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Labbadias Aus beim VfB Stuttgart:Schneider als Kandidat

Dürften Fans Trainer feuern, Labbadia hätte in Augsburg längst nicht mehr auf der VfB-Bank gesessen. Zuletzt hatte der 47-Jährige immer wieder Taktik und Aufstellung verändert, es wirkte beinahe verzweifelt. Die Bilanz der noch jungen Saison: Außer dem Pokalspiel beim Fünftligisten Dynamo Berlin (2:0) gewann Labbadia kein einziges der bislang sechs Pflichtspiele.

Schlimmer als die Ergebnisse aber war das Auftreten der Mannschaft, die mit ansprechendem Personal wie Stürmer Mo Abdellaoue in der Sommerpause verstärkt wurde: konzeptlos, ideenlos, lustlos. Wie weggeblasen war der Schwung vom Pokalfinale in Berlin, als der VfB dem FC Bayern einen großen Kampf lieferte, am Ende knapp 2:3 verlor. Aus dem VfB-Umfeld war außerdem zu hören, dass sich einige Spieler über Labbadia beschwert hätten, vor allem die Zugänge sollen unzufrieden gewesen sein.

Elf des Bundesliga-Spieltags

So rot wie noch nie

Einer der schärfsten Kritiker Labbadias dürfte allerdings ein Mann gewesen sein, der erst in ein paar Tagen sein Amt beim VfB Stuttgart antritt: Bernd Wahler, Manager bei einem Sportartikelhersteller, vor wenigen Wochen zum neuen Vereinspräsidenten gewählt. Der 55-jährige Wahler ist das Gegenteil von Labbadia: Lautsprecher, Visionär, Stimmungsmacher statt Stimmungstöter. Das mögen die VfB-Mitglieder, die Mahler prompt mit 97,4 Stimmen zum Chef machten. Dass Lautsprecher Wahler ein Befürworter des Leisetreters Labbadia gewesen ist, ist nur schwer vorstellbar. Gut möglich, dass der neue Präsident bereits ein Wort mitgesprochen hat bei der Trainerentlassung.

Mit Wahler und Bobic stehen nun zwei Männer an der Vereinsspitze, die große Pläne haben und die Aufbruchsstimmung lieben. Dass ein ebenso sachlicher Typ wie Labbadia neuer Trainer wird, galt daher als unwahrscheinlich. Stattdessen setzt der VfB Stuttgart nun auf den bisherigen Nachwuchstrainer Thomas Schneider, einer aus der Kategorie jung und dynamisch, ein Typ wie der Mainzer Coach Thomas Tuchel, sagen manche.

Fredi Bobic schwärmt jedenfalls in höchsten Tönen von Schneider. Er sei ein großes Trainertalent, sagt Bobic. So viel Lob hatte Labbadia in Stuttgart schon lange nicht mehr gehört.