettungseinsatz wiederaufgenommen worden. Das teilte ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Bisher könne die Mission jedoch nur am Boden stattfinden. Helikopter seien aufgrund der schlechten Wetterbedingungen noch nicht gestartet. Vier erfahrene Kletterer und zwei Bergträger seien in zwei Teams auf dem Berg unterwegs, um die 31-Jährige zu erreichen. Zuvor waren die Versuche, zu Dahlmeier durchzudringen, nach Einbruch der Dunkelheit vorübergehend eingestellt worden.

Die Anteilnahme in den sozialen Netzwerken ist groß

In den sozialen Netzwerken nahmen innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Sportler Anteil und drückten ihre Unterstützung aus. „Auf einmal steht die Zeit still. Wir alle denken an dich, Laura“, schrieb Rodler Felix Loch. „In Gedanken bei dir“, schrieb dessen Kollegin Dajana Eitberger.

Dahlmeier ist eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen der Weltcup-Geschichte. Ihr Debüt gab sie am 1. März 2013 in Oslo, den ersten WM-Titel gewann sie 2015 mit der deutschen Staffel im finnischen Kontiolahti, sechs weitere Goldmedaillen sollten folgen. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang sicherte sie sich im Sprint und in der Verfolgung Gold, dazu gewann die gebürtige Garmisch-Partenkirchenerin im Einzel Bronze. Insgesamt gewann Dahlmeier 20 Weltcup-Rennen, bevor sie 2019 im Alter von 25 Jahren ihre Karriere beendete.

Neben ihrer Tätigkeit als ZDF-Expertin bei den Biathlon-Weltcups fokussierte sich Dahlmeier nach ihrem Karriereende auf das Bergsteigen. Sie ist staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin, gilt als erfahrene und risikobewusste Bergsteigerin. Erst im vergangenen November hatte sie den enorm anspruchsvoll zu erklimmenden Himalayagipfel Ama Dablam (6812 Meter) in Nepal bestiegen und dabei einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt.

Seit Ende Juni war sie mit Freunden in der nun betroffenen Region unterwegs. Sie hatte am 8. Juli bereits erfolgreich den Great Trango Tower (6287 Meter) bestiegen. Der Laila Peak war das zweite geplante Gipfelziel. Der Berg liegt unweit des K2, des zweithöchsten Bergs der Welt, nahe der Grenze zu China. Die Region im pakistanisch verwalteten Teil Kaschmirs zieht jedes Jahr Bergsteiger an, die Risiken durch Lawinen und Unwetter sind aber hoch.

© SZ/sid/dpa/danju - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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