Länderspiel-Nominierung:Löw holt Weidenfeller in die Nationalmannschaft

Der Traum von Roman Weidenfeller wird doch noch wahr: Joachim Löw hat Dortmunds Torwart für die Länderspiele gegen Italien und England erstmals in die Nationalmannschaft berufen. Der 33-Jährige wäre bei einem Einsatz der älteste Debütant der Historie im Tor der DFB-Auswahl.

Für Roman Weidenfeller geht der Traum von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft doch noch in Erfüllung. Bundestrainer Joachim Löw hat den 33 Jahre alten Torwart von Borussia Dortmund für die Länderspiele am 15. November (20:45 Uhr/ZDF) in Mailand gegen Italien und am 19. November (21:00 Uhr/ARD) in London gegen England erstmals in den Kreis der DFB-Auswahl berufen.

"Ich bin froh und glücklich über diese Einladung", sagte Weidenfeller, Löw habe seinen "Traum wahr werden" lassen: "Ich freue mich darauf, im Kreis der Nationalmannschaft dabei sein zu dürfen und lasse alles in Ruhe auf mich zukommen."

BVB-Profi Weidenfeller, der 300 Bundesliga-Spiele absolviert hat, könnte damit zum ältesten Torwart-Debütanten in der DFB-Geschichte werden. Er würde im Fall eines Einsatzes Toni Turek, Torwart der Weltmeister-Mannschaft von 1954, ablösen, der bei seinem ersten Länderspiel-Einsatz 31 Jahre und 308 Tage zählte.

Löw hatte Weidenfeller seit längerer Zeit beobachtet. "Wir haben seine konstant starken Leistungen für Borussia Dortmund in der Bundesliga und der Champions League registriert. Wir freuen uns darauf, ihn nun bei uns zu haben und näher kennenzulernen", sagte er vor seinem 100. Länderspiel als Bundestrainer, stellte aber auch gleich klar: "Manuel Neuer ist aktuell unsere klare Nummer eins."

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sprach von einer "großen Geschichte für Roman. Das deutete sich an und ist total verdient. Darüber gibt es in Deutschland keine zwei Meinungen", sagte er dem Sportinformationsdienst. Zuletzt vertraute Löw hinter Neuer auf René Adler und Ron-Robert Zieler. Weidenfeller fand trotz starker Leistungen in der Liga und in der Champions League dagegen keine Berücksichtigung. Diesmal fehlt Zieler (Hannover 96) im Aufgebot.

Doch von einer Tendenz im Kampf um eines der begehrten 23 Tickets für die WM in sieben Monaten in Brasilien will der Bundestrainer nichts wissen: "Weder auf der Torhüter- noch auf einer anderen Position müssen wir zum jetzigen Zeitpunkt Entscheidungen treffen. Wir sind froh über jede Gelegenheit, im taktischen oder auch personellen Bereich testen zu können. Der Konkurrenzkampf auf einzelnen Positionen wird somit in den nächsten Monaten sicher härter."

Verzichten muss Löw auf seinen Mittelfeldchef Schweinsteiger. Der 29 Jahre alte Münchner, der zuletzt in Schweden seinen 100. Einsatz absolviert hatte, muss sich einer erneuten Operation am rechten Sprunggelenk unterziehen. "Er ist bei uns eine feste Größe, auch in Hinblick auf die WM in Brasilien", sagte Löw, dem zudem weiter die verletzten Mario Gomez, Ilkay Gündogan und Lukas Podolski fehlen. Routinier Miroslav Klose, der zuletzt verletzungsbedingt passen musste, kehrt zurück und steht in seiner Wahlheimat Italien vor seinem 131. Länderspiel.

Triple-Gewinner FC Bayern stellt mit den Spielern Neuer, Jérôme Boateng, Philipp Lahm, Toni Kroos, Thomas Müller und Mario Götze das größte Kontingent im DFB-Kader. Vom BVB nominierte Löw neben Weidenfeller Mats Hummels, Marcel Schmelzer, Sven Bender und Marco Reus. Die deutsche Elf trifft sich zur Vorbereitung auf die beiden Spiele am Montag in München. Am Donnerstag reist das DFB-Team nach Mailand, am Samstag geht es dann nach London weiter.

Das DFB-Aufgebot: Tor: René Adler (Hamburger SV), Manuel Neuer (Bayern München), Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund). Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (FC Arsenal), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund), Heiko Westermann (Hamburger SV). Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Sven Bender (Borussia Dortmund), Julian Draxler (Schalke 04), Mario Götze (Bayern München), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sidney Sam (Bayer Leverkusen), André Schürrle (FC Chelsea). Angriff: Miroslav Klose (Lazio Rom), Max Kruse (Borussia Mönchengladbach)

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