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Labbadias Aus beim VfB Stuttgart:Ende eines ungleichen Paares

Fredi Bobic Bruno Labbadia VfB Stuttgart

Ende nach zweieinhalb Jahren Zusammenarbeit: VfB-Manager Fredi Bobic (links) und der entlassene Trainer Bruno Labbadia.

(Foto: dpa)

Der eine liebt die Aufbruchsstimmung, der andere arbeitete an seinem Ruf als knochentrockener Realist: Manager Fredi Bobic und Trainer Bruno Labbadia haben beim VfB Stuttgart einige Krisen durchgestanden - am Ende waren beide doch zu verschieden. Nachfolger wird der bisherige Nachwuchstrainer Thomas Schneider.

Auf dem Weg in die Kabine hat er Bruno Labbadia ein letztes Mal den Arm getätschelt, dann ließ Fredi Bobic los. Im Hintergrund brüllten die Stuttgarter Fans "Bruno raus", und wer Labbadia und Bobic nach der 1:2-Niederlage in Augsburg beobachtet hat, konnte sehen, warum das Duo eben doch zu verschieden war, um auch diese Krise gemeinsam durchzustehen.

Während Labbadia still an den Journalisten vorbei huschte, platzte Bobic der Kragen, als ein Stuttgarter Reporter ihm die Trainerfrage stellte. "Das ist eine dumme und respektlose Frage", schnaubte Bobic. Dann rauschte auch er davon.

Seit Montagmorgen steht fest: Bruno Labbadia ist nicht mehr Trainer des VfB Stuttgart. Damit endet die Geschichte eines ungleichen Paares: Auf der einen Seite Manager Bobic, der Visionär, ein positiver Typ, der gerne über große Pläne redet. Auf der anderen Seite Trainer Labbadia, der Bremser, ein knochentrockener Realist, der große Pläne gerne klein redet. Während Bobic vor dieser Saison "hohe Ansprüche" formulierte und Platz fünf als Saisonziel ausgab, war Labbadia davon so erschrocken, dass ihn das Gefühl beschlich, "wir hätten Neymar und Messi verpflichtet". Und er mal wieder die Euphoriebremse trat.

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Die VfB-Fans mochten Labbadias Understatement von Anfang an nicht. Doch dank Bobic überstand er in gut zweieinhalb Jahren Amtszeit gefühlt zwölfeinhalb Krisen. Immer wenn die Öffentlichkeit begann, am Trainer zu zweifeln, machte Bobic den Debatten ein Ende - und stärkte Labbadia den Rücken. Doch nach der peinlichen 1:2-Pleite in der Europa League beim kroatischen Klub HJK Rijeka schien Bobic müde geworden, seinen Trainer immer und immer wieder zu verteidigen.

Nach der Niederlage beim FC Augsburg, der dritten im dritten Liga-Spiel, war es endgültig vorbei mit der Loyalität. Auf Labbadia angesprochen, sagte Bobic zunächst halbherzig einen Satz, den er schon oft gesagt hatte: "Wir haben schon die eine oder andere schwere Phase zusammen genommen." Doch diesmal schickte Bobic ein deutliches Aber hinterher: "Aber ich muss das erst verdauen und verarbeiten", sagte er beim Sender Sky, "da kann ich jetzt noch nicht die ganz großen Schlüsse ziehen."

Noch nicht, erklärte Bobic. Was Fußball-Manager eben sagen, am Abend bevor sie einen Trainer feuern.