Kuriositäten der EM-Vorrunde:Schollismus, kurze Hosen und gemobbte Griechen

TV-Experten kreieren neue Trends zur Spielermotivation, Spielerfreundin Lena Gercke trägt noch kürzere Hosen als Nicklas Bendtner, der Grieche Giorgos Karagounis wird vom Schiedsrichter gemobbt. Und der VfL Wolfsburg? Entscheidet die Europameisterschaft.

Kuriositäten der EM-Vorrunde

Kuriositäten der EM-Vorrunde

Wolfsburg dominiert die EM

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(Foto: dapd)

TV-Experten kreieren neue Trends zur Spielermotivation, Spielerfreundin Lena Gercke trägt noch kürzere Hosen als Nicklas Bendtner, der Grieche Giorgos Karagounis wird vom Schiedsrichter gemobbt. Und der VfL Wolfsburg? Entscheidet die Europameisterschaft. Kuriositäten der EM-Vorrunde Wolfsburg dominiert die EM: In Polen hatte man diese Rolle eigentlich Borussia Dortmund zugedacht: Lewandowski, Błaszczykowski und vielleicht noch Pizczek - wenn schon Spieler eines deutschen Vereins die Torjägerlisten dominieren, dann doch bitte die Schwarz-Gelben. Es kam anders: Polen ist als Gruppenletzter ausgeschieden, und der Tabellenachte der Bundesliga hat sich darangemacht, die EM entscheidend zu beeinflussen: der Vfl Wolfsburg. Der Kroate Mario Mandžukić (im Bild) traf dreimal, auch der Tscheche Petr Jiráček (zwei Tore) spielt beim VW-Klub, sein Landsmann Václav Pilař (ebenfalls zwei Tore) hat für die kommende Saison unterschrieben. Wolfsburger Spieler haben damit bislang am häufigsten von allen getroffen - wer hätte das gedacht. (jab)

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"Schollismus" als Form der Kritik

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(Foto: hsv)

Schollismus als Form der Kritik: Er hatte es doch alles nicht so gemeint, dieser Mehmet Scholl. In seiner Rolle als ARD-Experte war er nach dem deutschen Auftaktspiel gegen Portugal ungewohnt direkt auf Mario Gomez losgegangen, hatte diesen kritisiert wegen seiner Spielweise und ihm mangelnde Mitmachbereitschaft vorgeworfen. Dabei hatte eben jener Gomez ja das Siegtor geschossen. Die Aufregung war groß und als der Bayern-Stürmer auch noch zweimal gegen Holland traf, stand Scholl ein wenig unglücklich da. Seine Form der Kritik war als reiner Wachrüttler gemeint, beteuerte er daraufhin, statt "Wundliegerei" attestierte er Gomez nun plötzlich "Weltklasse" und überhaupt habe er Gomez doch nur motivieren wollen. Der Pranger als neue Form konstruktiver Kritik - mit seinem "Schollismus" könnte der ARD-Mann noch ganze Generationen von Fußballern anstacheln. (jbe)

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Kürzeste Hose des Turniers

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(Foto: dapd)

Kürzeste Hose des Turniers: Ein Fußballturnier ohne Spielerfrauen ist wie ein Paparazzo ohne Linse. Wenn die Fußballer sich auf dem Spielfeld ins Gras werfen, wartet die bunte Welt auf die anfeuernden Damen. Denn seit der Fußballbetrieb ein Millionenbetrieb ist, sind die Damen auf der Tribüne zumeist recht hübsch. Die bunte Welt wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Lena Gercke ist Model und nebenbei Freundin von Sami Khedira. Das mit dem Modeln war kaum zu übersehen als sie in der Ukraine ankam. "Laufsteg EM!" schrie die Bild-Zeitung, rp-online meinte: "Lena Gercke verzückt Lemberg." Dabei musste man beim ersten Anblick fürchten, Gercke habe vergessen, eine Hose anzuziehen. Ihr Oberteil hing bis zur Taille herab und dort begannen bereits die geschätzt zwei Meter langen Beine. Der letzte Teilnehmer eines Fußballturniers ohne Hose hieß Goleo und war ein Stofflöwe. Doch halt, Männer, wieder Luft holen! Der Modedesigner hatte die Jeans nur ein wenig arg weit oben abgeschnitten. Da war nicht einmal Platz für einen Werbeschriftzug. (hum)

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Unterhosen-Werbung

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(Foto: dapd)

Unterhosen-Werbung: Der dänische Angreifer Nicklas Bendtner ist eine richtige Kante. Ein Typ, so lang und kräftig wie ein kalifornischer Küstenmammutbaum. Als der skandinavische Riese gegen Portugal seinen zweiten Treffer erzielt hatte (natürlich per Kopf), präsentierte er einen recht eigenwilligen Jubel: Der 1,95-Meter-Lulatsch lupfte sein Trikot und zupfte gleichzeitig so sehr an seiner Sporthose, dass alle Welt seinen grünen Slip sehen konnte. Auf dem Bund prangte breit der Schriftzug eines irischen Wettunternehmens. Das Problem: Solche Reklame verbieten die Statuten der Uefa. Und so brummte der Verband dem "Unterhosen-Stürmer" ein Spiel Sperre und eine Strafe von 100.000 Euro auf - allerhand. Dabei hatte Bendtner beteuert, er habe die Shorts nur als Glücksbringer getragen. Hätte es ein Kleeblatt statt eines Schriftzuges nicht auch getan? (jbe)

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Fußball als Wasserballett

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(Foto: Getty Images)

Fußball als Wasserballett: Als sich über Donezk der Himmel auftat, war an Fußball nicht mehr zu denken. Es war das Vorrundenspiel zwischen der Ukraine und Frankreich, und es schüttete wie aus Kübeln. Ach was: Es prasselten Wassermengen ins Stadion, die so manchen Fluss zum Überlaufen gebracht hätten. Nach vier Minuten sah sich der Schiedsrichter gezwungen, die lustige Wasserball-Schlacht abzubrechen. Es sind solche Wetterwirren, die das EM-Turnier bisher unberechenbar machen: Meist ist es drückend heiß und der nächste Regenschauer nur ein paar Minuten entfernt. Das mussten auch die Polen feststellen: Als sie gegen Tschechien ausschieden, weinten sogar die Wolken. (jbe)

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Griechen-Mobbing

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(Foto: dpa)

Griechen-Mobbing: Haben es die Griechen eigentlich nicht schwer genug? Als Bettler Europas werden sie beschimpft, als Unheilsbringer, die unsere Steuern mit Ouzo und Faulenzerei durchbringen. Als Strafe halten ihnen die Schiedsrichter bei der EM nun schelmisch gelbe Karten vor das Gesicht. Das ist Griechen-Mobbing auf die perfideste Art! Die gelb-rote Karte für Sokratis im Eröffnungsspiel war schon hart, Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo rächte damit sein Land Spanien für die hohen Zinsen auf neue spanische Schulden, für die natürlich die Griechen verantwortlich sind. Die gelbe Karte für Giorgos Karagounis aber, weshalb er nun gegen Deutschland gesperrt ist, glich dem Entzug des Euro, dem Verkauf der Akropolis, der Versenkung von Korfu. Schiedsrichter Jonas Eriksson muss im Auftrag der Europäischen Kommission gehandelt haben. Dabei hat Schweden nicht einmal den Euro. (hum)

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Experten in Seenot

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(Foto: dpa)

Experten in Seenot: TV-Experten haben einen schweren Job. Eigentlich sollen sie Hintergrundwissen vermitteln, fundiert Spiele analysieren, gerne auch mal lustig sein, ein Späßchen machen. Bei diesem EM-Turnier übernehmen sie bisweilen jedoch selbst die Hauptrollen - und zwar eher ungewollt. Nicht nur Mehmet Scholl wurde tagelang kritisiert, auch Oliver Kahn musste sich öffentlich verspotten lassen. Der frühere Bayern-Keeper moderiert für das ZDF mit Katrin Müller-Hohenstein aus einer Art Beach-Fernsehgarten auf Usedom. Schnell wurde "KMH" zur "Usedomina" erklärt, Kahn hingegen für seine Aussprache ("Gohmes") und beide für vermeintliche Inhaltsleere kritisiert. Außerdem sendeten die beiden nicht aus dem Gastgeberland Polen - sondern von kurz vor der deutsch-polnischen Grenze. Nach dieser Logik wird bei der WM 2014 in Brasilien aus dem benachbarten Französisch-Guayana gesendet. Ob Kahn dann noch mal mitmachen darf? (jab)

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Bilic, der Mützenmann

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(Foto: dpa)

Bilic, der Mützenmann: Als Kroatiens Trainer Slaven Bilic noch selbst gegen den Ball trat, erwischte er manchmal auch gegnerische Beine. Christian Ziege wird das bestätigen können - ihn traf Bilic bei der EM 1996, als er schon am Boden lag. Mittlerweile tigert der frühere KSC-Profi als Nationalcoach die Seitenlinie entlang, küsst seine Spieler und trägt zum Anzug eigenartigen Kopfschmuck. Obwohl sich Polen und die Ukraine in diesen Tagen mitunter wie die Tropen anfühlen, hüllt Bilic sein Haupt in eine Skimütze. Seine Erklärung nach dem Spiel gegen Irland: "Es regnete. Und ich hasse es, wenn mein Kopf nass wird. Ich trage die Mütze nur bei entsprechender Witterung." Vielleicht übt Bilic einfach nur: Nach dem Turnier wechselt er zu Lokomotive Moskau. Da wird er sich an Kälte gewöhnen müssen. (jbe)

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Aufstellungs-Animation

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(Foto: AFP)

Aufstellungs-Animation: Nur einer fällt aus der Reihe und grinst. Es ist natürlich Cristiano Ronaldo. In den Uefa-Aufstellungs-Animationen vor den EM-Partien tritt ein Spieler nach dem anderen nach vorne, verschränkt die Arme, sendet einen ernsten Blick in die Kamera. Auch Ronaldo tritt nach vorn, verschränkt die Arme - dann jedoch grinst er. Herablassend und selbstzufrieden. Wie Gladiatoren treten die Spieler in diesen Animationen auf - in Deutschland kannten bisher vor allem Computerspieler diese Optik, in den USA und England wird diese Form der Selbstdarstellung schon länger praktiziert. Dass dieses Format nur erfunden wurde, um Cristiano Ronaldo eine zusätzliche Gelegenheit zu geben, arrogant in die Kamera zu blicken, ist deshalb nur ein Gerücht. (jab)

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Anpfiff-Countdown

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(Foto: dpa)

Anpfiff-Countdown: Der Stadionsprecher zählt runter "Ten ... nine ... eight ...": Die Ziffern flimmern über die Anzeigetafel, Trommeln hämmern, für die Fernseh-Zuschauer zoomt die "Spidercam" von der Stadiondecke auf den Anstoßpunkt: Dann geht's los. Den "Kickoff Countdown" haben sich die Verantwortlichen extra für diese EM ausgedacht. Verfechter der reinen Fußballlehre sind erbost: Ein Showelement dürfe dem Schiri nicht vorgeben, wann er das Spiel anzupfeifen habe. Die Fifa sah sich zur Rechtfertigung gezwungen: Der Uefa-Koordinator zähle ohnehin immer für den vierten Offiziellen runter, der dann wiederum das Spiel für den Schiedsrichter freigebe. "Bei der Euro 2012 wird diese Ankündigung lediglich öffentlich gemacht, um den Zuschauern zu ermöglichen, an der Erfahrung teilzuhaben", heißt es. Die Entscheidung, wann das Spiel beginne, liege immer noch beim Unparteiischen. Dann ist ja gut. (jab)

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