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Kritik am Neujahrsspringen:"Vorspringer schlafen im Gang"

68. Vierschanzentournee - Garmisch-Partenkirchen

Das Springen in Garmisch ist traditionell das zweite bei der Vierschanzentournee.

(Foto: dpa)

Norwegens Skisprung-Trainer übt scharfe Kritik an den Organisatoren in Garmisch. Leicester verteidigt Platz zwei in der Premier League, Podolski gewinnt den Kaiserpokal.

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Skispringen, Garmisch: Norwegens Skisprung-Nationaltrainer Alexander Stöckl hat die Organisatoren des Neujahrsspringens in Garmisch-Partenkirchen kritisiert. Unter anderem habe ein Vorspringer aus Norwegen im Hotel auf dem Flur schlafen müssen, zudem seien die Zimmer bei der Ankunft am Dienstag nicht bezugsfertig gewesen. In der norwegischen Zeitung VG sprach Stöckl von einem "Skandal". Via Twitter bekräftigte Stöckl seine Kritik. "Neujahrsspringen Garmisch 2019/20. Nach außen gut organisiert, aber das war's. Vorspringer schlafen im Gang, keine Container für kleine Nationen. Ich bin nicht gerade amüsiert", schrieb der Österreicher. FIS-Renndirektor Walter Hofer drohte laut VG am Dienstag sogar mit der Absage der Qualifikation.

Auch Vorspringer Ole Henning Holt, der die Nacht nach eigenen Angaben auf dem Boden verbrachte, fand deutliche Worte. "Ich bin ein einfacher Mann, und wenn alles warm und trocken und relativ sauber ist, ist es in Ordnung. Aber es ist klar, dass das hier nicht gut ist. Immerhin bin ich hier, um einen Job zu machen", sagte der 52-Jährige. Pressechef Ingo Jensen entschuldigte sich am Abend stellvertretend für das Organisationskomitee. "Das ist nicht die Art und Weise, wie Athleten bei der Tournee behandelt werden sollten. Das soll nicht wieder vorkommen. Wir werden uns verbessern", sagte Jensen.

Japan, Podolski: Unter tosendem Beifall der Fans verließ Lukas Podolski den Rasen des neuen Olympiastadions in Tokio. Der vierte Pokalsieg in der Karriere des Weltmeisters von 2014 stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest, so konnte Podolski in der Nachspielzeit Platz machen für einen Weltmeister von 2010: Der Spanier David Villa, Podolskis Teamkollege bei Vissel Kobe, bekam noch ein paar Abschiedsminuten im wohl letzten Spiel seiner Karriere. Kobe gewann das Finale um den japanischen Kaiserpokal souverän 2:0 (2:0) gegen Kashima Antlers, und Podolski feierte mit prominenten Mitspielern wie Villa und Andres Iniesta im goldenen Lamettaregen. Pokalsiege hatte er bereits mit dem FC Bayern (2008), dem FC Arsenal (2014) und Galatasaray Istanbul (2016) errungen.

Vieles deutet bei Podolski darauf hin, dass es nach diesem Erfolg aktiv weitergehen soll - die Frage ist allerdings: wo? Sein Vertrag in Kobe endet am 31. Januar. Ein neues Auslandsabenteuer im Karriereherbst des 34-Jährigen ist vorstellbar, während in seiner Herzensstadt Köln natürlich auch wieder über eine Rückkehr zum abstiegsbedrohten FC spekuliert wird. Kontakt zu Köln besteht regelmäßig, trotz rund 9000 Kilometern Entfernung, das bestätigte zuletzt FC-Sportchef Horst Heldt; "Ich möchte nur sagen, dass ich mit Lukas im Austausch bin. Alles Weitere bespreche ich mit ihm, nicht über die Öffentlichkeit", sagte Heldt dem Stadt-Anzeiger. Sportlich ist die Frage, ob Podolski mit einer internationalen Topliga noch klar käme, zudem soll er in Kobe acht Millionen Euro netto im Jahr verdient haben. Nur bei Gehaltseinbußen könnte der 1. FC Köln seinen verlorenen Sohn bezahlen.

Podolskis aktueller Trainer in Kobe, sein Landsmann Thorsten Fink, hat den 130-maligen DFB-Nationalspieler ebenfalls noch nicht abgeschrieben: "Bei Lukas habe ich einen Funken Resthoffnung, dass er sich vielleicht doch ein weiteres Jahr bei uns vorstellen kann", sagte Fink der Sport Bild: "Er ist ein geiler Kicker, der den Unterschied machen kann und ein absoluter Leader. Ich weiß, was ich an ihm habe, deshalb kämpfe ich um ihn." Interesse an einer Verpflichtung Podolskis haben laut Medienberichten zudem der US-Klub Chicago Fire, für den zuletzt sein Kumpel Bastian Schweinsteiger spielte, Flamengo Rio und CF Monterrey (Mexiko). Gornik Zabrze, Erstligist aus Podolskis Geburtsland Polen, soll sich ebenfalls um den Stürmer bemühen.

England, Premier League: Leicester City hat den zweiten Platz in der englischen Premier League souverän verteidigt. Der Überraschungsmeister von 2016 siegte am Mittwoch bei Newcastle United mit 3:0 (2:0) und hat mit 45 Punkten den Rückstand auf Jürgen Klopps FC Liverpool zumindest bis Donnerstag auf zehn Zähler verkürzt. Nach zwei Abwehrfehlern von Newcastle-Profi Florian Lejeune waren erst der spanische Fußball-Profi Ayoze Pérez (36. Minute), James Maddison (39.) und Hamza Choudhury (87.) für Leicester erfolgreich.

Tottenham Hotspur, im Champions-League-Achtelfinale Gegner von RB Leipzig, patzte dagegen mit 0:1 (0:1) beim FC Southampton. Danny Ings traf mit seinem 13. Tor in dieser Saison für die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl. Die Spurs verpassten nach der siebten Saison-Niederlage näher an den FC Chelsea (nur 1:1 bei Brighton&Hove Albion) auf Rang vier heranzurücken. Zudem muss Trainer José Mourinho um Torjäger Harry Kane bangen, der 15 Minuten vor dem Ende angeschlagen ausgewechselt werden musste. Im Abstiegskampf feierten der Vorletzte FC Watford (2:1 gegen die Wolverhampton Wanderers) und Aston Villa (2:1 beim FC Burnley) wichtige Erfolge.

2. Liga, Hannover: Geschäftsführer Martin Kind vom Fußball-Zweitligisten Hannover 96 hat den sofortigen Wiederaufstieg der Niedersachsen abgehakt. "Man muss ganz klar sagen: Wir haben versagt, wir haben unser Ziel und unser Versprechen nicht erfüllt", erklärte der Ex-Präsident in einem Interview auf der 96-Homepage. Die Norddeutschen nehmen aktuell den 13. Tabellenplatz ein, nur zwei Punkte von Relegationsrang 16 entfernt. Dennoch beschäftige man sich nicht mit dem Abstieg. Kind: "Wir kennen unsere derzeitige sportliche Situation, sind aber überzeugt, dass die Mannschaft einen sicheren, mittleren Tabellenplatz erreichen kann."

Angetan ist der 75-Jährige vom neuen 96-Trainer Kenan Kocak. "Er ist ein Arbeiter des Fußballs, der diesen Sport lebt und vorlebt. Er hat die Mannschaft im positiven Sinne in den Griff gekriegt", sagte Kind. Kocak hatte im November die Nachfolge seines glücklosen Vorgängers Mirko Slomka angetreten.

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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